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Asperger-Klassen

Das Asperger-Syndrom
Das sogenannte »Asperger-Syndrom« ist eine Sonderform des Autismus. Es hat seinen Namen vom österreichischen Kinderarzt Hans Asperger. Im Alltag macht sich das Asperger-Syndrom etwa wie folgt bemerkbar:

  • Beeinträchtigungen der sozialen Wahrnehmung und Kommunikation
  • soziale Beeinträchtigung im Umgang mit Gleichaltrigen
  • eingeschränktes, stereotypes, zwanghaftes, sich wiederholendes Repertoire von Sonderinteressen und Aktivitäten
  • häufig auch Veränderungsängste
  • starkes Bedürfnis nach Routinen und Regelhaftigkeit
  • häufige motorische Unbeholfenheit

Gleichzeitig sind viele Asperger-Kinder überdurchschnittlich intelligent und können sich mit ihren Spezialgebieten (»Inselbegabung«) stundenlang beschäftigen.

Im Martinshaus Kleintobel haben wir für Asperger-Schüler eigene Klassen eingerichtet und ausgebaut.

Warum eigene Asperger-Klassen (»Intensivklassen«) sinnvoll sind
Grundlage für die Arbeit mit Asperger-Autisten ist ein geschütztes Förderumfeld, das auf die besonderen Befürfnisse der Schülerinnen und Schüler abgestimmt ist. Deshalb sind die Intensivklassen auch räumlich von den anderen Klassen der Erziehungshilfeschule getrennt. Regel-Klassen mit bis zu 12 Schülern sind für einen Asperger-Autisten zu groß. Daher haben wir die Klassenstärke in den Intensivklassen auf sechs Schülerinnen und Schüler beschränkt.

Eine Rückführung in »normale« Klassen unserer Schule oder gar eine Beschulung in der Regelschule ist beim Asperger-Syndrom nur in wenigen Fällen möglich. Deshalb ist es unser Ziel, diese Schülerinnen und Schüler bis zum Realschulabschluss zu führen. Die Erfolgsquoten beim Abschluss geben uns Recht.

Wie sieht die Arbeit in den Intensivklassen aus?
Die Unterrichtsmethoden sind auf die besonderen Anforderungen der Asperger-Schülerinnen und -Schüler angepasst. Einerseits können jahrgangsübergreifende Klassen gebildet werden, andererseits erfolgt der Unterricht aber auch individualisierend, d. h. Jugendliche lernen entsprechend ihrem Können und Entwicklungsstand.

Asperger-Schülerinnnen und Schüler brauchen gleich bleibende Ansprechpartner. Wir achten deshalb darauf, dass ein Lehrer eine Klasse möglichst lange begleitet. Die Lehrer, die unsere Intensivklassen unterrichten, sind zudem speziell für die besonderen Probleme autistischer Schüler geschult. Sie bieten auch über den Unterricht hinaus weitere Unterstützungsangebote an, zum Beispiel Sozialkompetenztraining für Kinder / Jugendliche mit dem Asperger-Syndrom.