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03.06.2010

Katamnese ermittelt unter Ehemaligen die Abstinenzqoute

Gute Abstinenzquoten für die Suchthilfe unter den in 2008 entlassenen Patienten


Woran misst man den Erfolg einer medizinischen Rehabilitation bei Abhängikeitserkrankungen? Viele stellen rasch die Frage nach der Abstinenz. Gelingt den ehemaligen Patientinnen und Patienten ein Leben ohne Suchtmittel? Gute Abstinenzquoten nach der Therapie sind nicht nur für die Kostenträger ein Erfolgsindikator. Für viele Abhängigkeitserkrankte stellt sich vor Therapieantritt ebenso die Frage: Gelingt mir die Abstinenz nach meinem Rehaaufenthalt? Die Suchthilfe der Zieglerschen behandelt im Jahr über 1200 abhängigkeitserkrankte Frauen und Männer in fünf Einrichtungen. Ein Jahr nach Therapieende werden alle Ehemaligen im Rahmen der Katamnese angeschrieben und zu ihrer derzeitigen Lebenssituation befragt. Darunter die Frage nach der Abstinenz. Dies Daten der Antwortenden, in der Regel schicken zwischen 35 bis 50 Prozent der Angeschrieben ihre Bögen ausgefüllt zurück, werden zentral ausgewertet. Während rund 50 Prozent der in 2007 Entlassenen geantwortet haben, rutschte die Quote der Antwortenden für 2008 auf 37 Prozent. 65,3 Prozent der Ehemaligen aller Kliniken in der Suchthilfe der Zieglerschen gaben an, seit ihrer Entlassung abstinent gewesen zu sein. Die einzelnen Abstinenzquoten differieren je nach Klinik. Bei der Auswertung wurde nicht zwischen Alkohol- und Drogenpatienten unterschieden. So lag die Abstinenzquote ein Jahr nach Entlassung für das Fachkrankenhaus Ringgenhof bei 69,7 Prozent (Vorjahr 67,2 Prozent), für das Fachkrankenhaus Höchsten bei 59,5 Prozent (61,5 Prozent) und für das Rehabilitationszentrum am Bussen – Fachklinik Hohenrodt bei 55,6 Prozent (32,4 Prozent). Damit haben sich die Quoten in der stationären Therapie der Fachkrankenhäuser Ringgenhof und Höchsten in etwa gehalten, erheblich verbessert dagegen hat sich die Quote unter den Ehemaligen des Rehabilitationszentrums am Bussen – Fachklinik Hohenrodt. Unter den ehemaligen Patientinnen und Patienten der Tagesrehabilitationen (ganztägig-ambulante Therapie) weisen die der Tagesrehabilitation Bodensee-Oberschwaben in Ravensburg mit 82,4 Prozent (Vorjahr 62,5 Prozent) eine bemerkenswert hohe Abstinenzquote vor (siehe auch Interview mit Martin Kunze auf Seite 6 dieser Ringboten-Ausgabe). In Ulm lag sie bei 58,8 Prozent (63,4 Prozent) und in Reutlingen ebenfalls bei 58,8 Prozent (61,5 Prozent).

Harald Dubyk

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