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Heißes Regen-Rennen im Martinshaus Kleintobel

14.07.2016 | Von Sarah Benkißer | Jugendhilfe

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Siegerehrung im Regen – Schüler des Martinshaus Kleintobel haben selbst einen offiziellen Qualifikationslauf für eine Modellauto-Rennserie organisiert. / Foto: Sarah Benkißer

Fünf Schüler aus dem Martinshaus Kleintobel der Zieglerschen haben ein offizielles Qualifikationsrennen für die deutschlandweite Modellbau-Rennserie „Tamiya Fighter Cup“ organisiert. Der strahlende Sieger des Tages hieß Oliver, der sein Modell-Rennauto im Finale nach 3:46:53 Minuten durch‘s Ziel steuerte. Zusammen mit sieben weiteren Platzierten darf er vom 29. bis 31. Juli am Deutschland-Finale des „Tamiya Fighter Cups“ in Sonneberg/Thüringen teilnehmen.

Nachdem die Vorrunde noch bei bestem Wetter stattgefunden hatte, wurde der Finallauf zum Regenrennen: Die sechs Finalisten – fünf von ihnen Schüler im Martinshaus Kleintobel – standen dennoch hoch konzentriert auf dem Fahrerstand, von dem aus sie ihre rund 40 Zentimeter langen Modellautos Runde für Runde durch den selbst angelegten Parcours steuerten. Die Geschwindigkeit der im Maßstab 1:10 verkleinerten Modellautos des Herstellers „Tamiya“ wurde dabei voll ausgereizt, spektakuläres Überschlagen oder Abkommen von der Strecke inklusive, weshalb die Streckenposten alle Hände voll zu tun hatten. Am Ende strahlte Oliver als Sieger und sagte bescheiden: „Ich hätte gar nicht damit gerechnet, dass ich gewinne.“ Mit seiner Siegerzeit von 3:46:53 Minuten verwies er die Kontrahenten Jonas, Max, Alessandro, Leon und Leandro auf die Plätze zwei bis sechs und durfte am Ende stolz mit dem Pokal auf der obersten Stufe des Siegertreppchens - sitzen! Denn zum Stehen auf dem unter einem Pavillon aufgestellten Podest war der hochaufgeschossene Teenager zu groß. Für das große Deutschlandfinale des Tamiya Fighter-Cups in Thüringen Ende Juli haben sich alle sechs Finalisten qualifiziert, ebenso wie der jüngste Teilnehmer Rufus und der Lokalmatador Jaden.

Das Modellauto-Rennen, das die Schüler der Klasse 10 AS des sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums Martinshaus Kleintobel organisiert hatten, hatte neben dem unverkennbaren Spaßfaktor auch einen pädagogischen Hintergrund. „Unsere Schüler haben alles rund um das Rennen selbst organisiert“, erklärt ihr Lehrer Karsten Hampapa, „sie haben zum Beispiel das Baugerüst, das als Fahrerstand diente, selbst montiert und für die Strecke eine Brücke aus Holz gebaut. Einer hat Plakate für die Veranstaltung entworfen, ein anderer die Homepage. So haben sie gelernt, was sie im Team alles schaffen können.“ Auch die Modellautos haben die Jugendlichen, die wegen Problemen in der Schule oder Zuhause die Jugendhilfeeinrichtung der Zieglerschen besuchen, selbst gebaut. „In unserer Modellbau-AG bekommen die Schüler nur den Bausatz der Autos, da ist noch nicht mal ein Stoßdämpfer vormontiert“, berichtet Karsten Hampapa. Der Wunsch „Ich will so ein Auto haben“ wirke dabei als unschlagbarer Antrieb für die Jugendlichen, so der Lehrer: „Es fängt damit an, dass sie sich informieren müssen, wie ein Auto im Detail funktioniert. Sie lernen mit Frust umzugehen, wenn beim Bau etwas nicht gleich klappt. Am Ende haben sie ein unvergleichliches Erfolgserlebnis, wenn sie das Ergebnis ihrer eigenen Arbeit in Händen halten.“

Foto: Sarah Benkißer  Foto: Sarah Benkißer  Foto: Sarah Benkißer
Bilderstrecke: Bilder vom Regen-Rennen im Martinshaus (8 Bilder).

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