Elterngespr├Ąche, Streitschlichtung, (Jugend-)Hilfe, wo Probleme entstehen

Ambulante Hilfe in Familien, Schulen und Gemeinden wird vom Martinshaus schon lange praktiziert
■ Ambulante Jugendhilfe – das klingt irgendwie eher nach Krankenhaus und weniger nach einem Hilfeangebot, das dort ist, wo Kinder, Jugendliche und Eltern vor Ort Hilfe brauchen. Ambulant bedeutet in der Jugendhilfe unter anderem, dass Mitarbeiter an Schulen oder in Gemeinden vor Ort präsent sind, um Angebote zu machen, Probleme mit den Betroffenen zu lösen oder Lebensbedingungen für Kinder und Jugendliche nachhaltig zu verbessern, so dass keine intensiveren Maßnahmen notwendig werden.

Als das Martinshaus vor Jahren im Landkreis Ravensburg mit dieser Arbeit begann, ahnte kaum jemand, dass sich die Nachfrage derart entwickeln würde. Heute stellt das Martinshaus elf Mitarbeiter in acht verschiedenen Städten und Gemeinden des Landkreises in den Bereichen Schulsozialarbeit und Kinder-, Jugend- und Familienbeauftragte. Die Schulsozialarbeiterstellen an Hauptschulen werden vom Landkreis zu 30 Prozent gefördert.

Die Vor-Ort-Hilfe geschieht nun seit Jahren sehr erfolgreich und ist an den jeweiligen Schulen und den Kommunen ein fester Bestandteil. Konkret sieht die Hilfe so aus:

  • Gespräche bei Problemen einzelner Schüler in Klassen
  • Elterngespräche, um diese in ihrer Erziehungsarbeit zu beraten und zu stärken
  • Konfliktvermittlung zwischen Schülern und Lehrkräften
  • Einzelfallhilfe, auch über einen längeren Zeitraum, wenn die Probleme nicht mit wenigen Gesprächen gelöst werden können
  • Ausbildung von Streit-Schlichtern
  • Unterstützung der Schulen bei der konzeptionellen Weiterentwicklung, insbesondere im Ganztagesbereich
  • Gespräche mit dem Jugendamt
  • zahlreiche Projekte (Gewalt- oder Suchtprävention, Mädchenarbeit, „jung und alt“-Projekt etc.)
  • Schülercafés, in denen Schüler zwanglos Kontakt suchen und ihre Sorgen und Nöte loswerden können
  • Erstellung eines Familienberichtes in einer Stadt

Es sind nicht nur die zahlreichen Projekte, mit denen wir die Lebensbedingungen an den Schulen und in den Kommunen nachhaltig verbessern. Es ist die Präsenz von kompetenten Ansprechpartnern und eine Unterstützung vor Ort. Die Schulleitungen und die Lehrkräfte schätzen diese Unterstützung. Gerade in Zeiten, in denen die Hauptschulen um ihre Legitimation kämpfen müssen oder neue Schulmodelle entstehen, bringen sich die Schulsozialarbeiter als integrativ arbeitende Fachkräfte intensiv ein – eine Arbeit von unschätzbarem Wert, die auch in Zukunft intensiv gebraucht wird.

Von Christian Glage