Hier kommt zusammen, was zusammengehört

Die Ev. Bonhoeffergemeinde Biberach und die Zieglerschen gestalten gemeinsam das »neue Bonhoefferhaus«: Kirche und Diakonie, Pfarramt und ein Zuhause für Menschen mit Behinderungen unter einem Dach.
Eine ganz neue Form der Kooperation zwischen einer Kirchengemeinde und einem diakonischen Unternehmen haben die Zieglerschen und die Ev.  Bonhoeffergemeinde in Biberach vereinbart. Auf dem Gelände der heutigen Bonhoefferkirche im Stadtteil Mittelberg entsteht das »neue Bonhoefferhaus«. Neu daran ist, dass das Bonhoefferhaus künftig ein Gemeindehaus mit Gottesdienst-, Gemeinderäumen und Pfarramt wie auch einen Wohnbereich für Menschen mit Behinderungen und eine Diakonie-Sozialstation beherbergen wird. Betrieben werden die Angebote von der Behindertenhilfe und der Altenhilfe der Zieglerschen.

Die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Biberach hatte Ende 2009 nach Wegen gesucht, die Zahl der Kirchenimmobilien zu reduzieren. Daher habe man, so Dekan Hellger Koepff, auch für die Bonhoefferkirche nach Alternativen gesucht. »Die Kosten müssen langfristig reduziert werden«. Koepff freut sich, dass man mit den Zieglerschen einen Partner gefunden habe, »der uns nicht einfach nur eine Immobilie ›abnimmt‹, sondern mit dem wir zugleich ein innovatives neues Konzept entwickeln können.«

Und so sieht das Konzept konkret aus: Das neue »Bonhoefferhaus « soll nicht nur ein Gemeindehaus bleiben, sondern gleichzeitig Menschen mit Behinderungen und einer Diakonie- Sozialstation ein Zuhause bieten. Geplant sind ein stationärer Wohnbereich für 15 Menschen mit Behinderung sowie ambulant betreute Wohnungen für bis zu zehn Personen mit Assistenzbedarf. Hinzu kommen ein Förder- und Betreuungsangebot und ein Seniorenbereich für Menschen mit geistiger Behinderung. Betrieben werden diese Angebote von der Behindertenhilfe der Zieglerschen. Darüber hinaus wird die Diakonie-Sozialstation Biberach, ein ambulanter Pflegedienst in Trägerschaft der Zieglerschen, Räume im neuen »Bonhoefferhaus« beziehen.

»Das Gemeindeleben der Bonhoeffergemeinde kann weitergehen «, freut sich auch Ulrike Werthmann, Vorsitzende des Gesamtkirchengemeinderates der Evangelischen Kirche in Biberach »aber es wird sich verändern«, »Die Menschen mit Behinderung«, so ist sie sich mit Prof. Dr. Harald Rau, Vorstand der Zieglerschen, einig, »werden künftig ganz selbstverständlich zur Bonhoefferkirchengemeinde dazugehören«. Prof. Rau: »Im neuen Bonhoefferhaus wird Inklusion lebendig gestaltet werden können.« Auch Dekan Koepff ist sich sicher: „Diese Kooperation wird Strahlkraft entfalten nicht nur in den Stadtteil Mittelberg, sondern in die Gesamtkirchengemeinde hinein.«

Doch bevor das »neue Bonhoefferhaus« in Betrieb genommen werden kann, wird noch einige Zeit vergehen. Die Partner hoffen auf einen Baubeginn Ende 2012, Anfang 2013. »Diese Zeit wollen wir intensiv nutzen, um das Projekt auch inhaltlich gut vorzubereiten und die Gemeindeglieder mitzunehmen«, beschreibt Pfarrer Edzard Albers die kommenden Aufgaben. »Wir wollen die Chance nutzen, eine diakonische Kirchengemeinde zu werden.«

Von Sarah Kanzen / Hellger Köpff