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20.05.2011

„…dann müsste man ihn erfinden.“

Förderkreis ist unverzichtbar für die Arbeit der Fachklinik Ringgenhof


Schätzen die Arbeit des Förderkreises: Dr. Stefan Schaffitzel (links) und sein Kollege Thomas Greitzke.

Der Förderkreis der Suchtkrankenhilfe finanziert mit seinen Spenden wichtige Projekte, die in der therapeutischen Arbeit durch die Kostenträger nicht regelfinanziert werden. Thomas Greitzke und Dr. Stefan Schaffitzel, Klinikleitung der Fachklinik Ringgenhof in Wilhelmsdorf erläutern im Gespräch mit Ramona Springindschmitten die Bedeutung des Förderkreises für ihre Klinik.

Welche Bedeutung haben der Förderkreis und seine Arbeit für die Fachklinik Ringgenhof?
Dr. Stefan Schaffitzel: Durch die räumliche Nähe, die Geschäftsstelle des Förderkreises befindet sich in Räumen der Fachklinik Ringgenhof, haben wir eine enge Verknüpfung mit der Selbsthilfe und die Möglichkeit eines direkten Austausches mit dem Förderkreis und seinen Mitgliedern, wodurch wir in unserer täglichen Arbeit die Chance haben, die Arbeit der Selbsthilfe unseren Patienten auch für ihre Nachsorgeplanung näher zu bringen.
Thomas Greitzke: Außerdem ist die Verbundenheit mit den ehemaligen Patienten, von der derzeitige Patienten durch den Austausch über die Sucht auch profitieren, von großer Bedeutung. Die finanzielle Unterstützung durch den Förderkreis ist natürlich ein weiterer, ganz zentraler Punkt.

Wenn jemand eine Idee oder einen Wunsch hat, was der Förderkreis spenden könnte, wie genau funktioniert dann das Zuschussprozedere?
Thomas Greitzke: Dieses Jahr ist es zum ersten Mal so, dass die Klinik 10.000 Euro bekommen hat und selbst darüber verfügen kann. Zum Nachweis werden die Rechnungen beim Förderkreis eingereicht. Davor war es so, dass es zweimal im Jahr die Gelegenheit gab, Anträge beim Förderkreis zu stellen.

Was sind neuere Beispiele für Spenden des Förderkreises an die Fachklinik Ringgenhof?
Dr. Stefan Schaffitzel: Zuletzt wurden aus Spendengeldern des Förderkreises u.a. der Dartautomat im Spielezimmer repariert sowie neue Billardqueues und neue Bücher für die Patientenbibliothek angeschafft.
Thomas Greitzke: Des Weiteren wurden in der Vergangenheit schon Fitnessgeräte, Fahrräder, Computer oder Waschmaschinen mit dem Geld gekauft.

Wenn mehrere Wünsche für Zuschüsse vorhanden sind, wie wird dann entschieden? Entscheiden Sie das als Klinikleitung oder der Förderkreis?
Thomas Greitzke: Die Anträge werden von uns als Klinikleitung gesammelt, sortiert und es wird in Absprache mit den Antragsstellern eine Prioritätenliste erstellt. Dann entscheiden wir beide gemeinsam mit den Teamleitern über die Verwendung des Geldes. Bis zu diesem Jahr wurde die Prioritätenliste an den Förderkreis gegeben und er hat entschieden.
Dr. Stefan Schaffitzel: Das neue System ist aber unkomplizierter, da so auch kurzfristig etwas angeschafft werden kann und nicht erst ein Antrag beim Förderkreis gestellt werden muss.

Gäbe es den Förderkreis nicht, was würde das für Ihre Klinik bedeuten?
Dr. Stefan Schaffitzel: Es gäbe viele Freizeiteinrichtungen nicht, durch welche die Attraktivität der Klinik gesteigert wird. Außerdem ist die Klinik durch den Förderkreis direkt mit der Selbsthilfe in Kontakt.

Und was würde das für die therapeutische Arbeit bedeuten?
Thomas Greitzke: Durch die deutlich verbesserte Ausstattung steigt die Zufriedenheit bei den Patienten und das wirkt sich insgesamt positiv auf therapeutische Prozesse aus.

Wie schaut die klinikinterne Öffentlichkeitsarbeit für den Förderkreis in Richtung Patienten aus? Wie wird versucht, die Patienten über den Förderkreis aufzuklären und vielleicht auch sie als Mitglieder zu gewinnen?
Thomas Greitzke: Es gibt im Eingangsbereich der Klinik einen Infostand mit Prospekten. Außerdem kommt Herr Mayer als Vorsitzender des Förderkreises drei- bis viermal im Jahr in die Vollversammlung und stellt den Förderkreis der Patientenschaft vor. Überdies wird am Tag vor der Entlassung nochmals auf den Förderkreis hingewiesen und das Anmeldeformular ausgeteilt. Wenn es den Förderkreis noch nicht gäbe, dann müsste man ihn erfinden.

Ramona Springindschmitten

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