Anruf bei... Joachim Heller

Joachim Heller, Hör-Sprachzentrum Wilhelmsdorf und Kooperationslehrer
■ Ich komme gerade aus der Kooperation von der Grundschule gegenüber. Die Kooperation, oder einfach »Koop«, läuft im Rahmen des sonderpädagogischen Dienstes und beinhaltet Sprache sowie Auditive Verarbeitung und Wahrnehmung. Das heißt konkret: Ich begleite Kinder in Regelschulen, die aufgrund einer Sprachentwicklungsstörung im Unterricht nicht folgen können. Wir werden von den Regelschulen angefordert, um diese Kinder zu unterstützen und Lehrer wie Eltern zu beraten, damit das Kind an der Regelschule bleiben kann.

Eben habe ich mit drei Zweitklässlern gearbeitet, jeweils eine Viertelstunde. Mit einem Schüler habe ich die Merkfähigkeit in Verbindung mit Lesen geübt. Ich habe dem Schüler einen Satz vorgelesen: »Die Maus sitzt auf dem Hahn und das Pferd steht unter dem Hahn.« Er musste diesen Auftrag mit Holztieren nachstellen und dann zur Kontrolle den Satz selber vorlesen.

Ich begleite auch einen Drittklässler. Er weist viele Auffälligkeiten auf. Bei ihm zeichnet sich ab, dass die halbe Stunde Koop wöchentlich nicht ausreicht. Ich berate die Eltern nun dahingehend, dass sie sich unsere Schule anschauen. Einen weiteren Schüler begleite ich seit zwei Jahren. Er hat sich super gut entwickelt und hat die Aussicht, auf die Realschule zu gehen.

Die Koop-Arbeit ist abwechslungsreich, aber auch kräftezehrend. Die Kollegen der Regelschulen reagieren unterschiedlich: die einen empfangen mich mit offenen Armen, die anderen benötigen noch etwas Zeit, um mit dieser Art der Zusammenarbeit umgehen zu können.

Die Anruferin war Sabine Batram