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15.09.2009

Jugendhilfe der Zieglerschen ist nachgefragt

Das Martinshaus Kleintobel eröffnet seine fünfte Außenwohngruppe


Christian Glage, Geschäftsführer des Martinshauses, und Benjamin Hildebrand, neuer Gruppenleiter der AWG, werden von Ortsvorsteher Markus Hugger in Schmalegg begrüßt.

St.-Magdalena-Ring 4, Schmalegg – so lautet seit dem Schuljahresbeginn die neue Adresse von zunächst fünf Jungen im Alter von zehn bis 14 Jahren, die in die neue Außenwohngruppe des Martinshauses eingezogen sind. In der letzten Ferienwoche eröffnete Christian Glage, Fachlicher Geschäftsführer des Martinshauses Kleintobel, zusammen mit dem Ortsvorsteher der Gemeinde Schmalegg, Markus Hugger, und Gruppenleiter Benjamin Hildebrand im Beisein der Presse die fünfte Außenwohngruppe des Martinshauses, die mitten im Herzen von Schmalegg in einem 250 Quadratmeter großen Einfamilienhaus eingerichtet worden ist.
Dank seiner hellen, freundlichen Architektur und der Aufteilung in einen großzügigen Flurbereich mit vielen abgehenden Einzelzimmern im oberen Stockwerk ist das Gebäude ideal für diesen Zweck geeignet und damit ein Glücksfall für die Jugendhilfe. Denn so groß die Nachfrage nach den Angeboten des Martinshauses ist, so schwer ist es,geeignete Häuser und oder Wohnungen zu finden, in denen solche Außenwohngruppen eingerichtet werden können. „Die Nachfrage ist so groß, dass wir direkt noch eine Wohngruppe aufmachen könnten“, so Christian Glage, doch leider fehlten die Räumlichkeiten dafür.
Dass die Anwohner im St.-Magdalena-Ring verunsichert oder skeptisch auf eine Jugendhilfe-einrichtung in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft reagieren könnten, ist für die Mitarbeiter des Martinshauses verständlich. Durch ein offenes Zugehen auf die Nachbarn möchte man jedoch die Vorurteile abbauen. „Wem Fragen auf den Fingernägeln brennen, darf gerne klingeln oder im Martinshaus anrufen", sagt Christian Glage. Gruppenleiter Benjamin Hildebrand habe sich bereits bei den Nachbarn vorgestellt und bei der Abschiedsfeier des Vorbesitzers des Hauses sei man eingeladen gewesen und habe gute Kontakte zu den Anwohnern knüpfen können.
Die fünf (ab November 2009 sechs) jungen Bewohner der Außenwohngruppe, die zum Teil das Asperger-Syndrom haben, haben nicht nur im Haus mit Garten sowie Kraftraum und Sauna sehr gute Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung, sondern können in Schmalegg auch zwischen gut 20 Vereinen wählen. Dank guter Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz ist auch der Schulbesuch im Martinshaus Kleintobel kein Problem. Damit können die jungen Menschen so normal wie möglich am gesellschaftlichen Leben teilhaben.
Am 17. Oktober wird es nachmittags von 14 – 16 Uhr die Möglichkeit geben, das Team, die jungen Menschen und das Haus kennen zu lernen – die Wohngruppe lädt zu einem offenen Kaffee ein.

Sarah Kanzen

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