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Silber für rauchfreien Ringgenhof

09.02.2015 | von Sarah Benkißer
Silberzertifikat für den Ringgenhof
Freuten sich über das Silber-Zertifikat für den Ringgenhof (v.l.): Dr. Wernz (Auditorin), Christa Rustler (DNRfK), Harald Stolzke (Projektleitung, Teamleitung), Fridolin Sandkühler (Teamleitung), Dr. Klaus Lehmann (Oberarzt), Thomas Greitzke (Therapeutischer Leiter der Fachklinik Ringgenhof) / Foto: Die Zieglerschen

Die Suchtfachklinik Ringgenhof der Zieglerschen ist vom »Deutschen Netz Rauchfreier Krankenhäuser & Gesundheitseinrichtungen« (DNRfK) mit dem Silber-Zertifikat als rauchfreie Klinik ausgezeichnet worden. Die Auditoren bescheinigten dem Team rund um Projektleiter Harald Stolzke einen hohen Standard bei der Tabakentwöhnung für die Patienten der traditionsreichen Suchtrehaklinik. Das Zertifikat gilt für drei Jahre. „Die Klinik setzt einen hohen rauchfreien Standard mit einer gelassenen Selbstverständlichkeit um", lobte das DNRfK das Engagement der Veranwortlichen und hob die „tragfähige Unterstützung und Teamorientierung des Leitungsgremiums" hervor.

Dass das Therapeuten- und Mitarbeiterteam des Ringgenhofs Patienten dabei unterstützt, mit dem Rauchen aufzuhören, kommt gut an. „Bei der Patientenbefragung zur Tabakentwöhnung konnten wir hervorragende Ergebnisse erzielen", berichtet Projektleiter und Suchttherapeut Harald Stolzke. Dies belegen die Zahlen des Reha-Trägers, der Deutschen Rentenversicherung Bund: Sowohl die Zufriedenheit der Patienten als auch die Abstinzenzraten sind am Ringgenhof überdurchschnittlich im Vergleich mit anderen Suchtrehakliniken. „Rauchfrei" bedeutet in diesem Zusammenhang übrigens nicht, dass in der Klinik nicht mehr geraucht werden darf. Es gibt aber auf dem Klinikgelände drei fest ausgewiesene Raucher-Plätze. Nur dort darf geraucht werden. Außerdem können Patienten freiwillig an einem Programm zur Tabakentwöhnung teilnehmen. "Damit tragen wir unseren Teil zu der wichtigen gesellschaftlichen Aufgabe der Reduzierung des gesundheitsgefährdenden und suchterzeugenden Rauchens bei", so Projektleiter Harald Stolzke.

Die Gefahr, dass ein Suchtpatient sich überfordert, wenn er während seiner Therapie auch noch das Rauchen aufgeben will, wird durch das therapeutische Gesamtkonzept des Ringgenhofs begrenzt. „Ziel einer Entwöhnungsherapie ist ein insgesamt gesundes Leben im körperlichen und seelischen Gleichgewicht zum Erhalt der Erwerbsfähigkeit", erklärt Dr. Ursula Fennen, Geschäftsführerin in der Suchthilfe der Zieglerschen. „Deshalb ist es uns wichtig, Suchtpatienten auch bei der Tabakentwöhnung professionelle Beratung und Unterstützung anzubieten. Die Teilnahme an dem Programm ist freiwillig. Die behandelnden Therapeuten stehen in regelmäßigem Austausch über die Entwicklungen eines Patienten. Und am Ende entscheidet immer der Patient selbst, wie er sein Leben gestalten möchte."

Die Fachklinik Ringgenhof der Zieglerschen ist eine Rehabilitationsklinik für suchtkranke Männer im oberschwäbischen Wilhelmsdorf (Landkreis Ravensburg). Mit 167 Therapieplätzen ist sie eine der größten Suchtrehakliniken in Deutschland. Seit den 90er Jahren wird dort Tabakentwöhnung angeboten. Seit 2010 ist der Ringgenhof Mitglied im »Deutschen Netz Rauchfreier Krankenhäuser & Gesundheitseinrichtungen« und hat sich verpflichtet, die Standards des ENSH-Global Network for Tobacco Free Health Care Services umzusetzen. 2011 war der Ringgenhof bereits mit dem Bronze-Zertifikat des DNRfK ausgezeichnet worden.

Das Audit des DNRfK für die Silber-Zertifizierung wurde durchgeführt von Frau Dr. Wernz, Oberärztin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Tübingen und Herrn Prof. Hartmut Berger, vormals Ärztlicher Direktor des Vitos Klinikums Riedstadt.