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10.09.2010

Ringgenhof wird rauchfrei

Nichtraucher haben bessere Abstinenzprognose


Das Fachkrankenhaus Ringgenhof in Wilhelmsdorf strebt die Rauchfreiheit an.
Foto: Katharina Stohr

Das Fachkrankenhaus Ringgenhof in Wilhelmsdorf (Landkreis Ravensburg) will rauchfreie Klinik werden. Um dies zu erreichen, trat die Rehaklinik, in Trägerschaft der Suchthilfe der Zieglerschen, dem Verband „Deutsches Netz Rauchfreier Krankenhäuser & Gesundheitseinrichtungen“ bei. Nun geht es an die Umsetzung der Vorgaben. Es ist eine Herausforderung für die Verantwortlichen des Fachkrankenhauses Ringgenhof. Im Jahr werden dort knapp 600 Männer mit einer Abhängigkeitserkrankung behandelt. Die meisten der Reha-Patienten sind Raucher. Nun strebt die Klinik die Rauchfreiheit an. Ziel ist es, zum Schutz aller eine möglichst rauchfreie Umgebung auf dem weitläufigen Klinikgelände zu schaffen. Raucherentwöhnung gehört bereits seit einiger Zeit zum Programm der Medizinischen Rehabilitation im Fachkrankenhaus Ringgenhof, handelt es sich hier nicht selten um eine Sucht, die bei vielen Patienten zur Erstdiagnose hinzukommt. Rauchfreiheit ist für den therapeutischen Erfolg ein wichtiger Baustein. „Je intensiver wir unsere Patienten hier unterstützen, desto höher ist die langfristige Abstinenzaussicht“, sagt Harald Stolzke, Bezugstherapeut und Projektleiter „Rauchfreie Klinik“ im Fachkrankenhaus Ringgenhof. Und, so Stolzke weiter, wer rauchfrei lebe, der habe in Bezug auf andere Suchtmittel eine höhere Abstinenzprognose. Das Rauchen wird in der Klinik nicht mehr hingenommen, sondern aktiv zum Thema gemacht. Stolzke weiß: „Das Nichtansprechen des Rauchens in der Klinik wird als Erlaubnis zum Weiterrauchen gesehen.“ Sind alle Voraussetzungen geschaffen, strebt das Fachkrankenhaus Ringgenhof ein Zertifikat als rauchfreie Klinik an. Die Voraussetzungen für die Bronze-Zertifzierung sind bereits gegeben, Silber ist das Ziel – eine Herausforderung für eine Suchtklinik. Mit der Mitgliedschaft im Verband „Deutsches Netz Rauchfreier Krankenhäuser & Gesundheitseinrichtungen“ verpflichtet sich der Ringgenhof, dessen Ziele, eine rauchfreie Umgebung zu schaffen und für diese nachhaltig einzutreten, umzusetzen. Das Netz wird durch das Bundesministerium für Gesundheit in Berlin gefördert. Rund 200 Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen sind bereits Mitglied in diesem Verband, darunter 17 Suchtklinken.

Harald Dubyk

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