Danke für das Frühstücksei…

Angedachtes von Christof Lotthammer und Ines Römpp
»Stell dir vor, es ist Kirche, und alle gehen hin!« Für mich ist es nach wie vor sehr beeindruckend, wie groß das Interesse unserer Bewohnerinnen und Bewohner in der Behindertenhilfe der Zieglerschen am gottesdienstlichen Leben ist. Da gibt es keine abnehmenden Besucherzahlen, im Gegenteil. Das geistliche Leben besitzt in der Behindertenhilfe einen hohen Stellenwert und uns war und ist es wichtig, dass wir junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern frühzeitig in diese Tradition mit einbeziehen. Wir möchten in ihnen eine Bereitschaft wecken, die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner nach geistlichen Angeboten zu stärken und ernst zu nehmen. Vor diesem Hintergrund haben wir beschlossen, auch einen Gebärdengottesdienst in die Einführungstage der Freiwilligen aufzunehmen. Meine Kollegin Ines Römpp hat die jungen Menschen danach befragt, was sie beeindruckt und berührt hat:

Djonatan, FSJ im Wohnverbund Wilhelmsdorf, aus Brasilien
Ich war sehr gespannt auf den Gottesdienst. Vor Gott sind alle Menschen gleich und ich fand es gut, dass die Menschen mit Behinderung in den Gottesdienst mit einbezogen worden sind. Vanessa, FÖJ in der Rotachgärtnerei Der Gebärdengottesdienst ist ganz anders als der in der Kirche. Nicht steif, sondern sehr lebendig und wird im Dialog mit den Behinderten gestaltet. Beeindruckt hat mich, wie neue Bewohner mit Bild vorgestellt und mit einer Blume begrüßt wurden.

Ivonne, FSJ plus im Wohnverbund Haslachmühle
Mich hat beeindruckt wie selbstverständlich die Behinderten beim Vorlesen der Geschichte »Jesus stillt den Sturm« aufgestanden sind und im Schiff vorne mitgespielt haben. Borislava, FSJ im Wohnverbund Haslachmühle, aus Bulgarien Für meine Bewohner ist es sehr wichtig in den Gottesdienst zu gehen. Beeindruckt hat mich, dass sie für Kleinigkeiten DANKE sagen: für das gekochte Frühstücksei, den Hefezopf und vieles mehr. Tischgebete sind hier ein wichtiges Ritual für sie. Ich lerne von ihnen, für Kleinigkeiten dankbar zu sein.

Felix, FSJ in der Werkstatt
Ich bin kein Kirchgänger. Der Gebärdengottesdienst war eine gute Erfahrung für mich und wird von den Behinderten gut angenommen.

Laura, FSJ beim Heilpädagogischen Reiten
Besonders beeindruckt hat mich, dass alle versuchen zu singen, auch die die nicht reden können.

Dejan, FSJ im Wohnverbund Haslachmühle
Mich hat begeistert, dass der Gottesdienst auf die Behinderten abgestimmt ist und zum Beispiel gespielt wurde. Es war überhaupt nicht langweilig und hat mir gefallen.

Lesley, FSJ im Wohnverbund Haslachmühle
Mich hat sehr beeindruckt, dass schwerbehinderte Menschen solch einen Glauben haben und beim Tischgebet dankbar sagen: »Fröhlich wars beim Cola trinken, Vater wir danken Dir« – statt zu klagen, »was hast Du mir angetan«.

Jonas, FSJ in der Werkstatt
Beeindruckt hat mich, mit wie viel Freude die Bewohner im Gottesdienst mitwirkten. Sie haben so laut sie konnten mitgesungen. In anderen Gottesdiensten wird eher leise gesungen.

Angie, FSJ im Wohnverbund Haslachmühle
Beeindruckt hat mich wie anschaulich der Pfarrer die Geschichte vermittelt hat, indem er Worte nachgespielt hat. So hat er anhand einer Schiffschaukel erklärt, wie es ist, wenn man nicht im Gleichgewicht ist.