Barmherzig sein, heißt Zeit verschenken | Foto: iStock/SilviaJansen

Andacht

Januar 2021

Ansteckend barmherzig

Autor: Pfarrer Gottfried Heinzmann

Impuls

Ich hatte zwei Begeg­nun­gen mit Men­schen, die hin­ter­her posi­tiv auf COVID-19 getes­tet wur­den. Und ich habe mich die ganze Zeit gefragt: »Bin ich anste­ckend?« Ich war ziem­lich ver­un­si­chert. Anste­ckung ist durch das Corona-Virus zum alles beherr­schen­den Thema gewor­den. Für uns persönlich und für die Men­schen in unse­ren Ein­rich­tun­gen. Wir wol­len möglichst nicht ange­steckt wer­den. Und wir wol­len alles tun, damit wir andere nicht anste­cken.

»Bin ich anste­ckend?« – diese Frage kann man sich aber nicht nur bei einem Krank­heits­er­re­ger stel­len. Anste­ckend können wir auch auf andere Art und Weise sein. Ver­mut­lich ken­nen wir alle die nega­tive Vari­ante nur zu gut. Men­schen, die schlecht gelaunt sind, ver­brei­ten schlechte Stim­mung und ste­cken andere an. Wir ken­nen aber auch die posi­tive Vari­ante. Wenn jemand anste­ckend lacht und fröhlich ist, ver­brei­tet sich gute Laune.

Für das Jahr 2021 wurde ein Bibel­vers als Jah­res­lo­sung aus­gewählt, der auch davon redet, dass wir anste­ckend sein sol­len. Anste­ckend barm­her­zig. Die Begründung wird gleich mit­ge­lie­fert: Weil Gott uns mit sei­ner Barm­her­zig­keit ange­steckt hat.

»Seid barm­her­zig, wie auch euer Vater im Him­mel barm­her­zig ist.« Lukas 6,36.

Für das Jahr 2021 wurde eine Jahreslosung ausgewählt, die davon redet, dass wir ansteckend sein sollen. Ansteckend barmherzig.

Gott begeg­net uns mit Güte und Barm­her­zig­keit. Er beschenkt uns jeden Tag mit dem, was wir zum Leben brau­chen. Er geht mit uns und bleibt an unse­rer Seite, auch wenn der Weg mühsam wird. Er legt uns nicht auf Feh­ler fest, son­dern fängt neu an. Er traut uns immer wie­der zu, dass wir es gut machen. »Seine Liebe macht die Gedan­ken und Her­zen wie­der weit, das ist das Wun­der der Barm­her­zig­keit«, so heißt eine Zeile in dem Lied zur Jah­res­lo­sung, das hier ver­linkt ist.

Weil wir die­ses Wun­der der Barm­her­zig­keit erle­ben, können wir es an andere wei­ter­ge­ben. Wir können anste­ckend barm­her­zig sein. Wie das kon­kret aus­se­hen kann, davon erzählen die Stro­phen des Lie­des: »Barm­her­zig sein, heißt Zeit ver­schen­ken. Barm­her­zig sein, heißt Schwe­res tra­gen. Barm­her­zig sein, heißt Brücken bauen. Barm­her­zig sein, heißt acht­sam blei­ben.« In unse­rem Arbeit­sall­tag las­sen sich noch viele wei­tere Bei­spiele fin­den, was es heißt, barm­her­zig zu sein.

Ich wünsche Ihnen und mir, dass wir das im kom­men­den Jahr sein können: Anste­ckend barm­her­zig.

Bitte ver­lin­ken oder am bes­ten als YouTube-Video ein­bet­ten: https://www.you­tube.com/watch?v=lvTtgvaFTlI

Noten, Begleitsätze und Mate­ria­lien: https://jah­res­lo­sung.net/das-ist-das-wun­der-mate­ria­lien/

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