Elf Fragen an...

Dr. Christoph Miller (69), Apotheker, Vorsitzender des Freundeskreises Henriettenstift.
1. Welche Verbindung haben Sie zu den Zieglerschen?
Schon als Kind hatte ich Berührung mit dem Henriettenstift, da es direkt neben meinem Elternhaus lag. Meine Großmutter verbrachte ihre letzten Jahre in diesem Seniorenzentrum und eine Großtante vertrat die Heimleitung in Urlaubszeiten. Später hatten wir als Lieferapotheke ständige Berührung mit dem Haus. Hieraus erwuchs das Engagement für den Freundeskreis.

2. Wenn Sie Kinder oder auch keine haben: Was wünschen Sie jungen Leuten von heute für ihre Zukunft?
Für meine Kinder und Enkel hoffe ich, dass sie ebenso wie ich die Gnade haben, ohne Kriege in einer lebendigen, offenen Gesellschaft leben zu können. In einer Gesellschaft, in der Meinungsfreiheit, Persönlichkeitsrechte und Sicherheit weiterhin Geltung haben.

3. Wie stellen Sie sich Ihr Alter vor?
Ich gehe jetzt auf die siebzig zu und habe mir deshalb fest vorgenommen, mein Engagement auf zwei Gebiete zu begrenzen: zum einen auf das Amt als Stadtrat und zum anderen auf den Freundeskreis Henriettenstift.

4. Welches Buch lesen Sie gerade?
Meistens lese ich zwei oder drei Bücher nebeneinander, zurzeit »Wer den Wind sät« von Michael Lüders, das die westliche Politik im Orient beleuchtet. Auch lese ich gerne Krimis, Romane und natürlich die Tagespresse sowie diverse Magazine.

5. Welche Lebenserfahrung möchten Sie nicht missen?
Ich bin mit meinem Leben im Großen und Ganzen zufrieden. Es verlief einigermaßen »rund«. Besonders wichtig war für mich die Erfahrung, zehn Jahre weg von zu Hause zu sein, auf eigenen Beinen zu stehen und mein Leben ohne den Einfluss der Eltern zu gestalten.

6. Mit welchen Menschen der Geschichte oder der Gegenwart möchten Sie einmal ein Gespräch führen?
Mit Richard von Weizsäcker. Er war in meinen Augen ein sehr kluger und bürgernaher Politiker.

7. Welche Bedeutung hat für Sie der Glaube?
Für mich ist soziales Engagement wichtig. Es ist der Kitt unserer Gesellschaft und als solches unverzichtbar. Persönlich bereichert es mein Leben und macht Spaß.

8. Wie sieht Ihr Traumurlaub aus?
Ein Traum war seither ein Urlaub auf Mauritius. Nachdem ich jedoch vor kurzem mit jemanden gesprochen habe, der gerade von dort zurückkam, hat sich das relativiert. Er beschrieb Mauritius als eine grüne Insel mit wenig Sehenswertem. So komme ich auf meine alte Liebe Frankreich zurück. Eine Fahrt entlang der Loire zum Atlantik und von dort südwärts bis Bordeaux könnte ich mir gut vorstellen.

9. Sie gewinnen eine Million im Lotto. Was machen Sie?
Zunächst Ruhe bewahren, sodann als Schwabe eine Reserve anlegen und besonders auch meine Frau, Kinder und Enkel bedenken. Des Weiteren würde ich einen Teil für aktuelle Projekte im Umfeld spenden.

10. Was ist Glück für Sie?
Glück ist für mich, wenn ich mit mir selbst im Reinen bin und gesund bleibe. Aber auch, wenn ich mit meiner Familie und meinem direkten Umfeld ein zufriedenes Leben führen kann.

11. Ihre größte Tugend?
Meine größte Tugend ist es, Dinge ruhig und analytisch anzugehen, ausgleichend Einfluss zu nehmen und zuhören zu können.

Die Fragestellerin war Jacqueline de Riese.