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11.06.2010 - Oggelsbeuren

Suchtklinik ändert ihren Namen

Fachklinik Hohenrodt wird zum Rehabilitationszentrum am Bussen


Präsentierten das neue Klinikschild mit dem Namen „Rehabilitationszentrum am Bussen“ (von links): Attenweilers Bürgermeisterin Monika Brobeil, die Fachliche Geschäftsführerin der Suchthilfe der Zieglerschen, Dr. Ursula Fennen, und die organisatorische Leiterin der Klinik, Karin Hausmann.

Am 10. Juni hat im Rehabilitationszentrum am Bussen in Oggelsbeuren (Landkreis Biberach), das in Trägerschaft der Suchthilfe der Zieglerschen ist, der diesjährige Beratungsstellentag stattgefunden. Dabei wurden die neuen Klinikschilder enthüllt, die nun auf den neuen Namen der ehemaligen Fachklinik Hohenrodt aufmerksam machen. Die Weiterentwicklung des Behandlungsangebotes der Klinik und deren neuer Name – dies führte Mitarbeitende von Suchtberatungsstellen aus Württemberg nach Oggelsbeuren in der Gemeinde Attenweiler. Die Fachklinik Hohenrodt heißt von nun an Rehabilitationszentrum am Bussen. Damit wird der Verbundenheit der Suchthilfe der Zieglerschen zu Oberschwaben Rechnung getragen. Karin Hausmann, organisatorische Leiterin der Klinik, berichtete ihren Zuhörern von zwei bedeutenden Zusammenhängen zwischen dem nahen Bussen als höchsten Berg Oberschwabens und dem Kirchberg, auf dem die Klinik steht: „In der Eiszeit liefen die Gletscher um den Bussen herum. Die Endmoräne kam hier in Oggelsbeuren oben auf dem Plateau der Kirche zum stehen.“ Und weiter: „Astrologisch gesehen besteht zur Sommersonnwende eine Verbindungslinie zwischen unserem Pfarrweg und dem Bussen. Beide Orte sind keltischen Ursprungs und es wird vermutet, dass es sich um eine Kultstätte gehandelt hat.“ Mit dem neuen Namen differenziert sich auch das therapeutische Angebot, das sich in der Behandlung von abhängigkeitserkrankten Männern mit einem so genannten kultursensiblen Schwerpunkt präsentiert. Kultursensibel deshalb, da die meisten Patienten der Klinik einen Migrationshintergrund vorweisen, hauptsächlich aus Osteuropa. Da die Sprache im therapeutischen Alltag kaum Schwierigkeiten bereitet – Therapiesprache ist deutsch – gilt es, den kulturellen Besonderheiten der Patienten professionell zu begegnen. Dieses Fachwissen zeichnet das Rehabilitationszentrum am Bussen aus. Würde diese Patientengruppe zum Beispiel in einer Klinik behandelt, in der sich hauptsächlich westlich sozialisierte Patienten befänden, wäre diese rasch isoliert. Im Rehabilitationszentrum am Bussen bleibt ihnen diese Erfahrung erspart. Die Therapeuten können zügig das Wesen der Abhängigkeitserkrankung angehen, therapeutische Erfolge treten in der Regel schneller ein. Dr. Ursula Fennen, Fachliche Geschäftsführerin der Suchthilfe, beschreibt den kultursensiblen Umgang folgendermaßen: „In wertschätzender Haltung der mitgebrachten Kultur kann die Lösung von dieser erfolgen, Sprache, Symbole, Stile können anfangs beibehalten werden, um dann gegen Ende der Behandlung ersetzt zu werden durch Werte der Mehrheitsgesellschaft.“

Harald Dubyk

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