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Fachtag 2014 - Vorträge und Workshops

- Vortrag 1 -

„Sprachheilpädagogischer Unterricht -
Methodische und didaktische Konsequenzen und Grenzen"


Im inklusiven Unterricht sind Perspektiven erforderlich, die die sonderpädagogischen Behinderungskategorien übergreifen. Exklusiver sprachheilpädagogischer Unterricht steht damit vor der Herausforderung, immanente Angebote vorzuhalten, von denen die ganze Lerngruppe profitieren kann. Dieses Problem setzt aber voraus, dass spezialisierte Fördereinrichtungen im inklusiven Bildungssystem nicht mehr angeboten werden. Sieht das die BRK-Konvention tatsächlich vor? 

Wie wäre es, wenn sich die bisherigen, hilfreichen Angebote auch für Kinder ohne Behinderungen öffnen würden? Das die Sprachheilschulen im Alltagsverständnis als stigmatisierende Sonderschulen begriffen werden, stellt dabei ein Problem dar, wie ein aktueller Beitrag in der Presse verdeutlicht:
http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/bildungsaufsteiger-erfolgreich-im-job-trotz-foerderschule-a-951926.html



Referent:
Dr. Jörg Mußmann
Universität Hamburg

 

 

- Vortrag 2 -

„Qualitätsmerkmale des Unterrichts mit sprachbeeinträchtigten Kindern"

Da Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen besondere Bildungsbedürfnisse haben, müssen sich didaktisch-methodische Entscheidungen für die Unterrichtsgestaltung an den individuellen Lernvoraussetzungen ausrichten. Damit ist die Frage nach den Qualitätsmerkmalen eines Unterrichtsangebotes für diese Kinder von hoher Relevanz.
Aus der Literatur ausgewählte Merkmale allgemein guten Unterrichts sowie Merkmale sprachheilpädagogischen Unterrichts wurden von Experten in ihrer Relevanz für die Gestaltung von Bildungsprozessen für sprachbeeinträchtigte Kinder eingeschätzt. Diese Ergebnisse wurden bei der Entwicklung eines Fragebogens berücksichtigt, der bundesweit an sonderpädagogische Lehrkräfte verteilt wurde, die unabhängig vom Lernort mit sprachbeeinträchtigten Kindern unterrichtlich tätig sind. Es werden deutliche Unterschiede zum Unterricht der Grundschullehrkräfte sichtbar, die denselben Fragebogen beantwortet haben.

Im Rahmen der KiSSES-Studie in BW wurde die Schulleistungsentwicklung der Kinder im Längsschnitt verfolgt. Gleichzeitig wurden die Lehrkräfte nach Prozessmerkmalen ihres Unterrichts befragt. Es lassen sich Zusammenhänge zwischen einzelnen Bereichen der Schulleistung (Mathematik, Lesen) und Unterrichtsmerkmalen zeigen.




Referentin:
Anja Theisel
Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung Stuttgart

 

 

- Workshop 1 -

Sprachheilpädagogisches Arbeiten in der Einzelinklusion - praktische Beispiele aus der Grundschule, der Gemeinschaftsschule und der Realschule im Landkreis Biberach"

Es wird dargestellt, wie Einzelinklusion sprachbehinderter Kinder in der Modellregion Biberach organisiert und durchgeführt wird. Dabei berichten die beiden Sonderpädagoginnen aus ihrem Arbeitsalltag an den verschiedenen Schulformen. Hierbei werden Schwierigkeiten und Chancen aufgezeigt sowie Bedingungen zum Gelingen von Einzelinklusion zusammengefasst.

Leitung: Julia Birk-Braun & Annette Koczy, Sonderpädagoginnen im Bereich Sprache, Sprachheilschule Biberach

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- Workshop 2 -

„Herausforderungen des Teamteachings in einer jahrgangsgemischten Inklusionsklasse an der Sommertalschule Meersburg"

Unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit in einer Inklusionsklasse werden vorgestellt und diskutiert.
Wie können verschiedene Aufgabenbereiche (Unterricht, Therapie, Elternarbeit) sinnvoll geplant und umgesetzt werden? Wie können die vorhandenen Ressourcen und Kompetenzen am sinnvollsten genutzt werden?

Leitung: Karin Leibold & Max Miehle, Sonderpädagogin im Bereich Sprache & Grund- und Hauptschullehrer, Sprachheilschule Friedrichshafen & Grundschule Meersburg


- Workshop 3 -

„Inklusionsklassen an der Grundschule Neuwiesen - Von der Rahmenstruktur zu der Umsetzung sprachheilpädagogischer Prinzipien in Unterricht und Förderung"

An der Grundschule Neuwiesen gibt es vier Inklusionsklassen. Die teilweise unterschiedlichen Rahmenbedingungen der Klassen ermöglichen sprachheilpädagogisches Arbeiten in unterschiedlichen Varianten. Nach kurzer Vorstellung der Konzeption, wird die Umsetzung der sprachheilpädagogischen Prinzipien diskutiert.

Leitung: Annerose Kauderer & Claudia Gronbach, Sonderpädagoginnen im Bereich Sprache,  Sprachheilzentrum Ravensburg


- Workshop 4 -

„Sprachheilpädagogik im gemeinsamen Unterricht - Einblicke in die Konzeption und Praxis einer integrativen Außenklasse in Rottenburg/Neckar"

In diesem Workshop soll am Beispiel einer 4. Klasse, die zugleich von SchülerInnen mit und ohne Förderbedarf Sprache & Kommunikation besucht wird, ein konkreter Blick in die tagtägliche Arbeit im gemeinsamen Unterricht geworfen werden. Im Fokus steht dabei die Frage, welche Gelingensfaktoren für einen gemeinsamen Unterricht mit gezielter sprachheilpädagogischer Förderung / Therapie bestimmt werden können. Chancen und Schwierigkeiten bei der Umsetzung sollen vor dem Hintergrund der Praxiserfahrungen des Klassenlehrers vorgestellt, problematisiert und diskutiert werden.

Leitung: Laurens Brenner, Sonderpädagoge im Bereich Sprache, Erich-Kästner-Schule Reutlingen am Außenstandort Rottenburg

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- Workshop 5 -

„Kooperationsklassen des Sprachheilzentrums Calw - Gemeinsame Beschulung von Kindern mit und ohne Förderschwerpunkt Sprache an einer allgemeinen Grundschule"

Wie sieht der Unterricht in einer Kooperationsklasse aus, in der Kinder mit einem Anspruch auf ein sprachheilpädagogisches Bildungsangebot gemeinsam mit Kindern ohne Förderbedarf beschult werden?
Neben den organisatorischen Rahmenbedingungen werden vor allem die Teamarbeit von SonderschullehrerIn und GrundschullehrerIn, die Differenzierung der Unterrichtsinhalte, die spezifisch sprachheilpädagogische Ausprägung des Unterrichts, die methodische Umsetzung sowie die Leistungsbewertung vorgestellt. Chancen aber auch Grenzen des Modells werden anhand der praktischen Arbeit mit den Kindern aufgezeigt.

Leitung: Claudia Bollinger & Heike Appel, Sonderpädagoginnen im Bereich Sprache, Sprachheilzentrum Calw


- Workshop 6 -

„Sprachheilpädagogischer Unterricht an der Sprachheilschule - Theoretische Grundlagen nach Dr. Karin Reber & Dr. Wilma Schönauer-Schneider"

Ist das Konzept „Bausteine des sprachheilpädagogischen Unterrichts" nach dem Münchener Modell in der täglichen Unterrichtspraxis umsetzbar?
Nach einem kurzen Überblick über das Modell der sprachheilpädagogischen Unterrichtsplanung nach Dr. Karin Reber & Dr. Wilma Schönauer-Schneider wird eine mögliche praktische Umsetzung des Modells dargestellt. Hierbei wird auf den Baustein des Sprachverständnisses näher eingegangen und dazu verschiedene Medien präsentiert. Im Anschluss gibt es Raum zur Diskussion.

Leitung: Lydia Kuhn & Constanze Wenzler, Sonderpädagoginnen im Bereich Sprache, Sprachheilschule Friedrichshafen


- Workshop 7 -

„Was macht den Unterricht an der Sprachheilschule sprachheilpädagogisch? - Ein kleines Repetitorium zur Thematik"

Anstatt ausgewählte Aspekte zum sprachheilpädagogischen Unterricht zu beleuchten, wird in diesem Workshop der Versuch unternommen, dem Praktiker/der Praktikerin einen Abriss über die gesamte Thematik zu geben.
Praxisbezug: Die TeilnehmerInnen erhalten eine Karteivorlage, die in der Unterrichtsvorbereitung einsetzbar ist.

Leitung: Sabine König, Sonderpädagogin im Bereich Sprache, Hör-Sprachzentrum Wilhelmsdorf


- Workshop 8 -

„Zukünftige Rolle der SonderpädagogInnen/SprachheillehrerInnen und deren Selbstverständnis"

In diesem Workshop werden die Kompetenzbereiche vorgestellt, die der aktuellen Sonderschullehrerausbildung zugrunde liegen. Diese umfassen die Bereiche:
Unterrichten | Beziehungen gestalten und erziehen | Diagnostizieren, sonderpädagogische Maßnahmen planen und umsetzen | Kooperieren und Beraten | Schule mitgestalten | Berufs- und Rollenverständnis entwickeln und gestalten.

Auf dieser Basis sollen die unterschiedlichen Aufgabenbereiche und Anforderungen für die Schule für Sprachbehinderte, insbesondere die Bereiche Unterricht, Therapie und Beratung/Kooperation, sowie Konsequenzen für das Rollenverständnis in inklusiven und exklusiven Settings diskutiert werden.

Leitung: Bärbel Wallinger, Sonderpädagogin im Bereich Sprache, Sonderschulseminar zur schulpraktischen Ausbildung Meckenbeuren