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11.02.2011 - Bad Saulgau

Mappus: „Mutige und weitsichtige Investition“

Ministerpräsident zu Gast bei der Einweihung der Fachklinik Höchsten


Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus mit dem Geschäftsführer der Suchthilfe, Christoph Arnegger, bei der Einweihung der neuen Fachklinik Höchsten in Bad Saulgau.

Mit einer ökumenischen Feier und einer Festrede des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Stefan Mappus ist gestern die Fachklinik Höchsten in Bad Saulgau offiziell eingeweiht worden. Die modernste frauenspezifische Suchtfachklinik in Deutschland mit 79 Behandlungsplätzen entstand in nicht einmal zwei Jahren Bauzeit. Ihren Platz hat die neue Fachklinik Höchsten in unmittelbarer Nachbarschaft weiterer Fachkliniken im Bad Saulgauer Kurgebiet. „Die neue und moderne Fachklinik ist eine Aufwertung für das Kur- und Gesundheitswesen in Bad Saulgau sowie gleichzeitig eine Stärkung und ein wertvolles Aushängeschild der medizinischen und suchttherapeutischen Versorgung in Baden-Württemberg. Ich bin dankbar für die herausragende Arbeit, die hier geleistet wird,“ sagte Ministerpräsident Stefan Mappus vor rund zweihundert geladenen Gästen.

Der Neubau der Klinik sei mit rund 420.000 Euro aus Landesmitteln gefördert worden, fügte Mappus hinzu. Mappus hatte im Sommer vergangenen Jahres die Fachklinik Ringgenhof in Wilhelmsdorf besucht. Dort werden 132 suchtkranke Männer behandelt. Nach einem Klinikrundgang und intensiven Gesprächen mit Patienten war der Ministerpräsident so beeindruckt von der Arbeit, dass er trotz vieler konkurrierender Termine Wert darauf legte, bei der Einweihung der Frauenklinik selbst dabei zu sein. Prof. Dr. Harald Rau, Vorstandsvorsitzender der Zieglerschen und andere Verantwortliche hoben heraus, wie wichtig die Prominenz des Redners und damit die weithin sichtbare Unterstützung der Landesregierung für die öffentliche Anerkennung der Arbeit mit Suchtkranken sei.

Insgesamt hat die Klinik rund 14 Millionen Euro gekostet und ist damit das größte Einzelbauvorhaben in der langen Geschichte der Zieglerschen. So modern die Klinik auch sein mag, knüpft sie doch an eine ganz besondere Tradition an. Die Zieglerschen sind schon seit weit mehr als hundert Jahren in der Suchtkrankenhilfe aktiv. Die Männerklinik „Ringgenhof“ und die Frauenklinik „Höchsten“ genießen deutschlandweite Reputation. Vor 55 Jahren wurde mit dem ersten Fachkrankenhaus Höchsten am bisherigen Standort hoch über dem Bodensee die erste frauenspezifische Suchtklinik in Deutschland überhaupt eröffnet.

Dass nicht nur die politisch Verantwortlichen in Bad Saulgau, sondern auch die Bürgerinnen und Bürger insgesamt, die Vereine, Verbände und Kirchen die Zieglerschen und die Mitarbeiter Patientinnen der Klinik sehr herzlich empfangen hätten, betonten Vorstand und Geschäftsführung mehrfach. So seien zum Tag der Offenen Tür im November vergangenen Jahres mehr als 4.000 Interessierte in die Klinik gekommen, um sich über moderne Suchtrehabilitation zu informieren. Sie zeigten sich dankbar für die vom ersten Tag an erlebbare gute Nachbarschaft zu den weiteren Kliniken im Kurgelände, zum benachbarten Kloster Sießen, dessen Generaloberin Sr. Maria Kindermann mit etlichen ihrer Mitschwestern zugegen war, aber auch zur Stadt insgesamt.

Hubert Seiter, Ersten Direktor der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg, bemerkte den Mut, so eine Einrichtung zu bauen und zu etablieren. Der Ministerpräsident lobte am Ende seiner Rede die Arbeit der Zieglerschen in gleicher Weise. Der Bau der neuen Fachklinik Höchsten sei eine „mutige und weitsichtige Investition“.

Christof Schrade/Harald Dubyk

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