Titelbild

13.01.2011

Die Zieglerschen nehmen Stellung zu Missbrauchs-Vorwürfen

"Wir wollen nichts vertuschen oder verdrängen"


Wie viele andere kirchliche und diakonische Einrichtungen müssen und wollen wir uns mit den Verfehlungen auseinandersetzen, die sich in der Vergangenheit in unseren Einrichtungen zugetragen haben. Im Fall des Sprachheilzentrums Ravensburg liegen uns derzeit Informationen zu einem Fall vor. Dabei handelt es sich um den Vorwurf sexuellen Missbrauchs, der sich Mitte der 1970er Jahre ereignet haben soll. Dazu haben uns einige Fragen erreicht, die wir gerne beantworten wollen:

Wie stellt sich das Sprachheilzentrum Ravensburg zu den Vorwürfen?

Wir nehmen jede Anfrage ernst und suchen zunächst das Gespräch. Für uns ist es wichtig, mit dem Betroffenen zu klären, was ihm hilft, die Ereignisse aufzuarbeiten. Dann werden wir in Abstimmung mit ihm weiter aktiv, vermitteln zum Beispiel eine unabhängige Beratung oder stellen interne Nachforschungen an. Mit der Person, die den Vorwurf erhebt, sind wir im Gespräch.

Was haben die internen Nachforschungen in diesem Fall ergeben?

Die Ereignisse liegen über 35 Jahre zurück. Es ist für uns sehr schwierig, verlässliche Informationen zu bekommen. Nach unserem derzeitigen Stand gibt es Verdachtsmomente, aber keine Beweise. Leider gibt es zu diesem konkreten Fall auch keine Aktenvermerke, weil die gesetzliche Aufbewahrungsfrist nach zehn Jahren endet.

Wird juristisch vorgegangen?

Die Staatsanwaltschaft Ravensburg war mit dem Vorwurf befasst, hat aber keine Ermittlungen aufgenommen.

Erwarten Sie, dass sich weitere Opfer melden?

Bisher haben uns keine weiteren Anfragen erreicht. Wir können weitere Vorfälle zurzeit aber auch nicht ausschließen. Dabei wollen wir alle Betroffenen ermutigen, auf uns zuzukommen. Die Aufarbeitung der schrecklichen Ereignisse ist uns sehr wichtig. Wir wollen nichts vertuschen oder verdrängen, sondern dazu beitragen, dass die Betroffenen sie verarbeiten können.

Was tun Sie, damit so etwas künftig nicht mehr vorkommt?

Die Zieglerschen haben Leitlinien für alle Mitarbeiter/-innen verabschiedet, in denen der Umgang mit den Kunden/-innen in sensiblen Bereichen geregelt ist. Zudem gibt es sowohl interne Ansprechpartner für die Kunden/-innen sowie deren Angehörige als auch für die Mitarbeiter/-innen. Im Hör-Sprachzentrum haben wir ein Präventionskonzept erarbeitet und stehen in engem Kontakt mit externen Fachleuten. Wir alle gehen sehr sensibel mit den Themen Nähe, Distanz und Macht um. Sollte ein Verdacht aufkommen, werden wir diesen Fall intensiv untersuchen und entsprechende Maßnahmen einleiten.

 

Für Rückfragen können Sie sich wenden an:

Ursula Belli, Direktorin und Fachliche Geschäftsführerin des Hör-Sprachzentrums, Telefon 0751 7902-116

oder

Christof Schrade, Referent für Öffentlichkeitsarbeit der Zieglerschen, Telefon 07503 929-255

Zurück