Vom Mitgestalter zum neuen Geschäftsführer

Der langjährige stellvertretende Schulleiter Ernst Melzer (54) ist seit Oktober neuer fachlicher Geschäftsführer der Gotthilf-Vöhringer-Schule. Er löst Dr. Rainer Borel ab, der in den Ruhestand geht.
■ Zu behaupten, Ernst Melzer kenne die Gotthilf-Vöhringer-Schule wie kein Zweiter, ist sicher nicht anmaßend: vor 25 Jahren fing das Multitalent, das Abschlüsse in Sozialpädagogik, Pädagogik und als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut vorweisen kann, als Dozent für Pädagogik und Psychologie an. Der Absolvent der Katholischen Universität Eichstätt hatte bereits in der Herzogsägmühle, einer der größten diakonischen Einrichtungen Bayerns, in der Jugendhilfe gearbeitet und in Leutkirch Erzieher ausgebildet. Da hörte er vom Beruf des Arbeitserziehers, der an der Gotthilf- Vöhringer-Schule angeboten wurde und wird. »Arbeit als pädagogischer Auftrag – das hat mich fasziniert«, so Melzer. Seit dem Jahr 2000 ist Ernst Melzer Schulleiter aller neun Schultypen an der Gotthilf-Vöhringer-Schule. Er hat das »bundesweit einzigartige Wachstum« der Gotthilf-Vöhringer-Schule etwa seit der Jahrtausendwende nicht nur miterlebt sondern aktiv mitgestaltet. Jahrzehntelang war die »GVS«, wie sie kurz genannt wird, bekannt für ihre Ausbildungen zum Heilerziehungspfleger und zum Arbeitserzieher.

Die gibt es immer noch, doch ab 1998 kamen innerhalb weniger Jahre gleich sieben weitere Ausbildungsgänge hinzu und die GVS wuchs mit der Schule in Mariaberg zusammen. Das Tempo der Expansion sei am Kollegium nicht spurlos vorübergegangen, so Melzer »und jetzt warten alle auf eine Phase der Konsolidierung. Die muss nun auch kommen. Doch das Tempo der rasanten Entwicklung in den letzten 10 Jahren war notwendig, da die Zahl der Konkurrenten auf dem Bildungsmarkt sich verdreifacht hat«.

Derzeit gingen aufgrund der geburtenschwachen Jahrgänge die Schülerzahlen überall zurück. Das »Schulsterben«, so Melzer, werde bald beginnen. Es würden nur die Schulen überleben, die »Alleinstellungsmerkmale bieten«. Die GVS, ist Melzer überzeugt, wird zu den Überlebenden gehören: »Wir haben eine herausragende Mannschaft, ein ausgezeichnetes diakonisches Profil und viel Innovationsgeist im Kollegium. In Sachen Qualität und Begleitung der Schüler ist die Schule hervorragend aufgestellt«.

Von Christof Schrade