Neue Zeiten im Seniorenzentrum Wilhelmsdorf

Nach dem Ende der Umbauarbeiten wird der Alltag im Seniorenzentrum ganz neu strukturiert/ Mehr Individualität und Alltagsbezug als Konzept/ Zufriedenheit bei Bewohnern, Angehörigen und Mitarbeitern
■ Im Seniorenzentrum in Wilhelmsdorf brechen neue Zeiten an! Der im Frühsommer begonnene Umbau des Hauses ist jetzt beendet und damit, so Hausleiter Richard Hartl, hat sich „die Wohnsituation unserer Bewohnerinnen und Bewohner entscheidend verbessert.“ Durch die neuen baulichen Voraussetzungen konnten zwei Wohngruppen mit je einem Wohn- und Esszimmer gegründet werden, was das Alltagsleben im Haus nachhaltig verändert. Zum besseren, versteht sich.

Endlich Raum für moderne Konzepte: Das Seniorenzentrum Wilhelmsdorf bietet Platz für insgesamt 27 Bewohner auf drei Etagen. Bisher gab es im Erdgeschoss einen gemeinsamen Wohn- und Essbereich. Mitarbeiter, Bewohner und Angehörige empfanden diese Situation jedoch zunehmend als verbesserungswürdig. Hausleiter Richard Hartl beschreibt es so: „Obwohl unser Pflegeheim erst im Jahr 2000 eröffnet wurde, war die Zeit gekommen, dass wir uns Gedanken über ein neues Wohn- und Betreuungskonzept machen mussten. Die Entscheidung, das Wohngruppenkonzept einzuführen, führte zwangsläufig auch zu Maßnahmen im baulichen Bereich.“ Im Erdgeschoss und im 2. Obergeschoss sind nun zwei Wohnbereiche entstanden, die jeweils Raum für bis zu 14 Personen bieten.

Keine festen Weckzeiten – mehr Individualität: Wohnlichkeit und Geborgenheit sind die Begriffe, die für den Geist des viel zitierten „Wohngruppenkonzepts“ im Seniorenzentrum Wilhelmsdorf stehen – getreu dem Motto des Hauses „Leben, wo man sich wohlfühlt“. Die wohnliche Einrichtung der Wohnbereiche und die alltagsnahe Betreuung der Bewohner orientiert sich an den Bedürfnissen der Einzelnen. So gibt es keine festen Weck- oder Ruhezeiten. Die Bewohner entscheiden selbst, in welcher Form sie von der Pflegefachkraft oder durch die Alltagsbegleiter versorgt werden wollen. In der Regel werden gewohnte Rituale durch die Mitarbeiter im Seniorenzentrum unterstützt.

Beteiligung der Bewohner an alltäglichen Dingen: Diese Rituale vermitteln ein hohes Maß an Normalität, denn in der Regel bestimmen ganz gewöhnliche Haushaltsabläufe den Alltag: Frühstück, Abendessen und Zwischenmahlzeiten. Sie werden jetzt direkt in den neuen Wohnbereichsküchen zubereitet. Dabei ist die aktive Teilnahme der Bewohnerinnen und Bewohner als Teil der Tagesstruktur konzeptionell gewünscht. Die Bewohner kochen und schnibbeln also einfach mit – wenn sie möchten und wenn es noch geht. Die kleineren Wohngruppen bieten darüber hinaus gegenüber dem bisherigen Pflegemodell eine bessere Überschaubarkeit und geben mehr Orientierung. „Ich hätte nicht gedacht, dass die Umsetzung des Wohngruppenkonzeptes von den Bewohnern so positiv aufgenommen wird“, berichten Angehörige. „Meine Mutter hilft jetzt beim Eindecken der Tische und das bereitet ihr viel Freude.“

Dem können sich auch Hausleiter Richard Hartl und sein Team nur anschließen, denn auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die das Wohngruppenkonzept maßgeblich mit erarbeitet haben, sind jetzt viel zufriedener. „So habe ich mir die Arbeit mit Senioren immer vorgestellt“, sagt einer. „Meine Arbeit im Seniorenzentrum Wilhelmsdorf bereitet mir Freude.“ Am 14. September 2008 feierte das Seniorenzentrum in Wilhelmsdorf dann gleich zwei Feste: das 10-jährige Bestehen der Seniorenwohnanlage und die praktische Umsetzung des Wohngruppenkonzeptes im Pflegeheim der Zieglerschen Anstalten. Die Bevölkerung war herzlich eingeladen!

Von Birgit Krebs und Richard Hartl