Der Garten der Erinnerung in unserer Haslachmühle: Die Menschen sind nicht einfach vergessen, wenn sie sterben. | Foto: Rolf Schultes

Andacht

März 2022

Ostern

Autor: Pfarrer Gottfried Heinzmann

Impuls Ostern 27.03.2022
Wilhelmsdorf

Grünes Gras. Blühende Sträucher. Bunte Blu­men. Freuen Sie sich auch daran? Nach den dunklen Win­ter­ta­gen und den kal­ten Nächten tun die Sonne und der Frühling rich­tig gut! Der Gar­ten, in dem wir uns gerade befin­den, liegt in der Has­lachmühle und heißt Gar­ten der Erin­ne­rung. Wir erin­nern uns an Men­schen, die hier gewohnt haben. Ihre Namen ste­hen auf einem klei­nen Schild. Wann sie gebo­ren sind und wann sie gestor­ben sind. Bei man­chen ist auch ein Bild dabei. Ich mag die­sen Gar­ten der Erin­ne­rung, weil er deut­lich macht: Men­schen sind nicht ein­fach ver­ges­sen, wenn sie ster­ben.

Mit­ten in Jeru­sa­lem gibt es auch so einen Gar­ten.

In die­sem grünen und blühen­den Gar­ten liegt eine antike Grabstätte. Das soge­nannte Gar­ten­grab. Es steht kein Schild mit einem Namen dran. Auch kein Geburts­da­tum und kein Ster­be­da­tum. Und doch erin­nert uns die­ser Ort an einen ganz beson­de­ren Tod und an ein Ereig­nis, das alles verändert.

Jesus wurde gekreu­zigt und ist gestor­ben. Doch – nach drei Tagen ist er wie­der auf­er­stan­den. Das Grab ist leer! Das ist das Beson­dere daran. Jesus wurde zwar begra­ben, aber als einige Frauen den Leich­nam sal­ben woll­ten, war er nicht mehr da. »Der Herr ist auf­er­stan­den!« – Das war die Bot­schaft der Engel am Grab. Die Frauen haben das wei­ter­erzählt. »Der Herr ist auf­er­stan­den!« Wie ein Lauf­feuer geht diese Nach­richt durch Jeru­sa­lem. Und dann um die ganze Welt.

Von Israel nach Syrien.
Nach Europa. Nach Afrika. Asien. Ame­rika.
In die Ukraine. Und auch nach Russ­land.

»Der Herr ist auferstanden!« Wie ein Lauffeuer geht diese Nachricht um die ganze Welt.

Wir fei­ern Ostern gemein­sam! Gemein­sam mit vie­len Chris­ten auf der gan­zen Welt. Egal ob evan­ge­lisch, katho­lisch, ortho­dox oder frei­kirch­lich. An Ostern rufen wir uns zu: »Der Herr ist auf­er­stan­den« – »Er ist wahr­haf­tig auf­er­stan­den!« Men­schen aus 75 Ländern arbei­ten bei den Zieg­ler­schen! Viele von ihnen fei­ern Ostern. Andere ken­nen die­ses Fest nicht. Wie­der andere ken­nen es viel­leicht, aber haben kei­nen Bezug dazu.

Wie wäre es, wenn wir uns gegen­sei­tig erzählen, wie und warum wir Ostern fei­ern. Warum das wich­tig für uns ist?

Ich feiere sehr gerne Ostern. Dass Jesus nicht im Grab geblie­ben, son­dern auf­er­stan­den ist, gibt mir Hoff­nung. Hoff­nung, wenn ich an einem Grab stehe und trau­rig bin, weil ein lie­ber Mensch gestor­ben ist. Jesus ist auf­er­stan­den, des­halb glaube ich: Der Tod hat nicht das letzte Wort! Das Leben siegt.

Wie wäre es, wenn wir uns gegenseitig erzählen, warum Ostern wichtig für uns ist?

teilen

TeilenTeilenTeilen