Anruf bei... Karl-Heinz Pilous

Karl-Heinz Pilous, Erzieher in Haus 4 des Kinder- und Jugenddorfes Siloah, Isny
■ Ich komme gerade vom Busbahnhof in Isny zurück, wo ich den letzten von sieben Schülern zum allmonatlichen Heimfahrwochenende verabschiedet habe. Sonntagabend kehren wieder alle zurück, auch der achte Schüler, der hier bei uns in »Haus 4« wohnt. Er bleibt aus familiären Gegebenheiten übers Wochenende in einem Partnerhaus des Kinder- und Jugenddorfes.

Unsere acht Jungs kommen aus Bayern und Österreich und sind hauptsächlich wegen schulischer Schwierigkeiten hier. Sie besuchen in Siloah die Schule und leben mit uns Erziehern wie in einer Familie zusammen. Wir vier Erzieher sind in verschiedenen Schichtdiensten rund um die Uhr im Haus und für die Jugendlichen da. So kaufe ich beispielsweise das Essen ein und koche mittags, weil wir Selbstversorger sind.

Nachmittags betreue ich die Jugendlichen bei ihren Hausaufgaben und begleite sie bei Freizeitaktivitäten. Wir gehen zum Beispiel Schwimmen oder spielen in der Sporthalle Fußball. Da Siloah direkt unterm Isnyer Skilift angesiedelt ist, fahren die Schüler auch gerne Ski und Snowboarden. Bei uns im Allgäu liegt gerade massenhaft Schnee.

Gestern hat sich ein Schüler beim Boarden das Schlüsselbein gebrochen. Ich musste ihn am späten Nachmittag ins Krankenhaus fahren, was meine ganze Terminplanung durcheinandergewirbelt hat. Das sind Vorkommnisse, die ich als Erzieher einfach nicht einplanen kann.

Die Anruferin war Katharina Stohr