»Mobbing oder Stress? Wir sind für euch da!«

Nun sind sie auch im Landkreis Biberach zu finden: die Schulsozialarbeiter/innen der Zieglerschen Jugendhilfe. Ob Stress mit Freunden, in der Familie oder Mobbing in der Klasse - sie suchen nach Lösungen.
Jetzt bietet die Jugendhilfe der Zieglerschen Schulsozialarbeit auch im Landkreis Biberach an. Seit März 2010 betreuen die Schulsozialarbeiterinnen Samara Brödenfeld, 25, und Karin Kobsa, 27, in Ochsenhausen acht Schulen mit 2.500 Schülern, von Förderschule bis Gymnasium, verteilt durch die ganze Stadt. Gemeinsam haben sie neues Land auf den Schulhöfen in Ochsenhausen betreten.

»Ich bin für euch da, um euch zu unterstützen, wenn es schwierig wird.« Samara Brödenfeld erzählt, wie sie die Schüler des Gymnasiums und der Realschule begrüßt hatte, als sie ihre Tätigkeit im März begann. Dass Unterstützung gefragt sei, habe sich schon bald gezeigt: »Ein Junge, der gemobbt wurde, hat einen Beschützerkreis in der Schule gefunden. Da kamen die Schüler als ganze Gruppe auf mich zu.« Ob Stress mit Freunden, in der Familie oder Konflikten  in der Klasse – die Schulsozialarbeiterin will vor allem am Positiven ansetzen: »Wir suchen nicht nach Schuldigen, das bringt nicht weiter, wir suchen nach Lösungen.«

Kollegin Karin Kobsa hat ihre Arbeit im April aufgenommen und freut sich auf einen vielfältigen Arbeitsbereich in der Rottumtalschule und den Grund- und Hauptschulen: »Einzelfallhilfe für Schüler, Lehrer und Eltern, Projektarbeit in Klassen, Mobbingprävention oder die Situation um den Zentralen Omnibusbahnnhof in Ochsenhausen verbessern«, zählt  sie als Beispiele auf, »und ein weiterer Schwerpunkt wird die Netzwerkarbeit vor Ort sein, wie etwa die Zusammenarbeit mit Jugendamt und Polizei.«

Andreas Kübler, der den Bereich Gemeinwesenarbeit der Jugendhilfe der Zieglerschen im Landkreis Biberach leitet, findet Schulsozialarbeit für Schüler und Lehrer gleichermaßen wichtig: »Wenn Kinder stören oder auffällig werden, gibt es immer einen Grund dafür. Solche Verhaltensweisen lassen sich immer nachvollziehen und es lässt sich stets etwas finden, was dieses Verhalten begründet.« Dies versteht er als Aufforderung an alle, sich den vorhandenen Problemen zu stellen und an der Lösungsfindung dranzubleiben.

Kontakte zu knüpfen, hier in Ochsenhausen, sei bislang leicht gewesen: »Wir sind von allen Seiten, ob Schulleitung, Eltern oder Schüler mit offenen Armen empfangen worden«, sagt Karin Kobsa, die sich zum besseren Kennenlernen der Schüler mittags im Förderbereich mit an den Esstisch setzt oder Schüler bei deren Praktikum im Betrieb besucht. Und Samara Brödenfeld, die von sich sagt, dass sie »voll Lust auf Schulsozialarbeit« habe, schätzt die vielen offenen Lehrer, die zur Zusammenarbeit bereit sind.

Auf Initiative der Elternbeiräte wurden die beiden Schulsozialarbeiter-Stellen durch die Stadt Ochsenhausen neu geschaffen, der Landkreis Biberach finanziert die beiden 50-Prozent-Arbeitsplätze zu einem Drittel mit. Die Jugendhilfe der Zieglerschen kann als Träger der Stellen auf eine langjährige Erfahrung mit derzeit elf  Schulsozialarbeitern im Landkreis Ravensburg zurückgreifen. Als sehr positiv hat Andreas Kübler die ausgeweitete Schulsozialarbeit auf den Landkreis Biberach bisher erlebt: »Die Zusammenarbeit mit Schulen und Ämtern ist außergewöhnlich gut und musterhaft. Hier war der Boden sehr gut vorbereitet.«

KS