Nach Wilhelmsdorf schien kein Weg zu weit

Das 4. Jugenddiakoniefestival (JDF) lockte mit spannenden Workshops, einem hochkarätigen Open-Air-Konzert, einem Gottesdienst mit Landesbischof Frank O. July und vermeldete die Rekordzahl von 800 Teilnehmer/innen
■ Über 800 Jugendliche aus ganz Baden-Württemberg trafen sich im Juli in Wilhelmsdorf beim Jugenddiakoniefestival. Zum vierten Mal luden die Zieglerschen Anstalten gemeinsam mit der Jugendhilfe Hoffmannhaus und der Brüdergemeinde zu diesem dreitägigen Diakonie-Erlebnis-Wochenende ein. Nach Wilhelmsdorf schien kein Weg zu weit. Die teilnehmenden Gruppen reisten aus Stuttgart, Römerstein, Ravensburg, Korntal-Münchingen, Leonberg, Ludwigsburg und vielen anderen Orten an.

In über 50 Workshops konnten die Jugendlichen erleben, was Diakonie heißt. Dabei vermittelten die Workshop-Angebote einen interessanten Überblick über die vielfältigen, sinnvollen und abwechslungsreichen diakonischen Tätigkeiten. Die Teilnehmer kamen mit Bewohnern aus der Behindertenhilfe und Patienten aus der Suchtkrankenhilfe genauso zusammen wie mit Jugendlichen aus der Jugendhilfe. Beim Open-Air-Festival am Samstagabend heizten Söhne, Mond und Sterne (Florian Sitzmann, Kosho und Metaphysics von den SÖHNEN MANNHEIMS zusammen mit Tommi Baldu), October Light, d:projekt, Florence Joy und Thomas Enns ein.

Neben dem Kennenlernen und Ausprobieren diakonischer Arbeit gab es in Gottesdiensten und Konzerten weitere Impulse, die alle unter dem Motto standen „Leben im Überfluss“ – angelehnt an ein Zitat aus der Bibel: „Euer Überfluss helfe ihrem Mangel ab, damit danach auch ihr Überfluss eurem Mangel abhelfe und so ein Ausgleich geschehe“ (2. Korinther 8,14). Dies waren auch die Worte, die Landesbischof Frank O. July seiner Predigt beim Open-Air-Gottesdienst am Sonntag vor cirka 1.500 Gästen zu Grunde legte. Landesbischof July verlieh im Gottesdienst den mit 2.000 € dotierten Jugenddiakoniepreis an die Konfirmandengruppe aus Oberbrüden. Die Gruppe hatte sich verschiedene Aktionen ausgedacht, um Geld für „Gerrit“ zu sammeln, der an Krebs erkrankt ist, und dessen Eltern die teure Therapie nicht bezahlen konnten.

Von Heiko Bräuning