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20.09.2011 - Ravensburg

Wie eine Operettenaufführung gehörlose Kinder und Jugendliche unterstützt

Konrad Knoblauch GmbH spendet 3000 Euro an das Hör-Sprachzentrum


Von links nach rechts: Ursula Belli-Schillinger, Sabine Batram, Regina Müller vom Hör-Sprachzentrum und Julia Kohler von der Konrad Knoblauch GmbH

Am vergangenen Montag hat Julia Kohler von der Konrad Knoblauch GmbH einen Scheck in Höhe von 3.000 Euro an das Hör-Sprachzentrum der Zieglerschen in Ravensburg überreicht. Ursula Belli-Schillinger, Direktorin und fachliche Geschäftsführung, nahm den Scheck mit großer Freude entgegen. „Wir sind überwältigt von dieser Spende", so Belli-Schillinger. Anfang September hatte die Konrad Knoblauch GmbH in Markdorf zur Operettenaufführung der "Fledermaus" eingeladen. Statt Eintrittsgeldern bat die Firma um Spenden, die den Menschen zugute kommen sollten, für die das Thema Hören eine ganz besondere Bedeutung hat. „Über das Internet sind wir auf das Hör-Sprachzentrum gestoßen", erzählt Julia Kohler.
Im Hör-Sprachzentrum musste man nicht lange überlegen, für welchen Bereich diese Spende eingesetzt werden soll. Seit 2009 arbeitet eine junge Arbeitserzieherin am Hör-Sprachzentrum Wilhelmsdorf. Sie selbst ist von Geburt an gehörlos und gebärdet in ihrer Muttersprache, der anerkannten Deutschen Gebärdensprache, kurz DGS. Seit Herbst 2010 unterrichtet sie zusätzlich am Hör-Sprachzentrum Wilhelmsdorf gehörlose Schüler und hörende Lehrer in DGS. Dieses Angebot ist ein Zusatzangebot und wird aus Eigenmitteln finanziert. Die Spende komme für das Hör-Sprachzentrum wie gerufen, so Belli-Schillinger, ganz aktuell sei man in der Diskussion, wie es mit der Finanzierung der DGS-Kurse weitergehen soll.
Julia Kohler zeigte sich beeindruckt von der Arbeit. Auch wenn sie die Kommunikation mit Gebärden nur aus Filmen wie „Jenseits der Stille" oder „Gottes verlassene Kinder" kenne, so sei sie tief beeindruckt von der Ausdruckskraft dieser Kommunikationsform.
„Ich freue mich sehr, dass die Spende für so ein konkretes Projekt eingesetzt wird", so Julia Kohler. Um die Gebärdensprache einmal hautnah zu erleben, lud Ursula Belli-Schillinger Julia Kohler zu einem Besuch im Hör-Sprachzentrum Wilhelmsdorf ein.
Das Hör-Sprachzentrum der Zieglerschen blickt mittlerweile auf eine lange Tradition in der Arbeit mit Hörgeschädigten zurück. Im nächsten Jahr wird das 175-Jährige Bestehen gefeiert.

Sabine Batram

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