Vorderansicht des Knabeninstituts


1857

Ausweitung der Bildungsarbeit: Das »Knabeninstitut (KI)« entsteht

Trotz widrigster Umstände, Rückschläge und einer Finanzlage, die immer wieder »Mut zur Armut« fordert, entwickelt sich Wilhelmsdorf weiter. Am 11. April 1857 gründet August Friedrich Oßwald eine weitere Bildungsanstalt: das »Knabeninstitut«, ein Jungeninternat für nicht behinderte Kinder. Damit wird Wilhelmsdorf vollends zum »Schul- und Anstaltsdorf«, das es fast ein Jahrhundert lang ist.
Das »KI«, wie das Knabeninstitut fortan genannt wird, muss zunächst innerhalb der Taubstummenanstalt gemeinsame Räumlichkeiten nutzen. Die Folge ist eine drangvolle Enge. Die ersten Schüler des »Knabeninstituts« kommen aus der französischen Schweiz. Sie werden nach Wilhelmsdorf geschickt, um Deutsch zu lernen. Mit der Zeit spricht sich die neue Internatsschule herum, nun verlagert sich das Einzugsgebiet auf das Rheinland, Westfalen und natürlich Württemberg. Rasch wird das »KI« zu einem bekannten evangelischen Internat. Generationen von Schülern tragen den Ruf und den Namen Wilhelmsdorfs in alle Welt.

Im Jahr 2000 werden die Wilhelmsdorfer Internate geschlossen. Zuvor war bereits die private Oberstufe des »Knabeninstituts (KI)« an die öffentliche Hand übergangen. Damit endet die 1857 begonnene Geschichte des Wilhelmsdorfer »Knabeninstituts (KI)«. Das Gymnasium Wilhelmsdorf wächst in den Folgejahren jedoch stetig weiter.