Wie sprechen Sie mit Gott?

Angedachtes von Anne Beck
■ Zwei Schüler auf dem Heimweg von der Schule. Fragt der eine: „Sag mal, betet ihr zu Hause vor dem Essen?“ Sagt der andere: „Nein, meine Eltern können beide ganz gut kochen.“

Wie ist das mit dem Beten bei Ihnen? Das Gebet ist ein Gespräch. Ein Gespräch nicht mit irgendjemandem, sondern mit Gott, dem Vater. Das heißt also: beten ist mehr als nur ein Nachsprechen von alten überlieferten Versen oder gar eine rein rationale Übung. Das Gebet ist DIE Kommunikation zwischen den Menschen und Gott!

Wie kommunizieren Sie mit Gott? Die Gespräche der Menschen mit Gott sind so verschieden wie die Menschen und ihre Lebenslagen. Auch in der Bibel finden wir in den Psalmen Menschen, die zu Gott beten. Einige befinden sich in freudigen Situationen, die sie zum Lobgebet anregen. David beispielsweise bringt in Psalm 9 mit folgendem Satz seine Freude zum Ausdruck: „Ich danke dem Herrn von ganzem Herzen und erzähle alle deine Wunder. Ich freue mich und bin fröhlich in dir und lobe deinen Namen, du Allerhöchster, dass meine Feinde zurückweichen mussten; sie sind gestürzt und umgekommen vor dir.“

Andere aber sind in schwierigen Lebenslagen, die sie Gott dann auch anvertrauen oder ihm sogar enttäuscht vorwerfen. So hadert etwa David in Psalm 35 mit Gott und betet: „Herr, führe meine Sache wider meine Widersacher, bekämpfe, die mich bekämpfen! Ergreife Schild und Waffen und  mache dich auf, mir zu helfen! Zücke Speer und Streitaxt wider meine Verfolger! Sprich zu mir: Ich bin deine Hilfe!“

Und Gott? Er hört ihnen allen zu. Gott hört auch uns zu. Doch es kommt noch viel besser, er hört nicht nur passiv zu, er – der Schöpfer aller Dinge – ERHÖRT unser Gebet. Das glauben Sie nicht!? Sie haben es schon so oft versucht, aber Gott hat einfach nicht gemacht, was Sie sich von ihm gewünscht haben? Gott als Wunschautomat, der sich von uns sagen lässt, was richtig für uns ist? Nein, Sie merken, das kann nicht sein. Wir Menschen messen uns und unsere Mitmenschen nach menschlichen Maßstäben, die uns unter Leistungsdruck setzen und die wir teilweise nicht erfüllen können. Gott jedoch misst uns nach seinem Maßstab.

Göttlicher Maßstab? Gott ist die Liebe! Die Liebe ist der zentrale Maßstab Gottes. Liebe – und damit auch Nächstenliebe erwartet Gott von uns und lässt sie uns wunderbar in unendlich großem Maß zuteil werden. Aussagen über die Liebe finden wir viele in der Bibel, unter anderem in Römer 13, 10, wo sogar zu lesen ist, die Liebe ist das Entscheidende an Gottes Gesetz.

Lieben und geliebt werden – das ist erleichternd! Gott sagt uns also zu, dass er uns liebt. Seine Liebe ist unendlich groß und wir dürfen sicher sein, dass wir zu ihm kommen können wie wir sind. Diese Gewissheit nimmt uns den Leistungsdruck, alles richtig machen zu müssen und hilft uns, diese Liebe auch an unsere Nächsten weitergeben zu können. Diese Zusage erinnert uns aber auch daran, immer im Gespräch mit Gott zu bleiben, um stets wie im Psalm 91 beten zu können: „Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt“, der kann sich sicher sein, dass Gott seine Zuversicht, seine Burg, seine Zuflucht, sein Schirm und sein Schild ist. Und bleibt.