Anruf bei...

Michaela Heim, Betreuerin in einer Mädchenwohngruppe des Martinshauses Kleintobel.
■ Gerade habe ich die Übergabe mit meiner Kollegin beendet, jetzt beginnt mein Dienst. Zuerst koche ich für uns alle Abendessen. Das ist heute aber eine Ausnahme, denn normalerweise machen das unsere Mädchen unter der Woche selbst. Jeden Tag ist ein anderes Mädchen dran. Nach dem Abendessen unterstütze ich unsere Jüngste beim Waschtag.

Morgen ist Freitag, für die meisten Heimfahrtszeit. Aber nicht alle Mädchen können oder wollen nach Hasue fahren, deshalb richte ich noch die Übergabe für mein Bezugskind her, das nicht zu seiner Familie fährt und das Wochenende in einer anderen Wohngruppe verbringt. Wenn keine Heimfahrt ist gehe ich freitags mit zwei Mädchen aus der Wohngruppe zum Reiten – das ist mal was anderes und macht viel Spaß. Und ganz nebenbei lernen die Mädchen wichtige Kompetenzen wie Durchsetzungsvermögen, Entscheidungsfähigkeit, Klarheit und das Aushalten sowie Umsetzen von Kritik.

Ich arbeite jetzt seit September in der AWG 3. Es ist eine reine Mädchenwohngruppe, die zum Martinshaus Kleintobel gehört. Alle Mädchen haben Probleme in ihren Familien oder in der Schule. Wir sind ein Team von sechs Frauen, die unsere Mädchen betreuen und auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit begleiten. Pädagogisch »laufen gelernt« habe ich im Kinder- und Jugenddorf Siloah in Isny, wo bis zum Schluss mit hoher Fachlichkeit, persönlichem Engagement und Herzblut der Erzieherinnen und Erzieher für die Kinder und Jugendlichen gesorgt wurde.

Der Anrufer war Harald Dubyk.