Es ist nie zu spät, den ersten Schritt zu tun

Mit einer Klinik umzuziehen ist etwas Besonderes. Deshalb hat man sich für den Umzug nach Bad Saulgau auch etwas Besonderes ausgedacht: das Projekt »begleiteter Umzug« mit vielen spannenden Aktionen.
■ Im Leben kommt es vor, dass man mehrere Male umziehen muss. Mit einer Klinik wie dem Fachkrankenhaus Höchsten umzuziehen, wenn auch nur in einen 25 Kilometer entfernten Ort, ist etwas Einmaliges. Verantwortliche und Mitarbeitende der Suchthilfen der Zieglerschen wollen, dass diese einmalige Situation für alle etwas Einmaliges ist, an das sie gerne zurückdenken, wenn das Jahr vorbei ist.

Damit’s klappt, haben die Suchthilfen der Zieglerschen das Projekt »Begleiteter Umzug« ins Leben gerufen: Mit Blick auf die Patientinnen, die in diesem Jahr ihre Therapie machen, mit Blick auf die gesamte Mitarbeiterschaft, aber auch für die Orte Deggenhausertal und Bad Saulgau – den einen verlassen die Zieglerschen Ende des Jahres, im neuen kommen sie an.

Durch das ganze Jahr hindurch werden Aktivitäten auf den Umzug, der für Anfang Dezember 2010 geplant ist, ausgerichtet und zusätzlich geplant. So sorgte zum Beispiel Ende des vergangenen Jahres die Aktion »Wegzeichen« für schöne und erlebnisreiche Momente. Elf Patientinnen und die Therapeutin Ulrike Benz gestalteten in der Kunsttherapie »Wegzeichen« aus Holz mit Sinnsprüchen, die sie sich selbst ausgewählt oder selbst formuliert hatten. Acht davon wurden bei einer kleinen Feier auf dem Gelände der zukünftigen Klinik im November aufgestellt – als sichtbares Zeichen auf dem Weg nach Bad Saulgau. Vier Wegzeichen stehen noch im »alten« Höchsten und werden bei weiteren Aktionen im Laufe dieses Jahres an den neuen Ort mitgenommen.

Patientinnen, Mitarbeitende, das Leitungsteam vom Höchsten und der Geschäftsführer der Suchthilfen der Zieglerschen, Christoph Arnegger – alle kamen zur Baustelle. Im zukünftigen Speisesaal stellten die Patientinnen zunächst ihre Wegzeichen vor, bevor sie draußen montiert wurden. »Es ist nie zu spät, den ersten Schritt zu tun«, sagte eine Patientin voller Zuversicht, »ich habe mit der Therapie damit angefangen«. Viele Worte wurden gesagt, die berührten und ermutigten.

Die Wegzeichen, die farblich gestaltet und mit Sätzen wie »Ich möchte mein Leben nicht mehr ohne mich leben« beschriftet sind, sollen Spaziergänger neugierig und auch nachdenklich machen. So wurde der 30. November 2009 zu einem symbolischen Tag, da der Betrieb der neuen Klinik genau in einem Jahr aufgenommen werden soll.