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21.02.2012 - Altshausen

Hör-Sprachzentrum feiert Richtfest für den Schulneubau in Altshausen


Hans Kessler (rechts) und Karl Störkle sprechen den Richtspruch für den Schulneubau Altshausen.

Am vergangenen Mittwoch hat das Hör-Sprachzentrum der Zieglerschen das Richtfest des Schulneubaus auf dem Gelände des Hör-Sprachzentrums Altshausen gefeiert. Rund 50 Gäste trotzten Schnee und Eis, um die Fertigstellung des Rohbaus zu feiern.
Zum kommenden Schuljahr werden rund 100 Werkreal- und Realschüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf in das neue Gebäude umziehen können. „Für die Zieglerschen ist dieser Neubau ein Bekenntnis zu dem Standort Altshausen", sagte Rolf Baumann, kaufmännischer Vorstand der Zieglerschen. Hinter dem heute durch den Schnee weiß bepudertem Gebäude stecke ein gehobenes und zeitgemäßes Konzept. Mit der Schule wolle man stärker als bisher das evangelische Profil herausstellen, so Baumann.
Kurt König, Bürgermeister der Gemeinde Altshausen, betonte, dass dieser Schulneubau auch für die Schullandschaft Altshausen eine Bereicherung bedeute und das Wesentliche dieser Schule der Geist sein wird: „Die Außenhaut ist im Entstehen. Nun gilt es diese mit Leben und Geist zu füllen".
Joachim Sindermann, Schulleiter des Hör-Sprachzentrums Altshausen erläuterte das neue Schulkonzept das hinter „der Außenhaut" steckt. Er schlüpfte dazu in die Rolle eines Agenten aus dem Film „Men in Black" und lies durch die Anwendung eines „Neutralisators", welcher Erinnerungen abschalten lässt, alte Vorstellungen von Schule bei den Gästen verschwinden.
In der neuen Schule weichen die Klassenzimmer sogenannten Lernzonen, die eine Individualisierung von Lernen ermöglichen. Die Klassenverbände werden aufgehoben und Lerngruppen installiert. Der Lehrer wird zum Lernbegleiter und die Teamarbeit gewinnt an Bedeutung. Eine sichtbare Trennung von Schülern mit Realschulempfehlung und Werkrealschulempfehlung wird es nicht mehr geben.
Wieder zurück in der Rolle des Schulleiters erklärte Sindermann, dass ein wichtiger Baustein des neuen Schulkonzeptes die evangelischen Leitlinien seien, die man für die gesamte Schule entwickelt habe. „Wir wollen die Grundsätze evangelischer Bildungsarbeit wieder mehr in den Fokus rücken", so Sindermann. Um dies zu unterstreichen, wird das Hör-Sprachzentrum Altshausen zu Beginn des nächsten Schuljahres den Namen Leopoldschule erhalten, in Erinnerung an den ersten evangelischen Pfarrer in Altshausen. Neben der Werkrealschule und der Realschule umfasst die Leopoldschule den Schulkindergarten, die Grundschule sowie ein Internat für Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich Hören und Sprache.
Die neue Schulkonzeption betrifft zunächst die Werkrealschule sowie die Realschule. Beginnend mit Klasse 5 bis 7 wird es dort keine Klassen mehr geben sondern Lerngruppen. Die Schüler übernehmen selbst Verantwortung für den eigenen Lernfortschritt. Sie können bestimmen in welcher Lernumgebung sie am besten lernen können. Im neuen Schulgebäude wird es zwei Lernzonen für je 48 Schüler geben, in denen sich neben einem großen offenen Lernraum mit unterschiedlichen Lern- und Präsentationsbereichen ein Inputraum, ein Therapieraum, ein Raum für stilles Arbeiten und ein Lehrerzimmer befinden.
Mit einem afrikanischen Lied und einem Gospel leitete der Schülerchor zum Richtspruch über, zu dem sich alle Gäste ins Freie begaben. Polier Hans Kessler und Karl Störkle sprachen den Richtspruch und wünschten der neuen Schule alles Gute. Bei einem gemeinsamen Richtschmaus ging das Fest zu Ende.

Sabine Batram

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