schau doch meine hände an
Sich über die (Laut-)Sprache zu verständigen, ist für viele selbstverständlich. Für Menschen mit angeborener oder erworbener Spracheinschränkung ist sie jedoch eine große Hürde. Mit dem Projekt „Schau doch meine Hände an“ gab es im Jahr 2007 erstmals eine digitale Gebärdensammlung mit App und Begleitbuch, die 2017 in der dritten Auflage erschien.
In den vergangenen Jahren wurde intensiv an einer Neuauflage gearbeitet. Hierzu zählt eine neue App, in neuem Design und mit einem erweiterten Gebärdenstamm. Um auch Menschen ohne Schriftsprachkenntnisse zu unterstützen, verfügt die neuen App über ® MetaCom-Symbole. Besonderen Wert wurde auf eine barrierearme Gestaltung gelegt. Durch die Datenbank im Hintergrund kann die digitale Gebärdensammlung jederzeit erweitert und aktualisiert werden. So entsteht für die Menschen ein zentrales Instrumentarium zur Wissens- und Informationsvermittlung, das immer und überall abrufbar ist. Bereits Ende November 2024 haben die Zieglerschen die neue App auf einem Fachtag vorgestellt und Ausschnitte davon gezeigt.
Uwe Fischer, Geschäftsführer Behindertenhilfe, betont den praktischen Nutzen der Anwendung: „Die App ist aus konkreten Alltagssituationen und Unterstützungsbedarfen entstanden. Sie überzeugt durch ihre klare Struktur, den deutlich erweiterten Wortschatz und den barrierearmen Zugang zu Gebärden. Damit erleichtert sie die Kommunikation im direkten Umfeld – zu Hause, in Bildungseinrichtungen oder im sozialen Miteinander – und stärkt die selbstbestimmte Teilhabe.“
Die Gebärdensammlung als Buch
Mit der Neuauflage der Gebärdensammlung „Schau doch meine Hände an“ wird auch eine Neuauflage der Printversion einhergehen. Wie das digitale Produkt ist auch das Buch ein Projekt zur inklusiven Kommunikation. Die im Rahmen der App produzierten Gebärdenfotos wurden nicht nur digital genutzt, sondern auch in das Printprojekt überführt. So entsteht ein hochwertiges, gedrucktes Nachschlagewerk - ein wertvoller Beitrag zur Inklusion in Bildung, Pflege, Verwaltung und Alltag.
Das Buchprojekt „Schau doch meine Hände an“ wurde durch die Glücksspirale gefördert. Damit wird die digitale Gebärdensammlung auch in analoger Form zugänglich gemacht – ein weiterer bedeutender Schritt hin zu mehr Barrierefreiheit und Teilhabe
Download-Möglichkeiten der App
Die App ist ab sofort über die Webseite des BeB verfügbar. Für Rückfragen und weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des BeB:
Dank an alle Projektbeteiligte
Ausdrücklich danken wir allen Projektbeteiligten für ihre Unterstützung bei der Umsetzung der neuen App „Schau doch meine Hände an“!
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Wie alles begann ...

Wenn man
mit Händen und Füßen
reden muss
Mut zu Gebärden – Die Zieglerschen als Vorreiter
Im Jahr 1966 beginnen zwei Lehrer aus den Zieglerschen Gehörlosenschule – Heidi Ziegler und Ernst Blickle – »mit Händen und Füßen zu reden«. Sie wollen ihren Schülern, gehörlose Kinder mit geistiger Behinderung, etwas beibringen und merken schnell, dass das damals übliche Lippenlesen für sie kaum möglich ist. Sie schauen Gehörlosen auf die Hände un tun es ihnen gleich. Sie sprechen mit Händen und Füßen – mit Erfolg! Das lautsprachunterstützte Gebärden war geboren.
1971 stellen sie eine erste Sammlung der häufigsten Gebärden in einem dünnen Heft zusammen: »Wenn man mit Händen und Füßen reden muß!« Die Kollegen anderer Einrichtungen sind begeistert und arbeiten zunehmend auch mit Gebärden. Zwanzig Jahre später tun sich verschiedene Einrichtungen zusammen und legen für sie einheitliche Gebärden fest. Zusammen mit dem Bundesverband evangelische Behindertenhilfe e.V. (BeB) wird das Standardwerk für Gebärden zur Unterstützten Kommunikation herausgegeben: »Schau doch meine Hände an«.
Für die Zieglerschen ist die »Unterstützte Kommunikation« nach wie vor ein wichtiges Thema. So werden regelmäßig neue Materialien mit einfachen Gebärden herausgegeben. Bekannteste Beispiele sind das Plakat mit den Namen unserer Fußball-Nationalspieler und das Vaterunser.
Ansprechpartnerin

Projektleiterin
Lara Mußotter
Assistentin der Geschäftsführung
07503 929-510




