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12.07.2011

Fußball sprengt Grenzen

Beim 6. Kleintobel-Cup in Weingarten vermischen sich Kulturen und Schularten


Fußball verbindet Schüler über Grenzen unterschiedlicher Schularten hinweg. Beim 6. Kleintobel-Cup traten neun Mannschaften aus Sonder- und Regelschulen gegeneinander an. Foto: Katharina Stohr.

Sport verbindet: Der Kleintobel-Cup im Argonnenstadion des Sportklubs Weingarten hat gezeigt, wie Fußball die Grenzen unterschiedlicher Schularten spielerisch auflösen und junge Menschen zusammen bringen kann. Zum sechsten Mal traten Schülermannschaften aus verschiedenen Sonder- und Regelschulen der Region gegeneinander an und erlebten in 16 Vorrunden- und zwei Finalspielen Spaß, Spannung und Fair-Play.

Begegnen statt ausgrenzen

Während Gymnasiasten gegen Erziehungshilfe-Schüler kickten, saßen Besucher mit Behinderung am Spielfeldrand und erfreuten sich der fairen Spielweise auf dem Fußballfeld. „Kleintobel-Cup heißt begegnen und auseinandersetzen statt aus- und abgrenzen“, sagt Daniel Murr, Konrektor der Schule für Erziehungshilfe im Martinshaus Kleintobel, welches den Cup mit Unterstützung des Sportklubs Weingarten ausrichtet.

„Dieses Turnier hier ist mal eine ganz andere Erfahrung“, findet der 14jährige Max, der das Spohn-Gymnasium in Ravensburg besucht und normalerweise gegen Leute spielt, die er zumindest vom Sehen her kennt. „Spaß am Fußball und mit anderen Menschen zusammen zu kommen“, ist für den 13 jährigen Realschüler Dennis der Grund, mitzumachen. Etwa 50 junge Menschen aus neun Nationen jagten beim Turnier das runde Leder.

Junge Menschen miteinander verbinden

Seit Jahren kooperieren der Sportklub Weingarten und die Jugendhilfeeinrichtung der Zieglerschen miteinander und sammeln dabei zunehmend gute Erfahrungen. Der jährlich stattfindende Cup trägt wesentlich dazu bei. „Wir wollen junge Menschen kulturell und schulisch vermischen“, sagt Yüksel Tunc, Erfinder des Cups und betreuende Fachkraft im Martinshaus Kleintobel. „Hier zählen keine guten oder schlechten Noten sondern nur der Mut, dabei zu sein, andere Leute kennen zu lernen, sich zu öffnen und zu empfangen.“ Matthias, 15, aus Kleintobel bestätigt: „Weg vom Alltag, ein bisschen Fußball spielen und Spaß haben.“

Für Mehmet Akcicek, Vorstand des Sportklubs Weingarten, bietet Fußball die passende Ebene, um Schüler verschiedener Schularten zusammen zu schweißen und Kontaktschwierigkeiten abzubauen: „Die jungen Menschen kommen im Fußball und Sport viel enger zusammen, als wenn sie sich auf der Straße begegnen und dort eher mal den Konkurrenten im Anderen sehen.“ Konkurrenzkampf erlebe er zwar auch im Sport - „aber auf faire Weise.“

Und so endete der Kleintobel-Cup in seiner sechsten Auflage wie auch in den Vorjahren ohne Zeitstrafen, Platzverweise und grobe Fouls. Im Finale 1 siegte der Jugendtreff Baienfurt gegen Kleintobel 1 - im Finale 2 gewann Grünkraut gegen die Talschule Weingarten.

Katharina Stohr

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