Joy Gütler, 34 Jahre, Schulsozialarbeiterin

Joy Gütler, 34, arbeitet als Schul­sozial­arbeiterin. Sie kommt vom anderen Ende der Welt – aus Australien. Dort lernte sie ihren jetzigen Mann kennen, einen Welt­reisenden aus Bad Waldsee. Gemein­sam bereisten sie Süd-Ost-Asien. Seit 2010 leben sie zusammen in Bad Waldsee. Im Juni 2016 fand Joy ihren Traumjob: als Schul­sozial­arbeiterin an der Grund­schule in Mochen­wangen-Wolperts­wende …

Erzählen Sie uns etwas über sich!
Mein Name ist Joy Gütler und ich bin 34 Jahre alt. Zur meine Persönlichkeit zählen: Offenheit, Humor, Liebe, Neugier und Mitgefühl dazu. Ich bin auch eine Ehefrau, große Schwester, Tochter, Freundin, Nachbarin, Kollegin und Schulsozialarbeiterin, Hobbygärtnerin, Malerin und ich reise oft und gern, um neue Menschen und Kulturen kennenzulernen und meine Weltbild zu vergrößern.

Woher kommen Sie?
Ich nenne seit 2010 Bad Waldsee meine zweite Heimat. Ich komme aus Bowen, Nord Queensland, Australien. Ich habe meine damaligen Freund und seinen Kumpel (beide aus Bad Waldsee) dort kennengelernt auf ihrer Weltreise. Da ich auch eine Weltreise machen wollte haben wir gemeinsam beschlossen durch Süd-Ost Asien zu reisen. Nach sechs Monaten habe ich mir ein Zwischenlanden in Deutschland gegönnt und bin jetzt verheiratet und immer noch glücklich hier!

Was machen Sie bei den Zieglerschen genau?
Ich habe mein Traumjob gefunden! Ich arbeite seit Juni 2016 als Schulsozialarbeiterin an der Eugen-Bolz-Grundschule in Mochenwangen-Wolpertswende.

Wie sind Sie zu den Zieglerschen gekommen?
Mein Mann hat die Stelle der Zieglerschen Jugendhilfe in der Zeitung gelesen. Ich habe die Zieglerschen im Internet recherchiert und war begeistert von dem Leitbild. Ich dachte mir, wenn dieser Organisation so offen ist, vielleicht habe ich eine große Chance, mein »Schwenglisch« , also Schwäbisch + Englisch-Sprecherin und meine Fähigkeiten als Sozialarbeiterin und Grundschullehrerin einzubringen.

Was hat Sie dazu bewegt, bei den Zieglerschen anzufangen?
Schon in den Vorstellungsgesprächen mit Frau Dr. Berner, Frau Mendler und dann mit meiner Schulrektorin Frau Schaufler habe ich mich sehr wertgeschätzt gefühlt. So war für mich dann klar, dass ich für die Zieglerschen arbeiten möchte. Diese Gefühl habe ich noch heute. Durch eine sehr praxisorientierte Einarbeitung, regelmäßige Kontakte, Austausch und Feedback bin ich sehr stolz, Teil eines großen Bildes zu sein.

Was ist das Besondere an Ihrem Job? Was lieben Sie besonders daran?
Ich liebe es, mit Kindern zu arbeiten. Wir sind eine kleine Grundschule und ich sehe es als großen Vorteil, dass ich viel Zeit mit den Kindern verbringen kann, ob bei den Soziales Lerne-Stunden in der Klasse, bei der Einzelfallhilfe, in den großen Pausen oder in meiner AG. Es liegt mir sehr am Herzen Brücken zu bauen zwischen Schule und zu Hause und als Wegbegleiter für »meine (Schul)Kinder« da zu sein. Da wir im ländlichen Raum leben, habe ich viele Möglichkeiten zum Austausch mit meinen Kollegen und auch mit den Eltern, um gemeinsam die Kinder zu unterstützen. Es ist mir sehr wichtig, dass die Kinder sich wertgeschätzt fühlen und dass wir Vertrauen zueinander aufbauen können. Dass die Kinder mich begrüßen und von Neuigkeiten erzählen, wenn wir uns begegnen und dass sie begeistert sind wenn sie die SL (Soziales Lernen)-Stunden haben, ist die größte Bestätigung meine Arbeit.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?
Ich komme um 08:00 Uhr in die Schule. Ich habe feste Unterrichtszeiten in den verschiedenen Klassen und auch feste Einzelfallhilfe-Termine. In den Großen Pausen begleite ich die Klasse 3 mit unserem Schüler-Cafe oder die Klasse 4 mit der Pausenhof-Bespielung. An manchen Tagen man kann mich beim Versteckspielen oder einfach mit Schülern und Schülerinnen im Gespräch auf dem Schulhof finden. Am Dienstagmittag habe ich meine AG und gemeinsam mit den 12 Teilnehmern entscheiden wir uns, was wir gern unternehmen möchten: Basteln, Ton, Backen, Malen oder Spielen, oder ab Frühling in den Schulgarten.

Was macht für Sie das Besondere an einem sozialen Beruf aus?
Die Möglichkeit, andere Menschen zu unterstützen, mit ihnen zu fühlen und sie auf verschiedenen Wegen zu finden und begleiten.

Können Sie in den Zieglerschen ihre privaten Interessen oder persönlichen Fähigkeiten einbringen?
Ja und Ja! Ich bin leidenschaftliche Bastlerin und kann damit meine Arbeit kreativ gestalten. Ich kann meine Ideen und Erfahrungen von Australien auch mit reinbringen in Form von Spielen und Projektideen wie eine »Hausmeisterschaft«. Mein Migrationshintergrund zählt für mich als Vorteil, weil ich Mitgefühl und Verständnis für Schüler, Schülerinnen und Eltern aufbringen kann, die auch Migrationshintergrund haben.

Wie würden Sie Ihren Beruf weiterempfehlen?
Wenn du kreativ und mit Herz arbeiten möchtest, deine zwischenmenschlichen Stärken mit reinbringen möchtest, eine hohe Belastbarkeit, Ausdauer und pädagogische Geschicktheit hast, junge Menschen begleiten und unterstützen möchtest und ein soziales Miteinander entwickeln möchtest, dann höre auf dein Herz: du hast den richtigen Beruf gewählt!

»Was ich tue – erfüllt mit Leben« trifft dies auf Sie zu? Wenn ja, warum?
Vollkommen! Mitgefühl für andere Menschen ist nicht begrenzt auf Arbeitszeiten. Es ist eine persönliche Fähigkeit, die man hat oder entwickeln kann. Meine Arbeit ist für mich eine Ergänzung zu meinem ganzen Leben. Es spiegelt sich darin, wie ich auch in meine persönlichen Beziehungen darauf achte, wie ich mich in meine neue Heimat integriere und in unsere Gemeinde mit reinwachse.

warum wir bei den zieglerschen arbeiten