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20.05.2011

Demografischen Wandel gestalten

"Chronos" soll helfen, zukunftsfähige Arbeitsplätze zu schaffen


„Das Programm soll dazu beitragen, dass mehr und bessere Arbeitsplätze in der Sozialwirtschaft entstehen“, sagt Dr. Kornelius Knapp, Referent für Personalentwicklung beim Diakonischen Werk Württemberg.

Foto: Rolf Schultes

In zehn Jahren noch kompetente und motivierte Mitarbeiter und Führungskräfte am richtigen Platz zu haben. Das ist das Ziel von „Kompeda“, ein Teilprojekt des Projektes „Chronos – den demografischen Wandel gestalten.“ Die Tagesrehabilitation Ulm der Suchthilfe der Zieglerschen ist eine von mehreren Einrichtungen in der Diakonie, die mitmacht.

„Der demografische Wandel macht auch vor den diakonischen Einrichtungen nicht halt. Sie stehen vor gravierenden Veränderungen. Der Wettbewerb um Nachwuchskräfte wird zunehmen und viele Mitarbeiter werden altersbedingt in den nächsten Jahren aus dem Beruf ausscheiden.“ Vor diesem Hintergrund wurde das Projekt „Chronos – den demografischen Wandel gestalten“ vom Diakonischen Werk Württemberg und der Evangelischen Jugendsozialarbeit EJSA ins Leben gerufen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales stellt für das Programm 60 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Bundes zur Verfügung.

Eine zentrale Herausforderung für die diakonischen Einrichtungen werde es sein, die Beschäftigten möglichst lange gesund, kompetent und leistungsfähig im Beruf zu halten. Das heißt, dass die Träger diakonischer Einrichtungen ihre Personalpolitik der sich ändernden Berufswelt und der stetig älter werdenden Belegschaft anpassen müssen. Dies gilt natürlich auch für die Zieglerschen, und, projektbezogen, auch für die Mitarbeiter der Tagesrehabilitation Ulm, die sich mit ihrem Engagement im Teilprojekt „Kompeda“ diesen Herausforderungen stellen. Die Projektkoordinatoren nennen dies „demografiefeste Personalpolitik“.

Die demografische Entwicklung der deutschen Bevölkerung ist ein Fakt, und sie macht auch vor den Zieglerschen nicht halt. Viele Mitarbeiter werden in den kommenden Jahren altersbedingt aus dem Erwerbsleben ausscheiden. „Kompeda“ heißt, die Bedarfe und Kompetenzen, die eine Organisation an Mitarbeiter stellt, zu benennen und sie für die zukünftige Arbeitswelt sinnvoll zu nutzen. Dabei spielen Lebensereignisse und berufliche Phasen von Mitarbeitern eine wesentliche Rolle, stets betrachtet unter dem Blickwinkel der Demografie. Dies betrifft Mitarbeiter wie Führungskräfte in gleicher Weise. „Das Programm soll dazu beitragen, dass mehr und bessere Arbeitsplätze in der Sozialwirtschaft entstehen“, schreibt Dr. Kornelius Knapp, Referent für Personalentwicklung beim Diakonischen Werk Württemberg, in der Zeitschrift „Sozialwirtschaft aktuell“. Oberkirchenrat Dieter Kaufmann bewertet das Projekt aus Sicht der württembergischen Diakonie wie folgt: „Wenn es nicht gelingt, altersgerechte Arbeitsplatze zu schaffen, wenn es nicht gelingt, mit alternden Belegschaften erfolgreich zu bleiben, werden nicht nur die Einrichtungen selbst in ihrer Existenz bedroht sein. Es werden auch die Beschäftigten unnötig be- oder überlastet und der Dienst für die Klienten wird insgesamt gefährdet. Es ist daher für alle Einrichtungen wichtig, frühzeitig aktiv zu werden.“

Für die Mitarbeiter der Tagesrehabilitation Ulm heißt das, ihre Sollkompetenzen, Kompetenzprofile und Handlungsbedarfe in ihrer täglichen Arbeit zu definieren und vorhandene Konzepte und Instrumente weiter zu entwickeln. In mehreren Sitzungen bis Frühjahr 2012 soll so ein tragfähiges Konzept entstehen und am Ende die Mitarbeiterzufriedenheit erhöht sein. Die Ulmer Projektergebnisse können, so die Projektkoordinatoren, auf andere dezentrale Standorte der Suchthilfe übertragen werden.

Mehr Informationen zu „Chronos“ gibt es im Internet unter www.diakonie-wuerttemberg.de/chronos

Harald Dubyk

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