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16.12.2011

Entscheidungswege in der Reha-Zuweisung

Bachelorarbeit an der Uni Hohenheim stellt Einweisermanagement vor


Der Einsatz eines Einweiserportals ist eine Möglichkeit zur Vermeidung von Kommunikationsproblemen, schreibt Carolin Metzler in ihrer Abschlussarbeit.

Das Thema der Bachelorarbeit ist die Konzeptionierung des Einweisermanagements von Rehabilitationseinrichtungen am Beispiel der Suchthilfe der Zieglerschen, eingereicht am Institut für Health Care & Public Management an der Universität Hohenheim. Das Einweisermanagement verbindet Grundgedanken des Marketing, des Vertriebs sowie der Kundenbindung. Im Mittelpunkt steht dabei immer die Beziehung zu den einzelnen Ein- beziehungsweise Zuweisern. Unter Einweiser versteht man diejenigen Personen, die ihre Patienten zur Weiterbehandlung an eine andere Einrichtung des Gesundheitswesens verweisen. Das sind zum Beispiel in der Suchtreha Mitarbeiter von Beratungsstellen oder bei anderen Indikationen niedergelassene Ärzte. Die Arbeit soll aufzeigen, welche Möglichkeiten in den Kliniken der Suchthilfe der Zieglerschen bestehen, um deren wichtigste Einweiser zu identifizieren, an die Einrichtung zu binden und gleichzeitig durch eine gute und zielgerichtete Kommunikation möglicherweise potenzielle Neueinweiser zu gewinnen und das Image zu verbessern.

Hierbei geht die Arbeit zuerst auf die im Frühjahr 2011 deutschlandweit durchgeführte Einweiserbefragung und deren Ergebnisse ein. Dabei werden verschiedene Befragungsmethoden miteinander verglichen und Möglichkeiten für die Erreichung einer höheren Rücklaufquote diskutiert.

Als weiteren Schritt erfolgt eine sogenannte Einweisersegmentierung anhand einer ABC-Analyse. Bei Einrichtungen des Gesundheitswesens bietet sich eine Einteilung der Einweiser in die Gruppen A, B und C nach der Anzahl der Einweisungen an. Hierdurch lassen sich die wichtigsten Einweiser der Suchthilfe der Zieglerschen identifizieren und somit Maßnahmen für die Steigerung der Zufriedenheit dieser Einweiser ableiten.

Um diese zielgerichtet zu verwirklichen, ist zusätzlich eine detaillierte Darstellung aller Prozesse, die mit den Einweisern zusammenhängen, notwendig. Hieraus wird deutlich, wie sich die Einweiser über eine Einrichtung informieren, was ihre Wahl einer bestimmten Einrichtung ausmacht, wie zufrieden sie mit einer Einrichtung sind und welche Handlungen ihrerseits darauf folgen. In der Arbeit wird in diesem Zusammenhang der Einweiserprozess dargestellt. Der Schwerpunkt liegt auf den verschiedenen Kommunikationskanälen, die hier zum Einsatz kommen und den damit verbunden Problemen. Als Möglichkeit zur Vermeidung der aufgezeigten Kommunikationsprobleme wird der Einsatz eines Einweiserportals aufgezeigt. Ein Einweiserportal soll dazu dienen, in kürzester Zeit den richtigen Ansprechpartner zu finden, die Kontaktaufnahme mit ihm durch vorgefertigte Formulare zu erleichtern und es soll dem Einweiser ermöglichen den Behandlungsstand seines Patienten während der gesamten Behandlung zu verfolgen.

Aus der Arbeit zeigt sich, dass die Bedeutung der Analyse der Haupteinweiser einer Einrichtung der Suchtrehabilitation, die Bedeutung der Bindung der Einweiser und die Bedeutung der Neugewinnung von Einweisern, die Notwendigkeit der Einführung eines Einweisermanagements erkennen lassen.

Zur Person:
Carolin Metzler, 23 Jahre, studiert Management mit dem Schwerpunkt Health Care & Public Management im ersten Mastersemester an der Universität Hohenheim. Ende September hat sie ihren Bachelor of Science im Studiengang Wirtschaftswissenschaften mit ökonomischem Profil (Gesundheitsmanagement) an der Universität Hohenheim erfolgreich abgeschlossen. Ihre Abschlussarbeit (Bachelor-Arbeit) hat sie in Kooperation mit der Suchthilfe der Zieglerschen geschrieben. Die Idee hierzu entstand während eines Praktikums im Stab der Geschäftsführung der Suchthilfe der Zieglerschen.

Carolin Metzler

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