"Geist der Freiheit und der Tat"

von Günther H. Oettinger, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg
Lieber Herr Züfle und meine Herren Link und Messner, verehrte Kollegen aus dem deutschen Bundestag, dem Landtag von Baden-Württemberg, lieber Kollege Köberle aus der Landesregierung unseres Landes Baden-Württemberg, meine Herren Landräte, Oberbürgermeister und Bürgermeister, lieber Herr Widmaier und lieber Herr Dr. Gerstlauer, verehrte Repräsentanten der Diakonie aus ganz Württemberg und verehrte Vertreter der kommunalen Selbstverwaltung in Orten mit diakonischen Einrichtungen, meine sehr geehrten Damen und Herren.

Mit großem Respekt und mit guten Wünschen bin ich heute hier. Mit guten Wünschen für Sie alle, für ein neues Jahr. Ich wünsche Ihnen allen, ob sie haupt- oder ehrenamtlich tätig sind, in Ihren beruflichen Aufgaben und in Ihrer Familie Gottes Segen, Glück und Erfolg. Und ich wünsche Ihnen, dass Sie auch im Jahr 2006 mit großer Motivation die Aufgaben erfüllen können, die vor Ihnen und uns gemeinsam liegen. Ich wünsche der Gemeinde Wilhelmsdorf im Besonderen und innerhalb der Gemeinde, der Brüdergemeinde und den Anstalten und Einrichtungen für Jung und Alt, dass der Geist von Wilhelmsdorf hier weiter bestehen bleibt und stärker als bisher noch ausstrahlt aufs ganze Land.

Mit großem Respekt bin ich heute hier, denn Ihre Geschichte ist einmalig. Ein kleiner Ort, ein Moor, Sumpf, nicht bewohnbar. Dann kam das Königreich und bald die Erkenntnis, dass man arme Menschen retten muss und dafür neue Instrumente und Einrichtungen notwendig sind. Noch davor hatte es Streit gegeben, ob man den christlichen Glauben in Württemberg täglich leben kann oder nicht besser auswandern sollte.

Württemberg war ein Auswanderungsland. Dafür gab es zwei Gründe. Der eine war die Armut. Unsere Böden waren nicht reichhaltig genug, um davon alle ernähren zu können. In jeder Familie wanderte einer aus. Entlang der Donau, an die Wolga, nach Süd- und Osteuropa, oder gleich nach Amerika. Andere wanderten aus, weil ihnen ihr Land nicht fromm genug war und das christliche Menschenbild nicht mehr genügend im Alltag vor- und nachgelebt wurde. Der König wollte dies verhindern, ließ die Gründung von Korntal zu, das ja in meiner Heimatregion liegt, und hat wenige Jahre später Wilhelmsdorf möglich gemacht.

Zehn Siedler, die hier angekommen sind, beäugt, misstrauisch beobachtet von der Nachbarschaft, haben hier Stein auf Stein aufgebaut und ein Dorf angelegt. Sie haben eine Siedlung mit Gebäuden errichtet – und sie haben kulturelle, ethische und christliche Werte etabliert. Diese Werte existieren bis heute fort. Die Markung ist klein, der Boden auch nicht besser als damals, vielleicht teurer, aber die Bodenqualität gleichermaßen schlecht. Aber der Geist lebt.

Ich will Sie beglückwünschen, lieber Herr Züfle, zu einem hervorragenden Programm, zu drei kompetenten und großen Rednern im November vergangenen Jahres. Dass ich zum Abschluss ebenfalls eingeladen bin, freut mich, ehrt mich und ich wünsche Ihnen von Herzen, dass in den kommenden Jahren und Jahrzehnten der Gemeinde und der Brüdergemeinde mit all ihren diakonischen Einrichtungen, der sich wandelnde, aber eher erweiternde Auftrag, Menschen zu retten, Armen, Kranken, Alten und Jungen zu helfen, ihnen Gemeinschaft und Partnerschaft anzubieten und zu ermöglichen, weiter gelingen mag. Im Vertrauen auf Gott und in der Nachfolge Jesu haben hier Christen für Mitmenschen viel Gutes getan über 175 Jahre hinweg bis in die Gegenwart. Die Einrichtungen sind so stabil und ihr Mut, aber auch ihre Bilanz ist so solide, dass man davon ausgehen kann: Sie werden im ganzen Jahrhundert für ganz Württemberg weiter ein wichtiger Partner in der Erfüllung öffentlicher, humaner Aufgaben sein.

Die Zieglerschen Anstalten: 2.000 Beschäftigte, ein großer Arbeitgeber, und der Sitz ist hier. Behindertenhilfe, Suchtkrankenhilfe, Schule, Bildung und Ausbildung, Kindergarten, Altenpflege, Dienstleistungen um die Menschen und für die Menschen, stationär und ambulant. Ein einzigartiger Ort der Diakonie in Württemberg und darüber hinaus. Sie können stolz auf ihre Geschichte und die Arbeit ihrer Vorfahren, ihrer Mütter und Väter sein. Ich war vor einem starken Jahr schon einmal hier, lieber Herr Dr. Gerstlauer, aber meine Erinnerung reicht weit darüber hinaus zurück. Bereits als 12- und als 14-Jähriger habe ich die Zieglerschen Anstalten im Kinder- und Jugendaustausch in den Ferien besucht. Mein damaliges Gymnasium Korntal, die Stadt Korntal und die Brüdergemeinde waren enge Partner für Wilhelmsdorf und sind es noch immer.

Gottlieb Wilhelm Hoffmann war der Gründer einer Idee, einer Vision, die bis heute ein stabiles Fundament geblieben ist. Der Geist des Pietismus, der in Korntal ebenso wie in Wilhelmsdorf aber auch im Remstal zu spüren ist, ist nach meiner Überzeugung kein Geist der Enge, wie oftmals behauptet wird, sondern ein Geist der Freiheit und der Tat. Ein Geist praktischer, christlicher Nächstenliebe und ein Geist großen Vertrauens an Gott. Ich meine, dass die Pietisten ein wichtiger Teil unserer christlichen Entwicklung, unserer evangelischen Landeskirche und unserer Bürgergemeinschaft in Baden-Württemberg sind. Und deswegen denke ich auch gerne an diese Gründung und die besonderen Wurzeln innerhalb der Landeskirche zurück. Der Leitspruch von Hoffmann lautete: „Wir wachen, beten und bereiten uns als ob der Herr morgen käme, und wir arbeiten, pflanzen und bauen, als ob es noch tausend Jahre so fort ginge“. Dieser Optimismus ist das, was man Ihnen hier in Wilhelmsdorf sofort abnehmen kann. Sie arbeiten in Ihrem Beruf als Berufene und nicht in einem Job und deswegen bin ich sicher, Ihre Aufgabe ist für Sie eine Erfüllung, weil Sie erfolgreich und mit Resonanz, mit Zuneigung, mit Zustimmung, mit guten Taten und mit Dankbarkeit vieler Mitbürger im ganzen Land verbunden ist.

Das 19. Jahrhundert war das Jahrhundert der sozialen Frage, und gerade aus dem Kirchenbereich gab es damals eine Fülle von diakonischen Gründungen. In der katholischen Kirche fand die Entwicklung parallel und gleichermaßen vorbildhaft statt. Beide Konfessionen waren von der tiefen Überzeugung geprägt, dass man inneren Frieden und Stabilität einer sich langsam entwickelnden Bürgergesellschaft, in der die Gemeinde immer mehr auch in Eigenverantwortung lebt, nur dann erreichen kann, wenn jeder eine Chance bekommt. Wenn jede und jeder mitgenommen wird, und wenn die Humanpartnerschaft landesweit und vor Ort erfolgreich besteht. Man wollte Menschen retten: Rettungsanstalten, das war der erste Begriff. Es ging darum, Menschen nicht mit Wohltaten abzuspeisen, sondern sie wirklich aufzunehmen in das gemeinsame Boot. Hilfe war kein Selbstzweck, Hilfe war ein pflichtgemäßer Dienst am Menschen.

Ich will nach vielen Gesprächen mit Menschen in der Sozialarbeit sagen: Diese Frauen und Männer verstehen ihre Aufgabe weiterhin nicht nur als Anstellung nach Tarif, sondern als eine Aufgabe, die sie selbst je nach ihrer Begabung und Befähigung erfüllt. Im Krankenhaus, im Behindertenheim, in der Altenpflege, in der Pflege von Kindern und einsamen Menschen. Und ich baue darauf, dass diese innere Wärme, hier in Baden-Württemberg weiter unser Land auch im Vergleich zu anderen Ländern stärkt. Ich baue darauf, dass die Kirchen und ihre Einrichtungen auch weiter ein fester Partner der Länder, des Landes und der Kommunen sind.

Vergleichen wir einmal Baden-Württemberg mit anderen Bundesländern: Schon innerhalb der deutschen Landkarte fällt auf, dass kaum ein anderes Land so stark christlich verwurzelt ist. Die Mehrzahl der Menschen sind bei uns in Kirchen- und Pfarrgemeinden als Mitglieder aktiv, bekennen sich zum Christentum. Andere Landesregierungen beneiden uns darum, weil eine Partnerschaft, wie sie in Baden-Württemberg besteht, dort gar nicht in dem Maße wahr gemacht werden kann, weil die Zugehörigkeit zu einer Kirche und ihrer Gemeinde nicht von der Mehrheit wahrgenommen wird. Und ich will darauf bauen, dass neben einem starken Staat und intakten Kommunen, die Partnerschaft mit den freien Trägern der Wohlfahrtspflege und namentlich den Kirchen und ihren Einrichtungen auch weiter – und dies bei vertretbaren Kosten und human – die Aufgabe erfüllen hilft, den Bedarf vor Ort auch in Zukunft zu decken.

Dabei ist der Wilhelmsdorfer Geist mustergültig. Wir brauchen mehr von ihm im ganzen Land, was auch der Besuch bei Ihnen und die Zahl der ehrenamtlichen Kräfte ihrer Gemeinde und Anstalten landesweit beweist. Das Verhältnis zwischen den Verbänden der freien Wohlfahrtspflege und dem Land ist geprägt von Vertrauen. Die Kassen sind knapp, die Verhandlungen hart. Mit den Trägern der verschiedenen Sozialsysteme, mit dem Land, den Kommunen einerseits und Ihnen andererseits haben wir immer in fairer Partnerschaft und im Wissen, was der andere leisten kann und was nicht, die Verhandlungen geführt und Ergebnisse erzielt.

Ich sage gerne für die Landespolitik auch in Zukunft unser Interesse daran zu, dass die Kirchen, die freien Träger und ihre Einrichtungen, die Diakonie in Württemberg ein starker Faktor, ein starker Dienstleister, eine Starke Säule in dieser Aufgabenerfüllung sein sollen. 55.000 Plätze in der Altenpflegearbeit, 11.000 Plätze bei den Behinderten, 7.000 in der Jugendhilfe, die Dienste der häuslichen Krankenpflege, die  Hauswirtschaft: Ein unglaubliches Netz, das unsichtbar aber wirksam in Baden-Württemberg wirkt und gedeiht, aber auch benötigt wird. Und machen wir uns nichts vor, die Aufgaben nehmen zu.

Wo sehe ich in den kommenden Jahren Aufgaben, die für uns von Bedeutung sind, Aufgaben, die wachsen und bei denen andererseits die Finanzierung nicht gleichermaßen mithalten kann?

Zunächst die Finanzierung: Vieles wird bei uns durch Steuereinnahmen oder Beiträge finanziert. Stiftungen und Spenden kommen hinzu. Aber die Steuereinnahmen werden nicht steigen, wenn die wirtschaftliche Entwicklung bei zwei Prozent Wirtschaftswachstum stagniert - und mehr wird auf Dauer nicht erreichbar sein. Steuererhöhungen kann man nicht beliebig beschließen, weil die Staatsquote in Deutschland mit 48 Prozent schon auf einem hohen Maß angekommen ist. Und Beiträge? Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse verharrt auf dem bestehenden Niveau. Wir werden erleben, dass in diesem Jahr die Wirtschaft in Deutschland um 1,8 Prozent, in Baden-Württemberg weit über 2 Prozent wachsen wird, aber die Konjunktur, die nach oben zeigt, nimmt den Arbeitsmarkt nicht mit. Der wird abgekoppelt. Die Zahl derer, die arbeiten, bleibt stabil, die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse geht aber zurück. Von eben diesen Arbeitsverhältnissen hängt vieles ab: Für die Rentenversicherungsträger, für die Krankenkassen, für die Pflegeversicherung. In Deutschland sind soziale Systeme zuallererst auf Beiträge der Arbeitnehmer und Arbeitgeber aufgebaut. Wenn die Zahl der Arbeitsstunden sinkt, wenn Verlagerungen und Insolvenzen anhalten, gelingt uns die Finanzierung wichtiger Aufgaben aus dieser Finanzierungssäule nicht mehr. Und deswegen ist Mehrbeschäftigung für diejenigen, die zur Arbeit befähigt sind, denen Arbeit zumutbar ist, ein Schlüssel zum Erfolg, dass soziale Aufgabenerfüllung weiter möglich bleibt.

Aber die Arbeitswelt zeigt das Gegenteil. Die Telekom baut, sozial verträglich, 30.000 Arbeitsplätze in Deutschland, vermutlich 5.000 in Baden-Württemberg ab. Der größte Arbeitgeber im Land, DaimlerChrysler, verringert die Zahl der Beschäftigten in Baden- Württemberg in diesen Wochen um bis zu 7.000. Menschen in meinem Alter, mit 52, bekommen ein Vorruhestandsangebot.

Ich bin ab und zu, meist in Wahlkämpfen, vor Werktoren aktiv. Wenn ich vor den Werktoren in Sindelfingen oder Raststadt oder Stuttgart stehe, bin ich morgens um fünf Uhr und um halb sechs der Älteste.

Wir gewinnen von Generation zu Generation drei Lebensjahre. Mein Jahrgang wird im Durchschnitt sechs Jahre älter als die Großeltern geworden sind. Unser Kind überlebt uns um drei Jahre im Jahrgangsschnitt. Wenn man von Generation zu Generation drei Lebensjahre gewinnt, muss doch die Arbeitswelt in irgendeiner Form eine Konsequenz daraus ziehen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die Große Koalition beschließt die Rente ab 67. Ich halte das grundsätzlich für notwendig, aber da fahren zwei Züge aufeinander, weil die Arbeitswelt das Gegenteil von Rente ab 67 macht. Wer mit 52 in den Vorruhestand geht, kann seinen Lebensunterhalt vielleicht materiell sichern, aber in der Motivation, in dem was Lebensinhalt ist, fehlt ihm mit Sicherheit etwas. Und in der Anerkennung in der Gesellschaft ebenso. Wenn die Rente mit 67 eingeführt wird und wir im Durchschnitt mit 60 im Ruhestand sind, bedeutet das sieben Jahre Rentenabschlag und Altersarmut für den, der nicht erbt.

Deshalb müssen wir unsere Arbeitswelt verändern. Wir müssen die Karriere eines jeden einzelnen verlängern. Wir müssen alle mitnehmen. Wir brauchen mehr Arbeitsjahre und damit Lebens-Arbeitsstunden für jeden. Den Kleinen und den Großen. In der gewerblichen Produktion, in der Dienstleistung und auch im öffentlichen Dienst. Ansonsten werden wir uns wundern, wie hier die Vorgabe des Gesetzgebers und der Rentenversicherung einerseits mit der praktischen Arbeitswelt andererseits nicht vereinbar ist.

Ich glaube, dass Demographie generell für uns eine wichtige Quelle ist, unsere Aufgaben zu erkennen. Die Zahl der Hochbetagten steigt. Mit 60 geht keiner mehr ins Altenheim, wie es die Urgroßeltern vielleicht getan haben. Aber die Zahl der Hochbetagten, die für ein, zwei, drei Jahre pflegebedürftig sind, nimmt deutlich zu. Und deswegen glaube ich, dass die Beziehung zwischen der stationären Einrichtung und dem, was uns allen zumutbar ist an ambulanter, humaner Dienstleistung neu besprochen werden muss. Möglicherweise muss der, der heute 62 ist und in den Ruhestand geht für einige Jahre Pflegepartner sein. Und dafür einen Gutschein bekommen, dass er selbst in 30 Jahren gepflegt wird und dies für beide Generationen bezahlbar bleibt. Wir brauchen die Profis in der Sozialarbeit. Das gilt für das Krankenhaus, das gilt für das Pflegeheim. Aber ein Teil unserer sozialen Arbeit muss neu verteilt werden. Hier wird das Bürgerschaftliche Engagement eine wichtige Rolle spielen.

Ich biete ausdrücklich unser Interesse am Gespräch über die sinnvolle Aufgabenerfüllung und -teilung zwischen den Kommunen, Kreisen und dem Land einerseits und den freien Trägern, den Kirchen und ihren Einrichtungen andererseits an. Ich bin davon überzeugt, dass die Zahl der Christenmenschen, die Zahl der Kirchenmitglieder in unseren Brüder-, Pfarr- und Kirchengemeinden sicher auch vom Gottesdienst abhängt, von der Ausstrahlung des Pfarrers, seiner Überzeugungskraft. Aber sie hängt genauso stark ab von der Frage, was die Kirche mit ihren Einrichtungen, ihren hauptamtlichen Kräften und mit ihrem Ehrenamt während der Woche, Tag und Nacht an sozialen Integrations- und Hilfsaufgaben leisten kann.

Es liegen 175 Jahre hinter Ihnen, aber Sie werden weitere 175 Jahre gebraucht. Ich bin gerne hier als Mitbürger. Weil ich weiß, dass hier Erfahrungen gebündelt sind, dass hier ein Netzwerk aufgebaut ist, das ganz Württemberg durchdringt. Und ich wünsche Ihnen den Rückhalt, Zustimmung, die Finanzierbarkeit; ich wünsche Ihnen als Arbeitgeber die entsprechende Ausstrahlung, dass diese weiteren 175 Jahre ein gleicher Erfolgsweg für Wilhelmsdorf und ihre Einrichtungen und auch für die Brüdergemeinde hier und in Korntal bleiben. Denn was in den vergangenen Jahrzehnten und fast zwei Jahrhunderte lang gut war, bleibt gut, denn die Aufgaben nehmen, bei steigender Bevölkerung, zu.

Baden-Württemberg bleibt ein Wachstumsland, ökonomisch und sozial. Die Zahl unserer Mitbürger steigt jedes Jahr um 35.000 Menschen. Die Zuwanderung führt dazu, dass Baden-Württemberg seit 40 Jahren wächst und weitere 20 Jahre wachsen wird. Das bedeutet, dass wir mehr Arbeitsplätze brauchen, dass die Infrastruktur weiter ausgebaut werden und die Dienstleistung am und für den Menschen sich anpassen muss an das, was durch mehr Menschen, und mehr betagte und hochbetagte Menschen auf uns zukommt. Ihre Aufgabe, unsere Aufgabe ist absehbar. In Zahlen und Fakten absehbar. Ob sie erfüllbar ist hängt von Ihnen, von uns und von allen im Ehrenamt, von uns allen als aktiven Bürgern ab und deswegen ist, glaube ich, ein derartiger Festakt eine Gelegenheit zu appellieren. An Sie, an uns, an mich, an den Landtag, die Regierung und an jeden Bürger mitzuhelfen, dass Baden-Württemberg im Lichte seiner jüngeren Geschichte und gerade auch im Lichte unserer demokratischen sozialstaatlichen Geschichte, diese absehbaren, auf uns zukommenden, wachsenden Aufgaben erfüllen kann. Dann und nur dann bleibt der innere Friede aber auch die Zufriedenheit für uns alle so gewahrt, wie sie in Ihren Einrichtungen seit vielen Jahren besteht.

Herzlichen Dank.