"Die Ein-Euro-Jobs kommen gut an"

Rund 17.000 Ein-Euro-Jobs gibt es derzeit in Baden-Württemberg. Wichtig und notwendig sind sie "vor allem für Menschen, die die Langzeitarbeitslosigkeit aus dem sozialen Netz geworfen hat"
■ Etwa 17.000 Ein-Euro-Jobber sind derzeit in Baden-Württemberg beschäftigt. „Die Jobs kommen mehrheitlich gut an bei den Leuten“, sagt Achim Winkel, Leiter des Pressebüros der Agentur für Arbeit in der Regionaldirektion Baden-Württemberg im Gespräch mit visAvie. Vor zweieinhalb Jahren, als die Möglichkeit eingeführt wurde, habe es nur „ein paar hundert Stellen“ gegeben: „Das hat sich rasch ausgeweitet und ist jetzt stabilisiert“.

Die Ein-Euro-Jobs seien speziell für eine Gruppe von Menschen geschaffen worden, die „vor allem die Langzeitarbeitslosigkeit aus dem sozialen Netz geworfen hat“. Insofern seien die Jobs nicht ausschließlich dazu da, in den ersten Arbeitsmarkt zurückzuvermitteln: „sie sind auch eine psychosoziale Maßnahme für Menschen, denen es egal ist, ob Montag oder Dienstag ist, die keinen Sinn darin sehen, morgens aufzustehen“. Winkel räumt ein, dass die Agentur für Arbeit keine Daten hat, wie viele Ein-Euro-Jobber in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt wurden. „Aber der Sinn der Maßnahme ist ja auch, möglichst viele Menschen durchzuschleusen, möglichst viele derjenigen, die keine Ordnung mehr in ihr Leben bringen können, wenigstens für einige Zeit in den Genuss dieser geregelten Arbeit kommen zu lassen.“

Auch wenn keine statistischen Daten vorliegen: Immer wieder erfährt die Agentur für Arbeit, dass die Ein-Euro-Jobs positiv aufgenommen werden, dass es immer mal wieder, wenn auch nicht oft, eine Art „Klebeeffekt“ gibt: „Da trifft ein Arbeitgeber auf einen Ein-Euro-Jobber. Diese Menschen wären sonst vielleicht nie zusammengekommen. Der Arbeitgeber lässt sich überzeugen, übernimmt den Ein-Euro-Jobber und schafft für ihn eine feste Stelle.“ Baden-Württemberg allerdings sei „bei Hartz IV ja noch gesegnet“, sagt Winkel. „In anderen Bundesländern sei die Situation viel dramatischer: „Selbst wenn dort Tausende zusätzlicher Ein-Euro-Jobs geschaffen würden, würde es immer noch nicht reichen“.

Von Christof Schrade