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Bürgermeisterin Sandra Flucht besucht Ringgenhof

08.09.2016 | Von Annette Scherer | Suchthilfe

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Foto: von links: Oberarzt Dr. Klaus Lehmann, Chefarzt Dr. Stefan Schaffitzel und Michael Stäcker vom Ringgenhof, Bürgermeisterin Sandra Flucht, Eberhard Gröh (Geschäftsbereichsleiter in der Suchthilfe der Zieglerschen) im Austausch vor einem Gebäude des Ringgenhofes. (Foto: Annette Scherer)

„Was genau machen Sie hier auf dem Ringgenhof? Welche Therapieformen bieten Sie an? Wie läuft es, wenn die Leute Sie wieder verlassen und wie schwierig ist es, Mitarbeiter zu finden?“ Mit vielen Fragen und großem Interesse ist Wilhelmsdorfs neue Bürgermeisterin Sandra Flucht zum Ringgenhof der Zieglerschen gekommen.

Der Ringgenhof gehört zur Suchthilfe der Zieglerschen und ist eine Fachklinik zur Behandlung suchtkranker Männer.

Auf dem Programm standen ein Austausch mit den Verantwortlichen vor Ort und ein Rundgang über das Gelände. Geschäftsbereichsleiter Eberhard Gröh, Chefarzt Dr. Stefan Schaffitzel und Oberarzt Dr. Klaus Lehmann berichteten Sandra Flucht von der täglichen Arbeit in einer der ältesten Suchtkliniken Deutschlands. Hier werden pro Jahr etwa 600 Patienten behandelt, die durchschnittlich 15 bis 16 Wochen in der Einrichtung verweilen. Eine große Rolle spielen bei den Süchten der Patienten nicht nur Alkohol und illegale Drogen, sondern auch Spielsucht und Drogen in Kombination mit Psychosen.

Eberhard Gröh skizzierte die aktuellen Herausforderungen der Suchthilfeeinrichtung, die trotz einer 95-prozentigen Auslastung für die Zieglerschen ein defizitärer Bereich sei: „Mehr Auslastung ist kaum machbar. Denn gerade im Suchtbereich gibt es Patienten, die eine Reha aus persönlichen oder gesundheitlichen Gründen ganz kurzfristig nicht antreten, obwohl sie einen Platz gebucht hatten. Und dann gibt es auch die Fälle, dass Patienten entweder ihre Reha selber abbrechen oder aber rückfällig werden. Dann müssen wir die Therapie von unserer Seite abbrechen.“ Um diese wichtige Arbeit weiterhin gerne und gut zu machen, sei eine entsprechende finanzielle Ausstattung erforderlich. „Hier kommen wir um eine leistungsgerechte Pflegesatzanpassung durch die zuständigen Rentenversicherungsträger nicht herum“, erklärte Gröh.

Wie der Alltag auf dem Ringgenhof aussieht, wie fließend der Übergang vom Feierabendbier zur Suchtproblematik sein kann und wie Therapeuten und Ärzte auf dem Ringgenhof ihren Patienten helfen, erzählte bei einem anschließenden Rundgang über das Gelände sehr offen Michael Stäcker, der aktuell als Patient auf dem Ringgenhof ist. Ihm wünschte Bürgermeisterin Sandra Flucht zum Abschied alles Gute und bedankte sich bei ihm und auch bei den Vertretern der Suchthilfe der Zieglerschen für den interessanten Einblick in deren Arbeit.

Die Suchthilfe der Zieglerschen ist der größte Anbieter stationärer Suchttherapie in Württemberg. Über 1.000 Patientinnen und Patienten werden pro Jahr behandelt. Die Fachkliniken „Ringgenhof“ in Wilhelmsdorf und „Höchsten“ in Bad Saulgau sowie die ganztägig ambulanten Tagesrehabilitationen in Ulm und in Ravensburg bieten insgesamt 286 Behandlungsplätze für suchtkranke Menschen an.

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visAvie 02-2016
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