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Öko-Heizzentrale in Wilhelmsdorf eingeweiht

27.09.2011 | von Christof Schrade
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Sie drückten den symbolischen Knopf zum Start der Öko-Heizzentrale in Wilhelmsdorf: v.l.n.r. Der Grünen-Abgeordnete Manne Lucha aus Ravensburg, Konrad Raab, Referent im baden-württembergischen Umweltministerium, der Wilhelmsdorfer Bürgermeister. Dr. Hans Gerstlauer, Ravensburg 1. Bürgermeister und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der TWS, Hans Georg Kraus, TWS-Geschäftsführer Dr. Andreas Thiel-Böhm, Rolf Baumann, Kaufmännischer Vorstand der Zieglerschen und Helmut Hertle, Technischer Geschäftsführer der TWS. Foto: Brigitte Schäfer, TWS

Die TWS hat 3,2 Millionen Euro investiert und versorgt künftig 43 Gebäude der Zieglerschen und die Gemeinde Wilhelmsdorf mit umweltfreundlicher Nahwärme.

Wohlige Wärme mit einem innovativen Konzept: 43 Gebäude in Wilhelmdorf werden ab sofort über eine Nahwärmeversorgung mit Holz und Biogas aus der Region beheizt. Bei der Einweihungsfeier zeigte sich Konrad Raab, Referent am baden-württembergischen Umweltministerium, beeindruckt: „Das Projekt zeigt, wie gebündelte regionale Kräfte ein zukunftsweisendes ökologisches Energiekonzept auf die Beine stellen können. Wir brauchen mehr solche Beispiele." Herzstück der neuen Nahwärmeversorgung ist eine Heizzentrale, in die die TWS Netz GmbH (TWS) gut 3,2 Millionen Euro investiert hat und in Zusammenarbeit mit den Zieglerschen und der Gemeinde Wilhelmsdorf gebaut hat.
Die Anlage verfügt über zwei neue Holzhackschnitzelheizkessel und ein Blockheizkraftwerk (BHKW), das mit Biogas betrieben wird. „Durch den Einsatz von Naturstoffen und den hohen Wirkungsgrad des BHKW werden im Jahr voraussichtlich rund 1.500 Tonnen weniger Kohlendioxid ausgestoßen als bisher. Das entspricht einem Rückgang um rund 84 Prozent", erläuterte Helmut Hertle, Technischer Geschäftsführer der TWS. Er dankte allen, die zur Entwicklung des Projektes und der Realisierung des Baus beigetragen haben.Über die Fertigstellung der Heizzentrale freute sich Rolf Baumann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Zieglerschen, besonders: „Ökologische Aspekte sind wichtig in unserem täglichen Tun. Dieses Projekt ist für uns ein Meilenstein in der Optimierung unserer Energieeffizienz." Baumann berichtete außerdem, dass die Zieglerschen in ihrer mittelfristigen Finanzplanung Investitionen in Höhe von 60 Millionen Euro vorgesehen hätten. Ein Viertel davon, nämlich 15 Millionen Euro, würden an einem einzigen der 30 Standorte der Zieglerschen investiert, nämlich hier in Wilhelmsdorf. Man werde das Geld weniger für Neubauten einsetzen, sondern eher für Modernisierungen der Gebäude, und dies auch unter energetischen und damit ökologischen Gesichtspunkten. Die Öko-Heizzentrale sei dabei ein wichtiges Signal für die Zukunft. Für die Gemeinde stand der regionale Aspekt besonders im Fokus. „Wir haben mit der TWS und den beteiligten Landwirten bewusst Partner aus der Nähe mit Kompetenz ins Boot geholt", erklärte Bürgermeister Dr. Hans Gerstlauer. Die Holzhackschnitzel werden regional aus Danketsweiler beschafft. Das Biogas stammt aus einer bestehenden Biogasanlage in Pfrungen.

Der Ravensburger Grünen-Abgeordnete Manne Lucha hatte es sich nicht nehmen lassen, zu der Feierstunde zu kommen. Seine Anwesenheit bei diesem Projekt sei „Ehrensache", wie er unter dem Beifall der Gäste sagte.

Die Gäste, darunter Mitglieder des Gemeinderates, konnten einen Blick in die neue Öko-Heizzentrale in der Pfrunger Straße werfen. In dem funktionellen und architektonisch hochwertigen Gebäude ist neben den beiden Holzhackschnitzel-Kesseln auch ein unterirdischer Vorratsraum untergebracht. Dort können bis zu 200 Kubikmeter Holzhackschnitzel gelagert werden. Das reicht, um die beiden Heizkessel etwa eine Woche zu betreiben. Besonders groß war das Interesse am Blockheizkraftwerk. Damit dieses kontinuierlich mit Biogas befeuert werden kann, wurde eigens eine zwei Kilometer lange Leitung von der Biogasanlage des Landwirtes Reinhold Duelli bis in die neue Heizzentrale gelegt. „Biogas lässt sich nahezu verlustfrei transportieren. Mit der Minimierung der Wärmewege konnten wir den Wirkungsgrad der gesamten Anlage optimieren", erklärte Helmut Hertle das Vorgehen. Das BHKW nutzt das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung: Es produziert sowohl Strom als auch Wärme. Die Abwärme aus der Stromproduktion wird dabei zum Heizen und zur Warmwasserbereitung verwendet. Die Anlage mit einer installierten Gesamtleistung von 3,6 Megawatt hat den Testbetrieb mit Bravour bestanden.

Im Vorfeld hatten Die Zieglerschen gemeinsam mit der Gemeinde Wilhelmsdorf einen Ideenwettbewerb für den Neuaufbau der Wärmeversorgung ausgeschrieben. Die TWS überzeugte dabei mit ihrem Öko-Energieversorgungskonzept. „Wir freuen uns, dass wir das Projekt realisieren durften", sagte TWS-Geschäftsführer Dr. Andreas Thiel-Böhm. „Die Wärmeversorgung mit regenerativen Energien ist ein Thema, das aus ökologischen und aus ökonomischen Gründen immer mehr an Bedeutung gewinnt. Die TWS steht dabei sowohl als Entwicklungspartner als auch als Komplettdienstleister zur Verfügung."
Text und Bilder mit freundlicher Genehmigung der TWS