Die Zieglerschen als Wirtschaftsfaktor

Die Zieglerschen veröffentlichen ihren Jahresbericht 2011, blicken auf ein ereignisreiches Jahr zurück und zeigen, dass sie an ihren Standorten auch ökonomisch mehr Gewinn sind als Belastung.
■ Was bringt ein gutgehendes mittelständisches Unternehmen mit 3.000 Arbeitsplätzen dem Landkreis, in dem es seinen Stammsitz hat? Scheinbar eine einfache Frage: Gewerbesteuer, Arbeitsplätze, Wohlstand. Ist doch klar. Wenn das aber ein Sozialunternehmen ist wie die Zieglerschen? Die Gewerbesteuer fällt weg. Aber sonst? Noch immer ist die politische Diskussion darüber nicht beendet. Große Sozialunternehmen kosten den Stammlandkreis ungeheuer viel Geld, weil sie  hilfsbedürftige von überall anziehen, so wird immer wieder suggeriert. Da kommt der druckfrische Jahresbericht 2011 der Zieglerschen gerade recht. Denn da wird vorgerechnet: das Zehnfache dessen, was der Landkreis Ravensburg an die Zieglerschen jedes Jahr überweist, fließt wieder in den Landkreis zurück.

Und so geht es in jedem Landkreis, in dem die Zieglerschen oder andere große Sozialunternehmen präsent sind. Soziale Träger als Wirtschaftsfaktoren? Diese Sichtweise ist unter Experten längst verbreitet, hat in der politischen Öffentlichkeit aber immer noch wenig Chancen. Denn auf allen politischen Ebenen, ob im Gemeinderat, im Kreistag, in Landesparlamenten und im Bund wird gerne und ausführlich über die ausufernden Sozial- und Gesundheits-Etats gejammert. Im Jahresbericht der Zieglerschen stehen stattdessen Zahlen, Daten und Fakten. Für Leistungen der Zieglerschen zugunsten von Bewohnerinnen und Bewohnern des Landkreises Ravensburg hat der Landkreis den Zieglerschen 7,08 Millionen Euro bezahlt. Diesen Leistungen stehen aber Rückflüsse in Höhe von 68,6 Millionen Euro aus den Zieglerschen in den Landkreis gegenüber. Ein Großteil dieser Beträge wurde aus den Belegungen aus anderen Landkreisen und Bundesländern finanziert.

Einige Angebote der Zieglerschen richten sich vorwiegend an Bewohnerinnen und Bewohner des eigenen Landkreises: die Seniorenzentren in Aitrach, Bad Waldsee und Wilhelmsdorf, die Hör-Sprachzentren Altshausen und Wilhelmsdorf, das Sprachheilzentrum Ravensburg und die Sprachheilschule Arnach. Dem gegenüber wird die Männer-Entwöhnungsklinik Ringgenhof in Wilhelmsdorf stark überregional belegt und belastet den Etat des Landkreises überhaupt nicht. Die  Behindertenhilfe der Zieglerschen hat sich insbesondere darauf konzentriert, Menschen, die sowohl unter einer Hör-Sprachbehinderung wie auch einer geistigen Behinderung leiden, zu begleiten. Wegen dieser Spezialisierung werden die Einrichtungen der Behindertenhilfe, insbesondere in Wilhelmsdorf und in der Haslachmühle in Horgenzell auch überregional nachgefragt. Diese überregionalen Belegungen belasten den Landkreis Ravensburg ebenfalls nahezu gar nicht.

Rein wirtschaftlich kann somit festgestellt werden: Die Arbeit der Zieglerschen bringt wesentlich mehr Geld in den Landkreis, als sie den Landkreis kostet. Sie ist somit ein erheblicher Wirtschaftsfaktor, dessen ökonomischer Gewinn für den Landkreis höher ist als die Belastung.

Doch nicht nur für Menschen, die sich für Zahlen interessieren, bringt der Jahresbericht der Zieglerschen interessante Neuigkeiten. Erstmals stellen wir alle Mitglieder unserer Mitgliederversammlung vor. Denn die Zieglerschen sind ein eingetragener Verein und brauchen also eine Mitgliederversammlung. Und wir stellen die Persönlichkeiten vor, die im Aufsichtsrat Verantwortung tragen.

Wie immer im Jahresbericht nehmen aber diejenigen den breitesten Raum ein, denen die Zieglerschen ihre Dienstleistungen anbieten. Gerade in den Berichten aus unseren Unternehmensbereichen wird die faszinierende Vielfalt des Alltags der Zieglerschen deutlich. Schauen Sie einfach mal hinein!

Von Christof Schrade