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Pfarrer
Gottfried Heinzmann

Pfarrer Gottfried Heinzmann ist fachlich-theologischer Vorstand der Zieglerschen.

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Gottfried Heinzmann

Pfarrer Gottfried Heinzmann ist fachlich-theologischer Vorstand der Zieglerschen.

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Dezember 2018

Sehnsucht nach Zuhause

Kolumne: Pfarrer Gottfried Heinzmann

Ist es der Duft der Tan­nen­na­deln? Der Klang der Weih­nachts­lie­der? Oder der Schein der Ker­zen? Wie kommt es, dass uns an Weih­nach­ten beson­dere Hei­mat­gefühle ergrei­fen? Was löst sie aus? Ich ent­de­cke hin­ter den weih­nacht­li­chen Hei­mat­gefühlen die Sehn­sucht nach einem Zuhause. Der Phi­lo­soph Karl Jas­pers hat for­mu­liert: »Hei­mat ist da, wo ich ver­stehe und wo ich ver­stan­den werde.« Nun erle­ben wir oft genug an Weih­nach­ten das genaue Gegen­teil. Dass wir uns nicht ver­stan­den fühlen und die ande­ren nicht ver­ste­hen. Dass wir uns abge­wie­sen und abge­lehnt fühlen.

Von der Suche nach einem Zuhause und der Erfah­rung der Ableh­nung lesen wir auch in der Weih­nachts­ge­schichte. Kurz und knapp erzählt der Evan­ge­list Lukas: »denn sie hat­ten sonst kei­nen Raum in der Her­berge.« Das deut­sche Wort »Her­berge« ver­weist ursprünglich auf einen Ort, an dem sich das Heer ber­gen kann. Eine Her­berge soll Schutz bie­ten und hel­fen, neue Kraft zu schöpfen. Nach sol­chen Her­bergs­or­ten und Her­bergs­zei­ten seh­nen wir uns. Könnten die Weih­nachts­tage das sein? Beson­dere Zei­ten, um Kraft zu schöpfen? Hei­lige Abende, um inne­ren Frie­den zu fin­den?

Bevor wir jetzt darüber nach­den­ken, wie wir Weih­nach­ten ganz beson­ders »hei­lig« gestal­ten könnten, soll­ten wir uns an die Weih­nachts­ge­schichte erin­nern. Dem göttli­chen Kind genügen ein Stall als Her­berge und eine Fut­terkrippe als Kin­der­bett. Könnte es dann nicht aus­rei­chen, Jesus in mei­nen All­tag ein­zu­la­den? Raum zu schaf­fen für die Begeg­nung mit ihm? Und dann zu erle­ben, wie er mich ver­steht und ich bei Gott zu Hause sein kann?