18.01.2011 - Bad Saulgau
Zieglersche sehen sich als Mitgestalter
Landtags-Grüne zu Besuch in der Fachklinik Höchsten

Bärbl Mielich (vierte von links), sozial- und gesundheitspolitische Sprecherin der Landtags-Grünen in Baden-Württemberg informierte sich über die Arbeit in der Fachklinik Höchsten.
Vor allem in der stationären Suchttherapie setze die Träger die Kluft zwischen Kostensteigerung und Pflegesätze zunehmend unter Druck. Immer mehr suchtkranke Patienten, die beruflich wie sozial noch gut integriert sind, drängen in ambulante oder teilstationäre Behandlungsangebote, während in der stationären Reha die Herausforderungen mit immer kränkeren Patienten zunähmen. „In der stationären Reha“, sagte Rolf Baumann, kaufmännischer Vorstand der Zieglerschen, „müssen wir immer mehr in Qualität und Therapie investieren. Das bilden die Pflegesätze leider nicht mehr ab.“ Mit den beiden Tagesrehabilitationen in Ravensburg und Ulm sowie einer guten regionalen Vernetzung sei die Suchthilfe der Zieglerschen jedoch gut aufgestellt.
Die Zieglerschen verstünden sich als innovatives und aktiv mitgestaltendes Unternehmen, so Rau, das als Partner gemeinsam mit der Politik und der Forschung an der Weiterentwicklung großer Zukunftsthemen in der Sozial- und Gesundheitswirtschaft mitarbeiten wolle. Grünen-Politikerin Mielich begrüßte dies und forderte einen „Raum für Forschung und Entwicklung“. Und an die Zieglerschen gerichtet: „Wir freuen uns auf Ihre Mitarbeit.“ Prof. Rau lud die Landtags-Grünen zu einem weiteren Unternehmensbesuch ein, bei dem zum Beispiel das Thema Inklusion, aber auch die fachliche Notwendigkeit von so genannten Sonderwelten erörtert werden könne.
Bei der anschließenden Besichtigung der neuen Fachklinik Höchsten, die von Patientinnen geleitet wurde, zeigten sich die Gäste von der therapeutischen Arbeit sehr beeindruckt, aber auch von dem offenen Auftreten der Patientinnen. Dabei wurde die Bedeutung der Nachsorge angesprochen, die bereits in der stationären Reha vorbereitet und organisiert werde. Eine 27-jährige Patientin betonte: „Ohne Nachsorge wäre ich sicher überfordert und würde im Leben scheitern.“ Angesprochen auf ihre Reha in der Fachklinik Höchsten, antwortete eine andere Patientin: „Das hier ist der erste Schritt für einen noch viel längeren Weg. Ich habe hier gelernt, dass ich in Zukunft sehr gut für mich sorgen muss.“
Harald Dubyk

Suchthilfe
