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13.05.2011 - Kleintobel

Adrenalin jagt durch die Blutbahn

Tag der offenen Tür im Seilgarten Tobel-Ropes


Spaß und Spannung waren beim Tag der offenen Tür im Seilgarten Tobel-Ropes angesagt, wie etwa beim Sprung vom Trapez. Das Jahr hindurch nutzen Besuchergruppen den Seilgarten vor allem aber für pädagogische Zwecke. Foto: Katharina Stohr.

Der Seilgarten Tobel-Ropes des Martinshauses Kleintobel hat jüngst rund 200 abenteuerlustige Besucher angelockt. Wie jedes Jahr hatte die Jugendhilfe der Zieglerschen an ihrem Standort Berg-Kleintobel in das kleine Biotop ganz in der Nähe des Schul- und Wohngruppengeländes eingeladen.

Mit zersaustem Haar und erhitztem Gesicht stand so mancher Besucher auf dem mit Hackschnitzel bedeckten Boden des Seilgartens und blickte hinauf in luftige Höhen. So auch jener Mann, der kurz zuvor noch acht Meter weiter oben auf der 15 Meter langen und leicht schaukelnden Dschungelbrücke von Brett zu Brett balanciert war. „Man muss sich einfach Zeit lassen“, antwortet er auf die Frage, wie es ihm ergangen sei. „Vor allem die unterschiedlichen Abstände der einzelnen Trittbretter erfordern hohe Konzentration“. Die Dschungelbrücke hat er dann auch mit Bravour gemeistert, gesichert mit einem Seil und begleitet von einem zertifizierten Seilgarten-Trainer, der vom Boden aus Anweisungen gab.

Luftiger Sprung zum Trapez

Während er erzählt, springt ein 10jähriges Mädchen aus acht Metern Höhe vom Podest einer Seilgartenstange und greift im freien Fall zu einer Trapezstange, die zwei Meter entfernt von ihr in der Luft baumelt. „Uuuuuuuuuiiiiiiihhhh“, ruft sie dabei laut und schwingt anschließend lachend wie eine Zirkusprinzessin mit dem Trapez in der Luft, bis sie, ebenfalls mit Seil gesichert, von den Trainern abgelassen wird und wieder auf sicherem Boden zu stehen kommt.

„Geh doch auch mal rauf“, versucht Seilgarten-Trainerin Helga eine andere Besucherin zu motivieren. „Das erzeugt Adrenalin und gibt Power pur!“ Diese gesellt sich jedoch lieber zu den Kontrolleuren des Seilgartens. Ohne die läuft hier gar nichts. In den mit Seilen abgesperrten Garten darf nur, wer zuvor einen passenden Helm aufgesetzt und Sitz- und Brustgurt fachmännisch angezogen hat. „Zero Accident“, übersetzt „null Unfall“, lautet die Formel des Teams rund um Thomas Rittmeyer, der den Seilgarten leitet. Unterstützt werden er und die Trainerinnen und Trainer von den sogenannten Technischen Assistenten, kurz „TAS“. Das sind Jugendliche des Martinshauses Kleintobel, die eine extra Schulung absolvieren müssen, um diesen Job zu erlangen.

Gurt und Helm müssen sitzen

Gregor (Name geändert) ist einer davon. Gerade steht er an einem Tisch vor dem Seilgarten und erklärt einer Gruppe von Kindern, mit welchem Knoten Sitz- und Brustgurt miteinander verbunden werden, so dass das ganze auch hält. „Schuhknoten“, sagt er dazu und greift in eine der vielen Kisten, in welchen Gurte unterschiedlicher Größe und verschiedene Helme liegen. Als auch der kleinste Besucher der Gruppe den Kopfwackeltest bestanden hat und sichergestellt ist, dass dessen Helm richtig sitzt, strömen die Kinder in den Seilgarten.

Die Tobel-Ropes des Martinshauses Kleintobel erfreuen sich ganzjährig großer Beliebtheit und fordern Besucher stets mit ihrer Welt aus Seilen und Balken in unterschiedlicher Höhe heraus. Auf einer Grundfläche, deren Größe etwa einem Viertel eines Fußballfeldes entspricht, bietet der Seilgarten zahlreiche Möglichkeiten, um die eigenen psychischen und körperlichen Grenzen auszutesten und Spaß und Spannung zu erleben. Niedrigere Seil- und Balkenelemente werden vor allem für Gruppenprozesse und Teambildungen eingesetzt.

Weitere Infos unter: www.tobel-ropes.de

Katharina Stohr

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