Von der öffentlichen Wohlfahrt zu einem freien Träger

Sven Lange, bisher stellvertretender Sozialreferent des Landkreises Sigmaringen, wechselt zu den Zieglerschen Anstalten und wird neuer fachlicher Geschäftsführer der Behindertenhilfe.
■ Sven Lange, 35, ist bei einer Feierstunde im Oktober in sein neues Amt als Fachlicher Geschäftsführer der Behindertenhilfe der Zieglerschen Anstalten eingeführt worden. Lange, bisher Leiter des Fachbereichs Jugend und Soziales im Landratsamt Sigmaringen und stellvertretender Sozialdezernent des Landkreises Sigmaringen, steht damit gemeinsam mit dem kaufmännisch Verantwortlichen Willi Hiesinger an der Spitze der zweitgrößten Tochtergesellschaft der Zieglerschen Anstalten. Sven Lange folgt auf Ursula Belli, die zum neuen Schuljahr als Fachliche Geschäftsführerin ans Hör-Sprachzentrum wechselte.

Gemeinsam mit seinem Geschäftsführer-Kollegen Willi Hiesinger ist Sven Lange künftig verantwortlich für etwa 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und mehr als 500 Menschen mit geistiger Behinderung, die die Dienste der Behindertenhilfe in Anspruch nehmen.

Für den Vorstandsvorsitzenden der Zieglerschen Anstalten, Hans-Peter Züfle, war die Einführung Langes willkommene Gelegenheit, um einen der Grundpfeiler der Unternehmenspolitik zu benennen: die vertrauensvolle und produktive Zusammenarbeit von öffentlicher und freier Wohlfahrtspflege in der Region zugunsten der Menschen mit Behinderung. Mit dieser jahrzehntelang guten Zusammenarbeit habe man für die Menschen viel erreicht. Sven Lange stehe für eine glaubwürdige diakonische Beziehungsarbeit in der Behindertenhilfe, er sei motiviert und „diakonisch profiliert“. Züfle schilderte ihn als den Fachmann, der in der Lage sei, individuell passgenaue aber auch überregional bedeutsame Angebote der Behindertenhilfe der Zieglerschen Anstalten weiterzuentwickeln.

Langes bisheriger Chef, Sozialdezernent Franz-Josef Schnell hob die gute, siebenjährige Zusammenarbeit hervor. Sven Lange sei „belastbar und innovativ“. Seine Aufgabe werde durch den Wechsel von der öffentlichen Wohlfahrt zu einem freien Träger nicht einfacher, denn der auch in Zukunft zunehmenden Zahl von Menschen mit Behinderung stünden weiterhin die engen Finanzrahmen der öffentlichen Hand gegenüber. Dass Langes bisherige Arbeit im Landkreis Sigmaringen sehr geschätzt wird, betonte nicht nur Sozialdezernent Schnell. Auch die Anwesenheit zahlreicher Bürgermeister und Oberbürgermeister aus dem Kreis Sigmaringen und aus angrenzenden Landkreisen zeigte, dass Lange sich bereits mit 35 Jahren in der öffentlichen Wohlfahrtspflege der Region einen Namen gemacht hat.

Auf die Zusammenarbeit mit Sven Lange freute sich auch Josef Fuchs, Bürgermeisterstellvertreter aus Wilhelmsdorf. Fuchs strich heraus, dass Menschen mit Behinderung in Wilhelmsdorf „voll integriert“ seien und dass es keine Berührungsängste zwischen Behinderten und Nichtbehinderten gebe. „Das soll im Dorf so bleiben“, wünschte er sich von dem neuen Amtsinhaber.

Sven Lange selbst, seit knapp einem Monat im Dienst der Zieglerschen Anstalten, konnte bereits feststellen, dass an seinem neuen Arbeitsort nicht nur „Diakonie draufsteht, sondern auch drin ist“. Er wolle dafür sorgen, dass der „Wissenstransfer“ zwischen den Einrichtungen, der Politik und den Kostenträgern zugunsten der Menschen mit Behinderungen noch intensiver werde.

Von Christof Schrade