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19.12.2011

Stunde des Höchsten: der Fernsehgottesdienst der Zieglerschen


Ingolf Käs (li.) und Reinhard Börner

Seit über zwei Jahren senden die Zieglerschen ihren Fernsehgottesdienst jeden Sonntag morgen auf BibelTV. Zum diesjährigen Weihnachtsgottesdienst kommen eine Menge Wilhelmsdorfer zum Einsatz: so tritt ein vierköpfiges Bläserensemble auf, das mit Posaunen und Trompeten dem Gottesdienst in der Kapelle auf dem Höchsten festlichen Glanz verleiht. Für das Team, Ingrid Kostelecky, Friedemann Wurster, Wolfgang von Aacken und Karl Ulrich Jäger waren es die ersten musikalischen Aktionen vor laufender Kamera. Aber, so versicherte das TV-Produktionsteam um Pfr. Heiko Bräuning: das kann sich hören und lassen! Außerdem treten im Gottesdienst an Heilig Abend, 24.12.2011 (Sendezeit 12 Uhr) auch der Panflötenspieler Ingolf Käs auf. Er wird an der Gitarre begleitet von Reinhard Börner. Beide tragen auf hohem professionellem Niveau Weihnachtslieder vor, wie man sie sonst nicht alle Tage hört. Im Gottesdienst halten Pfr. Heiko Bräuning und Reinhard Börner eine s.g. Liedpredigt, dass heißt, sie tragen selbstkomponierte Songs vor und führen diese mit kurzen, besinnlichen und meditativen Impulsen ein. Der Weihnachtsgottesdienst läuft ebenfalls am Sonntag, 25.12. um 8.30 Uhr und 14 Uhr, am Mittwoch, 28.12. um 0 Uhr, Freitag, 30.12. um 6 Uhr morgens, und Samstag, 31.12 um 12 Uhr. An Neujahr ist ebenfalls ein Wilhelmsdorfer zu Gast im Gottesdienst: der mehrfache Karate-Weltmeister Enis Imeri. Als gläubiger Moslem verrät er Pfr. Heiko Bräuning im Gespräch, das und warum er regelmäßig sonntags mit seiner Familie die Stunde des Höchsten, den Fernsehgottesdienst der Zieglerschen schaut. Außerdem verrät er, wie sein Glaube und der Kampfsport Karate zu vereinbaren sind. Ein Fernsehteam war vor Ort in der Karateschule Imeri, und hat einen interessanten Film über diese Schule zusammengestellt, der im Gottesdienst zu sehen ist. In der Stunde des Höchsten sind immer wieder Menschen aus Wilhelmsdorf zu Gast, die in interessanten Gesprächen Pfr. Heiko Bräuning Rede und Antwort stehen. „Menschen müssen keinen großen Namen tragen, um hilfreiche, interessante Episoden, Erfahrungen und Überzeugungen aus ihrem Leben zu erzählen, die für andere Menschen mutmachend sind." so Pfr. Heiko Bräuning. „Eigentlich ist jeder Mensch mit seinem Leben so interessant, dass man ihn stundenlang darüber interviewen könnte!" Mit dem Gottesdienst haben die Zieglerschen für sich einen neuen diakonischen Auftrag er-schlossen: Menschen, die durch Krankheit und Alter nicht mehr am kirchlichen Leben teilnehmen können, aber trotzdem auf Hoffnung und Hilfe angewiesen sind, ein got-tesdienstliches Angebot zu machen. Diese Gruppe von Menschen, so Pfr. Heiko Bräuning, wird in Deutschland aufgrund der demographischen Entwicklung stetig größer. „Es ist ein Schatz der Zieglerschen und ihrer vielen Hilfearten, dass wir in Wort und Tat verkündigen können. Viele Experten der Diakonie wissen, wie man konkret Hilfe leisten kann, wenn der Partner Alkoholprobleme hat, Eltern mit dem geistig behinderten Sohn nicht mehr alleine klar kommen, oder Angehörige gepflegt werden müssen. Und wir merken an den Zuschriften, wie sehr die Menschen diesen diakonischen Gottesdienst brauchen, wenn sie alt, einsam, krank und nicht mehr mobil sind: mit Wort und Tat, Rat und Tat." Das Team von Stunde des Höchsten bekommt sonntags bei den Ausstrahlungen zwischen 100 und 150 Anrufen von Zuschauern, die von einem kleinen seelsorgerlichen Team betreut werden. Unter der Woche gehen nochmals ca. 100 bis 150 Anfragen zum Gottesdienst ein. So fragen die Menschen nach den diakonischen Angeboten der Zieglerschen, vor allem im Al-tenhilfe-, Behindertenhilfe- und Suchhilfebereich. Viele wollen auch nur noch mal die Predigt zum Nachlesen bestellen oder möchten das Fernseh-Projekt unterstützen. Viele von den Zuschauern sind auch Erstzuschauer, die - sofern sie sich dann mel-den - ein kleines Begrüßungsgeschenk zugeschickt bekommen. Für den Februar ist das erste mal eine SdH-Zuschauerreise in die Türkei geplant. Pfr. Heiko Bräuning, der seit fast 20 Jahren auch als Journalist im Radio- und Fernsehbereich arbeitet, ist der Meinung: „Wir müssen uns einfach überlegen, wie man eine TV-Gemeinde hegt und pflegt. Das haben wir in 50 Jahren Fernsehgottesdienst in ARD und ZDF leider noch nicht hinbekommen. Aber es ist definitiv so: es gibt nicht nur eine Kirchenge-meinde vor Ort, es gibt auch eine TV-Gemeinde, die jeden Sonntag zu zweit oder zu dritt, oder alleine im Wohnzimmer Gottesdienst feiert." Die Philosophie hinter den Gottesdiensten scheint anzukommen: man feiert einen ruhigen Gottesdienst, ohne Publikum, und stellt sich vor, zu den Menschen ins Wohnzimmer oder ins Krankenzimmer zu kommen. „Dort sind laute Töne unangemessen.", so Pfr. Heiko Bräuning. Die Predigten dürfen und können dank medialer Technik grenzenlos kreativ sein. So gab es eine Predigt mitten im Wald, eine Predigt „outdoor" am Lagerfeuer auf dem Höchsten, eine Predigt mitten auf dem Acker bei der reichen Ernte, usw. Einmal im Monat ist die Kapelle auf dem Höchsten für 2-3 Tage geschlossen und an den Türen sind Schilder angebracht: „Fernsehaufzeichnungen. Bitte Ruhe!" Dann laufen die Dreharbeiten auf Hochtouren. Ein dreiköpfiges Kamerateam unter Leitung von Immanuel Heims sorgen dafür, dass alles im rechten Licht und „im Kasten" ist. Außerdem drehen sie während des Drehs viele s.g. Schnittbilder: liturgische Bilder von Kerzen, Altar, Bibel, Blumenbilder, Impressionen aus der Kapelle, aus der Natur, rund um den Höchsten, den Bodensee und so weiter. Diese Schnittbilder dienen im Gottesdienst dazu, Szenen miteinander zu verknüpfen. „Diese Art, Gottesdienst in Bilder zu fassen, ist nicht nur technisch brilliant, sondern fast schon ein echtes Kunstwerk, das natürlich enorm viel Zeit kostet."sagt Pfr. Heiko Bräuning. Aber die Mühe lohnt sich: Zuschauerreaktionen kommen aus ganz Deutschland und aus dem deutschsprachigen Ausland. So gibt es viele Rückmeldungen aus der Schweiz und aus Österreich. Auch in Budapest ist eine kleine Gemeinde, die jeden Sonntag Stunde des Höchsten schaut. Dank Satellitentechnik wird SdH in ganz Europa ausge-strahlt und ist allein in Deutschland von fast 40 Millionen Menschen empfangbar. Mehr Informationen zum Fernsehgottesdienst der Zieglerschen gibt es unter www.stundedeshöchsten.de oder im Zuschauerbüro unter 07503 / 929 288.

Heiko Bräuning

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Bilderstrecke: Weihnachtsgottesdienst Stunde des Höchsten (4 Bilder).