

Elf Fragen an... Gloria Schneider-Reile
Gloria Schneider-Reile, Dozentin für Neurologie an der Schule für Physiotherapie der Gotthilf-Vöhringer-Schule
1. Wie sind Sie zu den Zieglerschen Anstalten gekommen?
Durch eine Stellenanzeige im Südkurier.
2. Wenn Sie Kinder oder auch keine haben: Was wünschen Sie jungen Leuten von heute für ihre Zukunft?
Ich habe drei Töchter (23, 21, 20 Jahre) und einen Enkelsohn (10 Monate). Ihnen wünsche ich: Dass sie immer in Friedenszeiten leben können. Da ich mit meiner Familie von 1994 bis 2000 jedes Jahr ein bis zwei Mal nach Kroatien und Bosnien gereist bin, konnten wir dort hautnah erleben, wie zerstörend Krieg auf Menschen, besonders auf junge, wirken kann. Dass sie mit den immer härter werdenden Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt zu Recht kommen. Dass sie nie in einem totalitären Staat leben zu müssen, in dem freie Meinungsäußerung und frei gelebter Glaube nicht möglich sind. Und zuletzt die Kraft, trotz Alltagsbelastung mit ihrem Körper so umzugehen, dass er lange gesund bleibt.
3. Wie stellen Sie sich Ihr Alter vor?
Auf alle Fälle aktiv!! Viel Zeit zum Wandern, für Sport, aber auch zum Malen und Lesen, für die Familie, für Kinder, Enkel, Schwestern und Mutter. Und ich will viel Zeit an meinen Lieblingsseen, dem Chiemsee und dem Bodensee, verbringen.
4. Welches Buch lesen Sie gerade?
„Die vierzehn Schwestern des Emilio Montez O’ Brien“ von Oscar Hijuelos.
5. Welche Lebenserfahrung möchten Sie nicht missen?
Kinder bekommen zu haben und mit ihnen zu leben und ein Kriegsgebiet bereist zu haben und den Menschen dort zu helfen.
6. Mit welchen Menschen der Geschichte oder der Gegenwart möchten Sie einmal ein Gespräch führen?
Aliénor d’Aquitaine, Helmut Schmidt, Hans und Sophie Scholl.
7. Welche Bedeutung hat für Sie der Glaube?
Sicherheit und Orientierung für mein Leben; mich beschützt fühlen; in einer Gemeinschaft aufgehoben zu sein.
8. Wie sieht Ihr Traumurlaub aus?
Den gibt’s nicht, weil ich mich in Urlauben immer langweile … sie aber auf der anderen Seite dringend brauche (Dauerstress). Ich muss auf alle Fälle was machen können – vielleicht ein Urlaub in den Bergen mit Wanderungen oder ein Städtetrip mit vielen Besichtigungen … Ich weiß auch nicht – Urlaub ist ein schwieriges Thema.
9. Sie gewinnen eine Million im Lotto. Was machen Sie mit dem Geld?
Ich ändere nichts an meinem Leben!! Ich renoviere mein Haus und lege einen Teil des Geldes für die Ausbildungen meiner Kinder und meines Enkels an und von dem Rest starte ich ein Projekt: Hilfe für Kinder in Kriegsgebieten.
10. Was ist Glück für Sie?
Meine Kinder um mich zu haben, meinem Enkel beim Krabbeln zuzuschauen und morgens im Sommer mit einer Tasse Milchkaffe auf der Terrasse zu sitzen.
11. Ihre größte Tugend?
Ist auch meine größte Schwäche: mein Ehrgeiz!
Aufgezeichnet von Elke Schübert