»Gegen das Vergessen«: Musik in der Pflege

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Dorothea Koch* ist 94 Jahre alt. Sie lebt im Karolinenstift in Tübingen, sehr zurückgezogen, spricht nur wenig. »Probieren Sie doch unsere neue Veeh-Harfe einmal aus«, hat Maria Hilker, die Leiterin des Seniorenzentrums, die alte Dame kürzlich gebeten. Veeh-Harfen sind fantastische Instrumente. Sie bringen wunderschöne Klänge hervor und sind doch ganz einfach zu spielen, ohne Notenkenntnisse. »Noi!«, hat Frau Koch geantwortet. »Noi edda! Ich bin alt, ich kann nichts mehr. Der liebe Herrgott soll mich mitnehmen. Ich bin doch nur eine Last.«

Frau Koch hat sich dann doch zu einer Probestunde überzeugen lassen. Seither gibt es kaum einen Tag, an dem sie nicht auf »ihrer« Veeh-Harfe spielt: »Am Brunnen vor dem Tore«, »Es ist ein Ros entsprungen«, Volkslieder, Kinderlieder, Kirchenlieder. Nur selten sitzt sie allein. Aus einer zurückgezogenen 94-Jährigen, die fand, sie sei »nichts mehr wert«, ist ein Mensch geworden, der sich wieder am Leben freut.

Nicht nur für sie ist Musik ein Segen. Auch die bettlägerigen Bewohner, die kaum noch ansprechbar sind, reagieren, wenn an ihrem Bett Töne erklingen. Sie bewegen den Mund, summen oder fangen einfach an zu strahlen. Und auch die demenzkranken Bewohner, die vielleicht vergessen haben, wo sie gerade sind, erkennen die Lieder ihrer Jugend. Sie werden plötzlich »wach«, nehmen Kontakt auf, reden, sind »wieder da«. Musik weckt ihre Erinnerungen und Gefühle. Und Gefühle werden nie dement. Deshalb sollen vier weitere Veeh-Harfen für die Bewohnerinnen und Bewohner dort angeschafft werden. Frau Koch soll mit anderen spielen können. Denn: Gemeinschaft ist das größte Geschenk.

Und auch im Seniorenzentrum Taläcker in Wendlingen wirkt »Musik gegen das Vergessen«. Dort ist – vor Corona – die Musiktherapeutin Sandra Schneider-Homberger jede Woche ins Haus gekommen – ausgerüstet mit Gesangbüchern, Gitarre, kleinen Rasseln, Handtrommeln, Triangeln und weiteren Instrumenten. Zusammen mit acht Seniorinnen und Senioren, fast alle an Demenz erkrankt, hat sie gesungen oder für sie musiziert. Jetzt würde Sandra Schneider-Homberger gerne wieder ins Haus kommen, um mit den Bewohnerinnen und Bewohnern zu musizieren. Dafür ist sie auf Ihre Spende angewiesen.

Übrigens: Mediziner nutzen Musik immer häufiger zur Heilung, etwa für Patienten mit Tinnitus, Depression, chronischen Schmerzen oder Demenz. Entspannende Musik erhöht die Bildung von Endorphinen und wirkt somit schmerzlindernd. Koma-Patienten regenerieren schneller mit Musik. Und an Demenz erkrankte Menschen kehren durch alte Lieder zu Erinnerungen zurück und finden seelischen Halt.

Wir haben viele Ideen, aber für dieses »Mehr an Lebensqualität« leider keine Mittel. Deshalb möchten wir Menschen, die wissen, wie segensreich und tröstlich Musik ist. Deshalb bitten wir um Ihre Hilfe: Unterstützen Sie uns – mit Ihrer Spende!

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