Anruf bei... Alexander Gogol

Alexander Gogol, Dipl.-Psychologe, Bezugstherapeut am Fachkrankenhaus Ringgenhof
■ Ich habe gerade eine gerichtliche Stellungnahme für die Staatsanwaltschaft abgegeben. Darin musste ich eine Handlungsempfehlung sowie eine Prognose über einen unserer Patienten abgeben. Davor habe ich noch an einem Entlassungsbericht geschrieben. Seit Juli 2009 arbeite ich wieder als Bezugstherapeut im Fachkrankenhaus Ringgenhof in Wilhelmsdorf.

Im Herbst 2008 wechselte ich in eine psychiatrische Klinik nach Aadorf in der Schweiz. Gereizt hatte mich mal das Ausland, aber auch die fachliche Vielseitigkeit, die vor Ort praktiziert wurde. Haben wir auf dem Ringgenhof hauptsächlich nur mit suchtkranken Patienten zu tun, so sind in Aadorf fast alle psychiatrischen Diagnosen vertreten. Des Weiteren benötigte ich für meine psychoanalytische Weiterbildung noch einen Nachweis, psychiatrisch gearbeitet zu haben.

Der Grund, warum ich nach wenigen Monaten wieder nach Deutschland zurückkehrte, lag zum einen im mangelnden Diskurs unter den dortigen Mitarbeitern. Auch die strikte Hierarchie und ein latentes Ressentiment gegenüber uns deutschen Kollegen waren weitere Gründe für meine Rückkehr. Dass ich nun wieder auf dem Ringgenhof bin, lag auch an unserer therapeutischen Leitung, der mich und meine Arbeit schätzt und an der analytischen Ausrichtung unserer therapeutischen Arbeit hier vor Ort. In Aadorf wurde dagegen verhaltenstherapeutisch gearbeitet.

Der Anrufer war Harald Dubyk