Elf Fragen an... Ruth Zell-Gregorius

Ruth Zell-Gregorius (60) ist Schulleiterin der Sprachheilschule Biberach
1. Wie sind Sie zu den Zieglerschen gekommen?

Nachdem ich in der Presse erfahren hatte, dass das Hör-Sprachzentrum eine Sprachheilschule in Biberach errichten würde, bewarb ich mich um eine Stelle dort. Seit 2004 bin ich als Schulleiterin tätig.

2. Wenn Sie Kinder oder auch keine haben: Was wünschen Sie jungen Leuten von heute für ihre Zukunft?

Mir erscheint wichtig, dass sich junge Menschen als geschichtliche und soziale Wesen begreifen lernen. Im Prinzip haben sie heute mehr Möglichkeiten als noch vor 100 Jahren, entsprechend ihren Fähigkeiten einen Beruf zu ergreifen, der ihnen Freude und Anerkennung verschafft. Grundsätzlich wünsche ich ihnen, vor Krieg und zerstörerischen Einflüssen bewahrt zu bleiben, für ihr privates Leben harmonische Beziehungen.

3. Wie stellen Sie sich Ihr Alter vor?

Es gibt viele Möglichkeiten, sein Alter sinnvoll zu gestalten. Das einseitige Bild vom alten Menschen ist längst überholt. So kann man auch, soweit es die Gesundheit zulässt, im Alter noch zahlreiche Reisen unternehmen oder zum Beispiel eine neue Sprache erlernen. Was mich betrifft, so habe ich angefangen, mich mit den verschiedenen Wohnformen im Alter zu befassen. Interessant finde ich das generationenübergreifende Wohnen, bei dem man sozial eingebunden ist und sich im Rahmen der Hausgemeinschaft mit seinen spezifischen Fähigkeiten und Kenntnissen einbringen kann.

4. Welches Buch lesen Sie gerade?

Momentan lese ich Elisabeth Kabateks im Schwäbischen angesiedelten Roman »Laugenweckle zum Frühstück«. Unsere Sekretärin hat mir dieses quirlige Buch ausgeliehen.

5. Welche Lebenserfahrung möchten Sie nicht missen?

Grundsätzlich glaube ich, dass alle Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens machen, uns zu dem werden lassen, was wir heute sind, auch die weniger erfreulichen. Die bewegendsten und nachhaltigsten Lebenserfahrungen waren die Geburten meiner Kinder.

6. Mit welchen Menschen der Geschichte oder der Gegenwart möchten Sie einmal ein Gespräch führen?

Ich bewundere viele historische Persönlichkeiten. Da ich heute lebe, würde ich wohl am liebsten mit einer Person der Gegenwart ein Gespräch führen, und zwar mit Bill Gates, dessen revolutionär-erfinderisches und unternehmerisches Geschick ich sehr bewundere. Vor allem aber schätze ich sein herausragendes soziales Engagement.

7. Welche Bedeutung hat für Sie der Glaube?

Als Grundlage des Lebens hat er für mich vor allem praktische Bedeutung.

8. Wie sieht Ihr Traumurlaub aus?

Auf meinen bisherigen Reisen war ich meist zu Fuß unterwegs. Mein Traumland ist in diesem Sommer Polen, das ich dann aber per Fahrrad erkunde.

9. Sie gewinnen eine Million im Lotto. Was machen Sie mit dem Geld?

Laut Wahrscheinlichkeitsrechnung werde ich zwar nie ein Lottomillionär sein, aber wenn mich dieses Schicksal ereilte, so würde ich die Hälfte des Geldes für einen karitativen Zweck spenden, für die andere Hälfte kämen mir noch gute Ideen.

10. Was ist Glück für Sie?

Mit einem inneren Zufriedenheitsgefühl auf dieser Welt zu sein.

11. Ihre größte Tugend?

Ich sage mir »Bescheidenheit ist eine Zier«!

aufgezeichnet von Jens Walther