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07.07.2010

Zieglersche heizen mit Thermalwasser

Neue Fachklinik Höchsten in Bad Saulgau geht umweltschonenden Weg


Freuen sich über die Unterzeichnung des Wärmezuliefervertrages (von links): Johannes Übelhör, Martin Träger (beide Stadtwerke Bad Saulgau), Richard Striegel (1. Beigeordneter der Stadt Bad Saulgau), Rolf Baumann (Kaufmännischer Vorstand der Zieglerschen), Christoph Arnegger (Kaufmännischer Geschäftsführer der Suchthilfe der Zieglerschen), Helmut Göppel-Wentz, Judith Köberle und Carsten Jäkel (alle Zieglersche).

Die Stadt Bad Saulgau und die Zieglerschen intensivieren ihre Zusammenarbeit. Mit dem Bau der neuen Fachklinik Höchsten in Bad Saulgau wurde nun vereinbart, einen Teil der Wärmezulieferung für die Klinik aus der Restwärme des so genannten abgebadeten Thermalwassers aus der nahe gelegenen Sonnenhoftherme zu gewährleisten. Damit werden rund 27 Prozent der Jahresnutzwärme der Klinik durch diese umweltschonende Wärmeerzeugung gedeckt. Für Rolf Baumann, dem kaufmännischen Vorstand der Zieglerschen, gibt es keine Zweifel. Mit den Stadtwerken Bad Saulgau wurde ein zuverlässiger Partner für die Energieversorgung der neuen Fachklinik Höchsten, die Ende des Jahres ihren Betrieb in Bad Saulgau aufnehmen wird, gefunden. „Wir wollten diese Lösung anstreben, auch in der Sicherheit, dass wir mit den Stadtwerken Bad Saulgau einen Partner haben, der lokal verankert ist und Sicherheit vermittelt.“ Für die Zieglerschen war es naheliegend, so Baumann, dass man diese umweltfreundliche Energie nutze, zumal sich die Klinik direkt neben der Thermalquelle befinde. Baumann: „Damit handeln wir auch im Sinne unseres Leitbildes und leisten unseren Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung.“ Der 1. Beigeordnete der Stadt Bad Saulgau und Betriebsleiter der Stadtwerke, Richard Striegel, bezeichnete das Projekt ehrgeizig wie zukunftsweisend, das von einer vertrauensvollen Zusammenarbeit geprägt sei. „Das hier ist eine runde Sache.“ Mit dem Wärmezuliefervertrag wird in Zukunft über ein Viertel des jährlichen Wärmeenergiebedarfs der 80-Betten-Klinik sichergestellt. Erzeugt wird diese Wärme durch abgebadetes Thermalwasser der benachbarten Sonnenhoftherme. Mittels einer Wärmepumpe wird das über 20 Grad warme Wasser, das bisher in einem öffentlichen Gewässer abgeführt wurde, nun der Klinik zugeführt. Dort entziehen gasbetriebene Wärmepumpen dem Wasser rund drei Grad Wärme. Damit werden in Zukunft Räume geheizt und die Klinik mit Warmwasser versorgt. Das herunter gekühlte Wasser wird danach in den Stockäckergraben geleitet. Dadurch reduziert sich der jährliche CO2-Verbrauch der Klinik um rund 50 Tonnen. 210 000 Kilowattstunden im Jahr werden durch diese umweltschonende Form der Energiegewinnung erzeugt. Der restliche Energiebedarf der Klinik wird durch Gas gedeckt, das ebenso von den Stadtwerken Bad Saulgau geliefert wird. Dieser so genannte Contracting-Vertrag – die Stadtwerke versorgen als Dienstleister den Kunden mit Technik und Energie, der hierfür zahlt - wurde für einen Zeitraum von 20 Jahren abgeschlossen. In das Projekt haben die Stadtwerke rund 300 000 Euro investiert. Öffentlich gefördert wurde dieses energietechnisch innovative Vorhaben durch die Klima- und Energieagentur KEA mit einem Betrag von 40 000 Euro. Selbst die aus dem Landkreis Sigmaringen stammende baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner hat sich für dieses Projekt engagiert. Die erwarteten jährlichen Wärmekosten für die Klinik werden bei rund 60 000 Euro liegen. Ende November 2010 zieht die neue Klinik von ihrem alten Standort auf dem Höchsten hoch über dem Deggenhausertal (Bodenseekreis) nach Bad Saulgau. Hier werden dann 80 abhängigkeitserkrankte Frauen im Rahmen ihrer medizinischen Rehabilitation behandelt. Bauherr der Klinik sind die Zieglerschen aus Wilhelmsdorf, Betreiber die Suchthilfe der Zieglerschen, die mit fünf Standorten in Südwürttemberg jährlich bis zu 1200 Menschen mit einer Abhängigkeitserkrankung behandelt.

Harald Dubyk

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