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03.05.2010

"Ich bin für euch da"

Schulsozialarbeiterinnen der Jugendhilfe der Zieglerschen starten im Landkreis Biberach


Volle Lust auf Schulsozialarbeit in Ochsenhausen: Die beiden neuen Schulsozialarbeiterinnen Karin Kobsa (l.) und Samara Brödenfeld (r.) mit Andreas Kübler, dem Leiter der Gemeinwesenarbeit der Jugendhilfe der Zieglerschen im Landkreis Biberach. Foto: Katharina Stohr

Zusammen gerechnet laufen sie seit rund 100 Tagen über die Schulhöfe in Ochsenhausen: Die Schulsozialarbeiterinnen Samara Brödenfeld, 25, und Karin Kobsa, 27, betreuen seit März 2010 acht Schulen mit 2500 Schülern, von Förderschule bis Gymnasium, verteilt durch die ganze Stadt. Erstmals bietet die Jugendhilfe der Zieglerschen damit auch Schulsozialarbeit im Landkreis Biberach an.

Lösungen suchen 

„Ich bin für euch da, um euch zu unterstützen, wenn es schwierig wird.“ Samara Brödenfeld erzählt, wie sie die Schüler des Gymnasiums und der Realschule begrüßt hatte, als sie ihre Tätigkeit im März begann. Dass Unterstützung gefragt sei, habe sich schon bald gezeigt: „Ein Junge, der gemobbt wurde, hat einen Beschützerkreis in der Schule gefunden. Da kamen die Schüler als ganze Gruppe von sich aus auf mich zu.“ Ob Stress mit Freunden, in der Familie oder Konflikten in der Klasse - die Schulsozialarbeiterin will vor allem am Positiven ansetzen: „Wir suchen nicht nach Schuldigen, das bringt nicht weiter, wir suchen nach Lösungen.“

Kollegin Karin Kobsa hat ihre Arbeit im April aufgenommen und freut sich auf einen vielfältigen Arbeitsbereich in der Rottumtalschule und den Grund- und Hauptschulen: „Einzelfallhilfe für Schüler, Lehrer und Eltern, Projektarbeit in Klassen, Mobbingprävention oder die Situation um den Zentralen Omnibus Bahnhof in Ochsenhausen verbessern“, zählt sie als Beispiele auf, „und ein weiterer Schwerpunkt wird die Netzwerkarbeit vor Ort sein, wie etwa die Zusammenarbeit mit Jugendamt und Polizei.“

Schulsozialarbeit für Schüler und Lehrer

Andreas Kübler, der den Bereich Gemeinwesenarbeit der Jugendhilfe der Zieglerschen im Landkreis Biberach leitet, findet Schulsozialarbeit für Schüler und Lehrer gleichermaßen wichtig: „Wenn Kinder stören oder auffällig werden, gibt es immer einen Grund dazu. Solche Verhaltensweisen lassen sich immer nachvollziehen und es lässt sich stets etwas finden, was dieses Verhalten begründet.“ Dies versteht er als Aufforderung an alle, sich den vorhandenen Problemen zu stellen und an der Lösungsfindung dran zu bleiben.

Kontakte zu knüpfen, hier in Ochsenhausen, sei bislang leicht gewesen: „Wir sind von allen Seiten, ob Schulleitung, Eltern oder Schüler, mit offenen Armen empfangen worden“, sagt Karin Kobsa, die sich zum besseren Kennenlernen der Schüler mittags im Förderbereich mit an den Esstisch setzt oder Schüler bei deren Praktikum im Betrieb besucht. Und Samara Brödenfeld, die von sich sagt, dass sie „voll Lust auf Schulsozialarbeit“ habe, schätzt die vielen offenen Lehrer, die zur Zusammenarbeit bereit sind.

Fruchtbarer Boden in Ochsenhausen


Auf Initiative der Elternbeiräte wurden die beiden Schulsozialarbeiter-Stellen durch die Stadt Ochsenhausen neu geschaffen, der Landkreis Biberach finanziert die beiden 50-Prozent-Arbeitsplätze zu einem Drittel mit. Die Jugendhilfe der Zieglerschen kann als Träger der Stellen auf eine langjährige Erfahrung mit derzeit elf Schulsozialarbeitern im Landkreis Ravensburg zurückgreifen. Als sehr positiv hat Andreas Kübler die ausgeweitete Schulsozialarbeit auf den Landkreis Biberach bisher erlebt: „Die Zusammenarbeit mit Schulen und Ämtern ist außergewöhnlich gut und musterhaft. Hier war der Boden sehr gut vorbereitet.“

Katharina Stohr

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